2. Handball-Bundesliga: TuS N-Lübbecke gewinnt 28:24 in Konstanz Auftaktsieg im Schlussspurt

Konstanz (WB). Die lange Reise hat sich gelohnt. Die Handballer des TuS N-Lübbecke haben ihre Auftaktpartie in der 2. Bundesliga bei der HSG Konstanz gewonnen. Beim 28:24 (13:13) tat sich der Absteiger sehr schwer, am Ende überwog aber die Freude über die ersten Punkte der Saison.

Von Marc Schmedtlevin
Lübbeckes Linkshänder Pontus Zetterman drängt sich durch die Konstanz-Abwehr zu einem seiner acht Treffer.
Lübbeckes Linkshänder Pontus Zetterman drängt sich durch die Konstanz-Abwehr zu einem seiner acht Treffer. Foto: Peter Pisa

Zeit zur ersten Aufarbeitung hatten Spieler und Verantwortliche genügend. Gleich nach der Partie ging es mit dem Bus zurück in die Heimat. Zur Frühstückszeit am Sonntagmorgen traf der TuS-Tross wieder in Lübbecke ein. »Ich habe meiner Frau versprochen, dass ich Brötchen mitbringe«, sagte Aaron Ziercke. Die Laune des Trainers war nach dem ersten Erfolgserlebnis der neuen Serie gut. Auch wenn er ganz deutlich machte, dass der Auftritt seiner Mannschaft noch keinesfalls an das Optimum heran kam. »Es war ein zäher Auftakt, weil wir lange nicht zu unserem Spiel gefunden haben. Wir haben es uns unnötig schwer gemacht«, sagte Ziercke.

Der Coach vertraute von Beginn an der Formation, die auch in der Vorbereitung die größten Spielanteile bekommen hatte. Den Rückraum bildeten Ante Kaleb, Kenji Hövels und Pontus Zetterman. Auf den Außen bekamen zunächst Tim Remer und Ramon Tauabo den Vorzug. Außerdem agierte Nils Torbrügge am Kreis und bildete zusammen mit Piotr Grabarczyk den Abwehr-Innenblock.

Nervosität prägt den Start

An die guten Test-Leistungen kamen die Lübbecker zunächst aber bei weitem nicht heran. Gleich die beiden ersten Versuche von Ante Kaleb fanden nicht ihr Ziel. Stattdessen trat genau das ein, was die Gäste verhindern wollten. Der Aufsteiger vom Bodensee ging schnell mit 3:0 in Führung, die Zuschauer in der Schänzle-Sporthalle standen sofort hinter ihrer Mannschaft. »Unser Start war von Nervosität geprägt«, sagte Ziercke. Nach genau drei Minuten traf der TuS in Person von Kenji Hövels ein erstes Mal und hatte den Rückstand auch schon nach sechs Spielminuten wieder egalisiert. Von Konstanz war in Konstanz dennoch noch nichts zu sehen. Immer wieder liefen die Lübbecker einem Rückstand hinterher. Das lag vor allem daran, dass die Abwehr nicht die nötige Stabilität hatte. »Wir haben einige unnötige Wege gemacht und sind dadurch häufig zu spät gekommen«, benannte Ziercke das große Manko. Hinzu kam eine nicht optimale Trefferquote. Allerdings schaffte es auch die HSG nicht, die TuS-Fehler zu einem deutlicheren Abstand zu nutzen. Immer wieder zog Konstanz auf zwei bis drei Tore davon, bis zur Pause glich der Gast aber immer wieder aus.

Erste Führung in Minute 47

An diesem Verlauf änderte sich auch nach dem Wechsel nichts. Die Gastgeber legten vor, der TuS zog nach – bis zur 47. Minute. Dann ging Lübbecke durch Jens Bechtloff beim Stand von 22:21 erstmals in Führung. Und mit dieser im Rücken wurde das TuS-Spiel deutlich besser. Endlich stand die Abwehr kompakter, Bälle wurden abgefangen und daraufhin über Gegenstöße oder die schnelle Mitte nach vorne gespielt. Dabei half den Lübbecker der bessere Fitnesszustand, bei Konstanz schwanden die Kräfte.

Von 23:23 (50.) setzten sich die Gäste dank der Tore von Bechtloff (2), Kaleb und Zetterman auf 27:23 (58.) ab und hatten damit die Vorentscheidung erzielt. »Acht, neun Minuten haben wir unser gewünschtes Spiel aufgezogen und das hat gereicht«, sagte Ziercke, der seinem Team trotz des stotterigen Starts ein Kompliment aussprach: »Wir sind während des Spiels auch in Rückstand nicht hektisch geworden, sondern haben uns durchgebissen. Die Jungs müssen lernen, dass sie Spiele nicht alleine entscheiden können. Wenn alle zusammen in Abwehr und Angriff agieren, sind wir stark. Und genau das haben wir am Ende gezeigt.«

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