Handball-Landesliga: TuS daheim 24:25 gegen EURo Gehlenbeck verliert in der Schlusssekunde

Lübbecke (WB). Unfassbar: Die Landesliga-Handballer des TuS Gehlenbeck haben es fertig gebracht, in der letzten Minute eine Zwei-Tore-Führung noch in eine Niederlage zu verwandeln. 24:25 lautete der Endstand im Kreisduell gegen die HSG EURo.

Von Marc Schmedtlevin
Ernüchterung bei Gehlenbecks Timo Wittkötter, Jubel bei der HSG EURo.
Ernüchterung bei Gehlenbecks Timo Wittkötter, Jubel bei der HSG EURo. Foto: Marc Schmedtlevin

Die Gehlenbecker Spieler wussten nach der Schlusssirene kaum wohin mit ihren Emotionen, mit dem Frust, mit der Wut. Timo Wittkötter zog in einer Ecke sitzend das Trikot vor das Gesicht, Dimitrij Penner schlug mehrfach kräftig auf den Hallenboden, Christoph von der Ahe legte sich lang hin und schlug die Hände vor dem Gesicht zusammen. Diese Szenen waren die logische Folge, denn es grenzte schon an ein Drama, was die Partie in den finalen Sekunden für den TuS bereithielt.

Alles deutete auf einen Heimsieg hin. Als die Gehlenbecker 67 Sekunden vor Schluss eine Auszeit nahm, führten sie noch mit 24:22. Die Körpersprache der Gäste aus Unterlübbe deutete schon auf Aufgabe hin. Doch in der Auszeit machte HSG-Trainer Sebastian Winkler seinem Team noch einmal Mut. Mit der nun gewählten offenen Deckung kam der TuS überhaupt nicht zurecht.

Tor bei 59:59 auf der Uhr

Einen schnellen Ballverlust bestrafte Timo Zydel mit dem Anschlusstreffer – 23:24 50 Sekunden vor Schluss. Beim nächsten Gehlenbecker Angriff wollte Timo Wittkötter die Entscheidung mit einem Alleingang suchen. Die Schiedsrichter entschieden auf Schrittfehler, auf der Gegenseite glich Jonas Fabry 13 Sekunden vor dem Ende aus. Gehlenbeck wollte daraufhin den Sieg erzwingen, doch Jannik Hölscher verlor vom Anwurf weg den Ball an Zydel, der alleine in Richtung TuS-Tor lief und bei 59:59 auf der Uhr die Gäste noch zum Sieg warf. »So ein Spiel darf man nicht verlieren. Das war an Dämlichkeit kaum zu überbieten«, schimpfte Gehlenbecks Interimstrainer Sascha Kleffmann, der mit seinem Team nun wohl spätestens alle Hoffnungen auf den noch möglichen Klassenverbleib begraben muss. »Man muss aber wohl auch feststellen, dass man es so auch irgendwie nicht verdient hat«, fügte Kleffmann an.

Schnelle 6:0-Führung

Der TuS war optimal in die Partie gestartet, führte nach elf Minuten mit 6:0. Über 10:6 (24.) wurde der Vorsprung zum 12:7 in die Pause transportiert. Die Grundlage schaffte der TuS bis dahin mit einer kompakten Abwehr und vorne wurde die Angriffe in Ruhe bis zu einem passenden Abschluss ausgespielt. Der frühe Ausfall von Justin Penner, der einen Schlag abbekam, konnte kompensiert werden. Ab dem Stand von 16:12 (40.) geriet der TuS-Motor aber in Stocken. Eine Manndeckung gegen Dimitrij Penner machte sich bemerkbar. Mit einem 4:0-Lauf glich EURo beim 16:16 (45.) erstmals aus. Gehlenbeck wehrte sich aber erfolgreich – bis zur verrückten Schlussminute.

TuS Gehlenbeck: Esau, Reinermann – Meistrell (6/6), Hucke (2), Fischer (1), von der Ahe (1), Grotefeld, D. Penner (6), J. Penner (2), Schaefer, Hölscher (1), Wittkötter (1), Sontberg (4)

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