2. Handball-Bundesliga: TuS N-Lübbecke erwartet den TV Hüttenberg Duell zweier Tabellenführer

Lübbecke (WB). Die Konstellation ist einmalig! 14 Siege, ein Remis, drei Niederlagen, 29:7 Punkte, plus 68 Tore – und das gleich zweimal: Wenn am heutigen Mittwoch der TuS N-Lübbecke um 19 Uhr auf den TV Hüttenberg trifft, dann kommt es zum Duell zweier Tabellenführer. Ein Novum in der Geschichte der 2. Handball-Bundesliga.

Von Volker Krusche
Kenji Hövels und seine Mitspieler wollen sich gegen Hüttenberg erfolgreich durchsetzen.
Kenji Hövels und seine Mitspieler wollen sich gegen Hüttenberg erfolgreich durchsetzen. Foto: Göbel

Absteiger contra Aufsteiger, Titelfavorit gegen Überraschungsteam – unterschiedlicher könnte die Betrachtung nicht sein. Und doch eint beide Klubs eine Tatsache: die erfolgreiche Hinrunde im Bundesliga-Unterhaus, an die beide – mit Blick auf die 1. Liga – anknüpfen wollen. Unterschiede tun sich aber auch in den sportlichen Grundausrichtungen auf. Während die Lübbecker exzellente Einzelkönner in ihren Reihen wissen, die immer dann, wenn sie als Kollektiv auftreten, bestens funktionieren, basiert der sportliche Erfolg der Hessen auf einer mannschaftlichen Geschlossenheit und vor allen Dingen der Eingespieltheit. »Der Abstieg aus der 2. Liga war ein Schock. Aber der TVH hat sein Team beisammen gehalten, hat es punktuell verstärkt und souverän die sofortige Rückkehr geschafft«, blickt TuS-Trainer Aaron Ziercke voller Achtung auf den Gegner. »Und in der 2. Liga wirkt Hüttenberg so, wie Wilhelmshaven als Aufsteiger zuvor. Der große Trumpf beider Teams ist das funktionierende Mannschaftsgefüge. Jeder weiß genau, was der andere macht.«

Letztes Duell ging an den TV Hüttenberg

Sein Team, das dürfe man nicht vergessen, sei nach dem Abstieg völlig neu zusammengestellt worden. »Sich richtig zu finden, ist ein Prozess, der Zeit braucht. Und wenngleich es bei uns schon sehr gut läuft, ist der noch nicht abgeschlossen.« Hier liegt sicherlich ein Vorteil der Hüttenberger, auf die die Lübbecker letztmalig vor knapp vier Jahren um Ligapunkte stritten, im TVH-Abstiegsjahr aus der 1. Bundesliga das Gastspiel am 24. März 2012 aber mit 27:32 verloren, nachdem sie zuvor daheim mit 35:28 die Nase vorn gehabt hatten. Seitdem kreuzten sich die Wege der beiden Traditionsvereine – das Hüttenberger Trikot trugen einst Handballgrößen wie Horst Spengler, Staffan Olsson oder Volker Michel – im Ligabetrieb nicht mehr. Nun stehen sie sich dafür heute Abend im Topspiel der 2. Liga gegenüber. Doch Aaron Ziercke will den Ausgang der Partie nicht zu hoch bewerten. »Gewinnen wir, sind wir trotzdem noch nicht aufgestiegen. Verlieren wir, haben wir trotzdem noch alle Chancen auf einen Aufstiegsplatz. Aber natürlich wollen wir daheim als Sieger vom Platz gehen.«

Neuzugang Koloper soll auf jeden Fall spielen

Für den Gegner hat der Lübbecker Coach nur lobende Worte parat. »Hüttenberg spielt bislang eine sehr konstante Saison, stellt sich wahrlich nicht als Aufsteiger dar.« Die Stärke liege in einer sehr unangenehm zu bespielenden 3:2:1-Abwehr, aus der das Team sehr schnell umschalten und auf Tempo setzen würde. »Da gilt es den Gegner entsprechend unter Druck zu setzen. Aber es wird eine schwere Aufgabe.« Wichtig sei zudem besonders die Wirkungskreise der beiden Spielmacher Dominik Mappes und Tomas Sklenak einzuengen, die immer wieder mit Tempowechsel agieren.

Personell schmerzt natürlich die Sperre von Nils Torbrügge, der im Innenblock ein sehr wichtiger Bestandteil ist. Der andere »Innenblocker«, Piotr Grabarczyk, laboriert immer noch an seinen Innenbandproblemen. Sein Einsatz steht noch nicht endgültig fest.

Definitiv mitwirken wird erstmals Neuzugang Branimir Koloper. Ziercke: »Wir haben ihn ja nicht geholt, dass er sich erst vier Wochen eingewöhnt.« Teammanager Zlatko Feric setzt aber noch ein kleinen Fragezeichen: »Voraussetzung ist, dass seine Freigabe rechtzeitig ein uns eintrifft.«

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