1. Handball-Bundesliga: GWD kämpft Wetzlar beim 26:24-Heimsieg nieder Let’s get ready to Rambo!

Minden (WB). Die Pleite im Derby gut verdaut, hat Handball-Bundesligist GWD Minden am zweiten Weihnachtstag einmal mehr deutlich gemacht, dass das Spieljahr 2017/18 das bislang erfolgreichste der letzten 16 Jahre ist. Gestützt auf den torhungrigen Christoffer Rambo, seines Zeichens zwölffacher Torschütze, und einem zu Beginn der zweiten Hälfte zwischen die Pfosten gerückten Kim Sonne Hansen, der die Gäste mit zwölf, teilweise spektakulären Paraden völlig aus der Spur warf, kamen die Grün-Weißen vor 2.787 Zuschauern zu einem hochverdienten 26:24 (12:13)-Arbeitssieg gegen Angstgegner HSG Wetzlar.

Von Volker Krusche

Da fiel es letztlich nicht ins Gewicht, dass die Schützlinge von Frank Carstens einmal mehr unter Beweis stellten, bei einer nur 60-prozentigen Quote das mit Abstand schwächste Team vom Siebenmeterpunkt zu sein. Auch zum Jahresabschluss ließ Minden wieder drei Strafwürfe aus.

GWD fallen vorn zu wenige Lösungen ein

Das war unbestritten auch ein Grund, warum in der »Kampa« in den ersten 30 Minuten keine rechte Stimmung aufkommen wollte. »Wir haben zu wenig Tempowechsel in unserem Spiel, agieren für die HSG zu vorhersehbar«, monierte Mindens Sportlicher Leiter Frank von Behren in der Halbzeitpause. Grundsätzlich kein Wunder, denn die Hessen verfügen nach den Rhein-Neckar Löwen über die erfolgreichste Defensive der Liga. »Uns fallen aber auch zu wenige Lösungen ein. Zudem lassen wir einfach zu viele klare Chancen ungenutzt.«

Das war auch der Grund, warum die Gäste im ersten Abschnitt nur beim 0:1 hinten lagen. Ansonsten erlaubten es ihnen die Hausherren durch ihre Angriffsschwächen stets mit ein, zwei Toren vorn zu liegen. Zwar konnte GWD den Wetzlarer Rückraum, der erst in der 42. Minute zum ersten Torerfolg kam und auf dessen Konto am Ende nur vier magere Treffer gingen, komplett ausschalten, dafür aber nutzte Nationalspieler Yannik Kohlbacher am Kreis seine Freiräume, kamen zudem die Außen auf beiden Seiten häufig frei zum Wurf. Daher konnte GWD mit dem knappen 12:13-Pausenrückstand sehr gut leben.

Kim Sonne leitet mit seinen Paraden die Wende ein

Die ohne den erkrankten Kapitän und Spielmacher Dalibor Doder angetretenen Grün-Weißen wirkten mit Beginn der zweiten Hälfte sehr viel energischer. »Wir wollten den Sieg einfach mehr«, hob Rambo hervor, der seine eigene Topleistung mit den Worten umschrieb: »Das war so ein Tag, an dem alles reingeht. Das muss man dann auch ausnutzen!«

Nun war mehr Zug im Mindener Spiel, mehr Tempo und – wie Rambo feststellte – »mehr Feuer!« Beim 16:16 glich GWD aus, ging beim 17:16 (42.) erstmals nach dem 1:0 in Führung. Auch, weil Kim Sonne seinen Kasten vernagelt hatte und seine Vorderleute die Ballgewinne per starker erster und zweiter Welle zur entscheidenden Wende nutzten. Innerhalb der ersten 28 Minuten von Halbzeit zwei gelangen Wetzlar lediglich neun Tore, wobei die Grün-Weißen die von Frank Carstens vor dem Spiel geforderte funktionierende Kooperation in der Abwehr in die Tat umsetzten und nun auch das gegnerische Spiel am Kreis und auf Außen erfolgreich unterbanden. Über 19:17 und 21:18 arbeitete sich Minden hochverdient beim 26:22, 100 Sekunden vor dem Abpfiff, zum wichtigen Heimsieg, durch den man mit einem positiven Gefühl in die nun eineinhalbmonatige »Winterpause« gehen kann.

Das GWD-Telegramm

GWD Minden: Christensen (7 Paraden), Sonne (ab 31. – 12 P.) – Mansson (1), Rambo (12/4), Korte (n.e.), Südmeier (2), Pusica (1), Gullerud (2), Michalczik (4), Kister (n.e.), Svitlica (3), Staar (n.e.), Cederholm, Bilbija (n.e.), Zvizej (2/1)

HSG Wetzlar : Buric (12/3 Paraden), Weber (bei 7m); Herrman (1), Kneer, Bjornson (2), Pöter (1), Ferraz (1), Mirkulovski, Volentics, Holst (8/6), Schefvert (1), Kvist (2), Klesniks, Lindskog, Cavor (1), Kohlbacher (7)

Schiedsrichter : Julian Kopp und Dennis Regner

Zuschauer : 2.787

Torfolge : 1:0, 1:2, 2:2, 2:4 (10.), 3:4, 3:5, 5:5, 5:6, 6:6, 6:8 (19.), 8:8, 8:9, 9:9, 9:11 (24.), 10:11, 10:12, 11:12, 11:13, 12:13 – 12:14, 14:14, 14:15, 15:15, 15:16 (38.), 17:16 (42.), 17:17, 19:17 (46.), 19:18, 21:18 (48.), 21:19, 22:19, 22:20, 23:20, 23:21, 24:21, 24:22 (56.), 26:22 (58:14), 26:24

Siebenmeter : 8/5 : 6/6 (Svitlica, Zvizej und Rambo scheitern an Buric)

Strafminuten : 4 : 4 (Zvizej 25., Svitlica 35. – Klesniks 39./50.)

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