TuS N-Lübbecke: Zusammenwachsen des Teams steht im Vordergrund Vorbereitung ohne Halblinken

Hüllhorst (WB). Aaron Ziercke lächelt, wirkt zufrieden. Wenngleich erst sieben Trainingseinheiten hinter ihm und seinen Schützlingen liegen, so ist der Eindruck, den der neue Trainer des TuS N-Lübbecke von seiner Mannschaft in den ersten vier Tagen der Vorbereitung gewonnen hat, positiv.

Von Volker Krusche       
Im »Terra Fitness« in Hüllhorst präsentierte der TuS N-Lübbecke gestern seine Neuen: (hintere Reihe von links) Ante Kaleb, Jo Gerrit Genz, Nils Torbrügge, Peter Tatai, (vordere Reihe) Trainer Aaron Ziercke, Rene Gruszka, Kenji Hövels und Jan Wesemann. Auf dem Foto fehlt Olympia-Teilnehmer Lukasz Gierak.
Im »Terra Fitness« in Hüllhorst präsentierte der TuS N-Lübbecke gestern seine Neuen: (hintere Reihe von links) Ante Kaleb, Jo Gerrit Genz, Nils Torbrügge, Peter Tatai, (vordere Reihe) Trainer Aaron Ziercke, Rene Gruszka, Kenji Hövels und Jan Wesemann. Auf dem Foto fehlt Olympia-Teilnehmer Lukasz Gierak. Foto: Oliver Schwabe

»Sie haben alle von Beginn an hervorragend mitgezogen. Und man weiß ja: die ersten Wochen der Vorbereitung sind bekanntlich immer die schlimmsten«, erklärte der 44-Jährige im Rahmen der Präsentation aller Neuzugänge im »Terra Fitness« in Hüllhorst.

Lukasz Gierak fährt zu den Olympischen Spielen

Zuvor hatte Teammanager Zlatko Feric hervorgehoben, »dass wir gemeinsam viele Gespräche geführt und uns gemeinsam für die jetzige Zusammenstellung der Mannschaft entschieden haben.« Präsentieren konnten Feric und Ziercke aber nicht alle Neuzugänge. Grund: Lukasz Gierak bereitet sich mit der polnischen Nationalmannschaft auf die Olympischen Spiele vor (siehe nebenstehender Bericht). Für den heimischen Handball-Zweitligisten eine alles andere als schöne Situation. »Natürlich freuen wir uns, wenn der Verein einen Olympioniken stellt. Wir wünschen ihm auch, dass er mit eine Medaille zurückkommen wird. Für das Einspielen der neuen Mannschaft ist das aber nicht gut, da Lukasz fast die komplette Vorbereitung ausfallen wird«, merkte Feric kritisch an.

»Wir holen nur einen Spieler, der zu uns passt«

Die Abwesenheit des aus Szczecin kommenden Halblinken ist umso tragischer, als das genau auf dieser Position noch kein zweiter Mann verpflichtet werden konnte. »Wir suchen, keine Frage. Aber wir werden nicht irgendeinen Spieler nehmen, sondern nur einen, der uns auch hilft. Und der muss vorne wie hinten einsetzbar sein«, nennt Aaron Ziercke das Anforderungsprofil. »Natürlich ist es nicht optimal, dass die Königsposition verwaist ist, aber das lässt sich aktuell nicht ändern. Wir wollen uns jedenfalls absolut sicher sein, wenn wir jemanden holen. Angeboten wird viel, aber der Mann muss zu uns passen.«

»Bekommen in der 2. Liga nichts geschenkt«

Man müsse diese Situation nun als Mannschaft kompensieren. Dazu soll auch das in der kommenden Woche in Wilhelmshaven stattfindende Trainingslager beitragen. »Da haben wir viel Zeit – in und außerhalb der Halle, wollen als Mannschaft richtig zusammenwachsen.« Ziercke und seinen Spielern steht eine bis zum 10. Juni dauernde Saison bevor. »Wir müssen elf Monate am Stück durchziehen. Ich wüsste nicht, wo es international eine Serie mit so einer Belastung gibt.« Ob an deren Ende dann die Rückkehr ins Oberhaus steht, ließen alle Beteiligten offen. »Vorrangig ist es, dass wir eine funktionierende Mannschaft aufbauen. Als Absteiger wird man immer hoch gehandelt – daher werden wir die Gejagten sein. Es ist aber auch schön, dass wir so wahrgenommen werden. Es verdeutlicht aber auch, mit welchem Respekt wir an jede Aufgabe rangehen müssen. Wir werden in der 2. Liga sicherlich nichts geschenkt bekommen. Mal sehen, was dann am Ende dabei herauskommt«, bleibt Ziercke zurückhaltend.

Nils Torbrügge will es sich und GWD zeigen

Rene Gruszka, vom HC Empor Rostock gekommen, ist unbestritten der erfahrenste Zweitligaakteur. Und er warnt: »Wir müssen immer 100 Prozent geben. Die 2. Liga ist über die Jahre viel stärker und inzwischen sehr ausgeglichen geworden. Da muss man gerade auswärts konstant punkten.«

Sein bisheriger Teamkollege Kenji Hövels freut sich besonders auf das Wiedersehen mit Ramon Tauabo. »Wir kennen uns aus Berlin. Daher habe ich mich riesig gefreut, dass es mit dem TuS geklappt hat.« Und wie sieht er den Trainer? »Aaron hat schon in Rostock toll gearbeitet. Ich weiß aber auch, dass er uns viel laufen lassen wird...«

Während es für Jo Gerrit Genz der nächste Schritt in seiner Karriere ist, will Nils Torbrügge es sich, aber unterschwellig auch seinem alten Klub aus Minden zeigen. »GWD war nach dem Abstieg eingespielt, hat aber nicht immer konstant und souverän gespielt. Hier ist es was Neues entstanden, was Interessantes, auf das ich mich freue. Ich will beweisen, dass ich mich vorne verbessere.«

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