Landesliga: SW Wehe nach 13:8 und 15:17 am Ende 19:18-Derbysieger Gehlenbeck lässt Drei-Tore-Führung aus

Lübbecke (WB). Abgeschlagen, gekontert, den Sieg vor Augen, ihn dann aber durch die Hände gleiten lassen: Handball-Landesligist TuS Gehlenbeck hat das Kreisderby gegen den in der ersten Halbzeit noch klar dominierenden TuS SW Wehe nur durch eigene Unzulänglichkeiten hauchdünn mit 18:19 (8:13) verloren.

Von Volker Krusche
Wehes Steffen Lohmeier setzt sich auf Linksaußen gegen Gehlenbeck Marius Huck durch und lässt Tilmann Esau keine Chance.
Wehes Steffen Lohmeier setzt sich auf Linksaußen gegen Gehlenbeck Marius Huck durch und lässt Tilmann Esau keine Chance. Foto: Krusche

Klar, dass die Gefühlswelten hüben wie drüben unterschiedlicher nicht sein konnten. Und auch die sportliche Situation hat durch den Derbyausgang eine richtungsweisende Tendenz erhalten. Während der Aufsteiger aus Gehlenbeck es versäumte, wertvollen Boden im Kampf um den Klassenverbleib gutzumachen und sich der Konkurrenz am rettenden Ufer zu nähern, hat sich der Gast aus Wehe zumindest vorerst einmal aller Sorgen entledigt und die Kellerregion hinter sich gelassen.

Gehlenbeck fand vor der Pause kein Mittel

Dabei hätte zur Pause wohl niemand in der Sporthalle des Wittekind-Gymnasiums noch einen Pfifferling auf die Hausherren gegeben. Die hatten eine maßlos enttäuschende erste Hälfte hingelegt, nach deren Ende sie mit dem 8:13-Halbzeitstand noch bestens bedient waren. Gefühlt lagen zwischen beiden Mannschaften zu diesem Zeitpunkt acht, neun oder sogar zehn Tore.

Gehlenbeck fand im Angriff kein Mittel, um sich gegen die aggressive und sicher stehend wirkende Weher Defensive durchzusetzen. Einzig von Halblinks erspähten die Gastgeber einen Ansatzpunkt in der Gästedeckung, die ihm zumindest einige freistehende Wurfversuche einbrachten, von denen er aber längst nicht alle verwerten konnte. Die Schwarz-Weißen nutzten einerseits die Gehlenbecker Ballverluste zu einfachen Gegenstoßtoren, wussten aber auch durch schnelles, bewegliches und variables Positionsspiel zum Erfolg zu kommen. Dabei drohte den Hausherren von allen Wehern Gefahr. Schnell hieß es 6:2 für die von Trainer Christian Wiegmann sehr gut eingestellten Nordkreisler. Gehlenbeck hingegen tat sich sehr schwer, auch nur einigermaßen Schritt zu halten. Zu hoch die Fehlerquote, die sich im gesamten Spiel auf 16 Fehlwürfe und acht technische Fehler summierte. »Wir haben vor der Pause einfach keinen Zugriff bekommen«, monierte Trainer Christian Kemenah, der aufgrund einer Knie-OP bis Ostern ausfällt und dessen »Nachfolger« Sascha Kleffmann auch schon mal mit auf der Bank saß.

Umstellung auf 4:2 der Schlüssel zur Führung

In der Pause stellte er etwas um, ließ fortan aus einer 4:2-Abwehr agieren und brachte die Weher damit aus dem Rhythmus. Binnen elf Minuten glichen die Hausherren zum 14:14 aus. »Da haben wir gegen die Deckung keine Lösung gefunden«, so Wehes Coachs Christian Wiegmann. »Gehlenbeck hat aber auch alles in die Waagschale geworfen, hat bis zum Umfallen gekämpft, wollte unbedingt die Wende.«

Die gelang sogar, denn 13 Minuten vor dem Ende markierte Thorben Reinermann mit einem seiner neun verwandelten Siebenmeter das 17:15. Dann der Knackpunkt der Partie. Rechtsaußen Christoph Grotefeld scheiterte freistehend, den Konter konnte Gehlenbeck nur auf Kosten einer Zeitstrafe und eines Siebenmeters verhindern. Statt der Drei-Tore-Führung war Wehe durch Jonas Bruhn wieder dran, glich aus und drehte den Spieß nach Wittkötters erneuter Führung zum 18:17, sechseinhalb Minuten vor Schluss, durch Wegner und Knost zum 19:18 um.

TuS Gehlenbeck : Esau, Reinermann; Meistrell (9/9), Huce, von der Ahe, Grotefeld, D. Penner (2), J. Penner (1), Witte, Schäfer, Hölscher (2), Wittkötter (1), Sontberg (2)

TuS SW Wehe: Giese, Hartlage; Sprado, Knost (2/1), Wegner (2), F. Bruhn (2), Lohmeier (4), Thielemann, M. Ihlenfeld, Hensel (2), Clemens (2), J. Bruhn (3/1), A. Ihlenfeld (2)

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