Ewiger Zweiter gewinnt Weserspucker-Turnier mit Bayer Leverkusen Ramelow räumt ab

Minden (WB). Von wegen ewiger Zweiter: Carsten Ramelow hat mit Bayer Leverkusen das 32. Weserspucker-Turnier gewonnen. Nach dem 3:0-Sieg im Finale gegen St. Pauli stemmt der Vize-Weltmeister von 2002 den schweren Pott in die Höhe. Na, wer sagt’s denn!

Von Alexander Grohmann
Endlich ein Titel: Carsten Ramelow nimmt den Pokal aus den Händen der stellvertretenden Landrätin Kirstin Korte entgegen.
Endlich ein Titel: Carsten Ramelow nimmt den Pokal aus den Händen der stellvertretenden Landrätin Kirstin Korte entgegen. Foto: Alexander Grohmann

Carsten Ramelow darf nach dem Coup beim Traditionsturnier nach vorne treten. Stolz nimmt der Bayer-Kapitän den schweren Weserspucker-Wanderpokal entgegen. »Geht doch«, grinst der frühere Nationalspieler und Vize-Weltmeister des Jahres 2002 verschmitzt in die Runde.

Ramelow überzeugt in der Kampa-Halle als Team Player. Der einstige defensive Mittelfeldspieler zieht von hinten die Strippen, lässt seine Mitspieler glänzen und besetzt dafür immer wieder geschickt die Räume. »Dafür habe ich ein Näschen«, sagt der 42-Jährige, der übrigens kein Problem mit seinen vier zweiten Plätze aus dem Jahr 2002 hat.

2002 war ein Super-Sommer

»Das gibt es im Fußball nie wieder. Ich bin deswegen aber nicht deprimiert oder so«, sagt Ramelow über seinen Super-Sommer, in dem er mit Deutschland das WM-Finale gegen Brasilien mit 0:2 verlor und mit Bayer sowohl in der Champions League als auch im DFB-Pokal erst im Endspiel scheiterte. Als »Krönung« schloss Leverkusen auch die Bundesliga-Saison nur als Zweiter ab.

Dass er auch ein Gewinner sein kann, stellt er mit den gut aufgelegten Bayer-Oldies am Samstag unter Beweis. Nur gegen die Mindener Weserspucker-Auswahl, die vor 1300 Zuschauern trotzdem in der Vorrunde ausscheidet, reicht es beim 2:2 zum einzigen Mal nicht zu einem Sieg. Alle anderen vier Partien im Turnierverlauf entscheiden die Leverkusener, bei denen mit Ioannis Masmanidis auch ein früherer Arminen-Stürmer groß aufspielt, für sich.

Masmanidis entscheidet das Niederrhein-Derby

Im Halbfinale gewinnt Bayer das Niederrhein-Derby gegen Titelverteidiger Borussia Mönchengladbach durch zwei Masmanidis-Treffer und ein Tor von Hayrettin Maslar mit 3:0. Im anderen Halbfinale schaltet der vierfache Turniergewinner FC St. Pauli den VfL Wolfsburg mit Publikumsliebling Roy Präger mit 3:2 aus.

Im Endspiel besitzt Ramelow die erste große Chance: Mr. Vize scheitert kurz vor der Pause am Pfosten. Soll es etwa wieder nicht zum ersten Platz reichen? Doch! Im zweiten Durchgang ballern Masmanidis, Giuseppe Spitali und Mike Rietpitsch, der auch zum Spieler des Turniers gewählt wird, Bayer zum Titel.

Vorrunden-Aus für Arminia Bielefeld

Keine Rolle spielt die Traditionself von Arminia Bielefeld mit Stefan Studtrucker. Der Trainer von Bezirksligist TuRa Löhne scheitert mit seinem Team in der Vorrunde. Der frühere Mittelstürmer hat trotzdem Spaß und geht gegen Borussia Dortmund einmal

TuRa-Trainer Stefan Studtrucker (Mitte) spielte mit Arminia Bielefeld in Minden. Foto: Grohmann

sogar ins Laufduell mit dem fast 20 Jahre jüngeren David Odonkor. »Da hast du keine Chance«, lacht Studti über den Sprint-Vergleich mit dem gebürtigen Bünder. Der Held des Sommermärchens 2006 siegt mit dem BVB gegen Bielefeld 2:0, doch die Schwarz-Gelben scheiden ebenfalls schon in der Vorrunde aus.

Dass 1300 Zuschauer in die Kampa-Halle strömen, um die vielen Ex-Profis hautnah zu erleben, freut auch Turnierchef Torsten Schwier. Die Veranstaltung lebt weiter. »Jetzt arbeiten wir an der Ausgabe 2018«, verspricht der Vorsitzende von Union Minden.

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