Hindernisrennen Drexlauf in Neuenbaum begeistert – Alina Barre gewinnt Aus der Notaufnahme zum Sieg

Neuenbaum/Altkreis Lübbecke(WB). Absoluter Wahnsinn: Der zweite Drexlauf in Neuenbaum hat alle Rekorde gebrochen: »Nicht kleckern, klotzen!« war bei der Neuauflage des Überraschungshits aus dem Vorjahr das Motto des veranstaltenden SuS. Höher, schneller, weiter, tiefer, schwerer – mehr: Fast 800 Starter haben den Lauf in Neuenbaum zum derzeit größten Laufereignis der Region gemacht.

Von Ingo Notz
Das zweite Hindernis: Die Strohpyramide war für manche Teilnehmer beim Drexlauf in Hille bereits der erste Härtetest.
Das zweite Hindernis: Die Strohpyramide war für manche Teilnehmer beim Drexlauf in Hille bereits der erste Härtetest.

Schlammlöcher, matschige Krabbelfelder unter Stromnetze, eine Dunkelkammer, Treckerreifen, riesige Hindernisse aus Stroh und Euro-Paletten oder als krönender Abschluss das dreifache Hindernis »Berg der Verzweiflung« – die kreativen Köpfe hinter dem Matsch-Spektakel haben sich und ihre schon sensationelle Premiere aus dem Vorjahr noch einmal übertroffen.

18-Jährige stürmt ins Rampenlicht

Einige der bekanntesten Namen aus dem Altkreis Lübbecke konnten – meist verletzungsbedingt – nicht teilnehmen: Vorjahressiegerin Sarah Wiegmann mischte sich ebenso unter die Zuschauer wie der Deutscher Altersklassen-Marathonmeister Bernd Nedderhoff oder Achim Hagemeyer. In deren Abwesenheit war der Weg frei für arrivierte, aber auch für neue Gesichter, die in Neuenbaum ins Rampenlicht gelaufen sind: Zu den Überraschungen zählte die erst 18-jährige Aline Barre: Die Obermehnerin stürmte bei ihrer ersten Teilnahme an einer Laufveranstaltung in beeindruckenden 67:21 Minuten nicht nur zum Altersklassensieg der U20-Juniorinnen auf der Sieben-Kilometer-Strecke, sondern war gleichzeitig auch die schnellste Frau im Feld.

Den Triumph der Familie komplettierte ihre Tante Bettina Haver als Siegerin der Klasse W35, Alines Onkel Achim Haver fehlten nur drei Sekunden zu Platz drei der Klasse M40. Aline und Achim hatten dabei über Monate hinweg kaum trainieren können, beide waren nach Unfällen im Frühjahr in der Notaufnahme des Lübbecker Krankenhauses gelandet. Aus der Notaufnahme zum Sieg beim Drexlauf – das macht Appetit auf mehr: Nach der ersten Siegerpizza blickte Barre schon nach vorne: »Ich hätte auf jeden Fall Lust auf Volksläufe, das hat hier richtig Spaß gemacht!«

Dass sie sich auch beim Drexlauf eine Schnittverletzung zugezogen hatte, war da schnell vergessen. Bei den Männern waren vor allem zahlreiche Fußballer in der Saisonvorbereitung nach Neuenbaum gekommen – und so manche Altkreis-Starter in den Mannschaftswertungen vorne dabei: Die »Nimm ‘ne Dicke«-Kegelsportler Stefan Schewe, Tobias Bölk und Benedikt Schwarz wurden Dritter vor den Frotheimer Fußballern Sebastian Bollmeier, Alexander Kasten und Tobias Borchert alias »Drexen 1« – bei immerhin 107 gewerteten Dreier-Mannschaften eine bemerkenswerte Ausbeute. Einen Altersklassensieg feierte bei den Männern 55 zudem Wolfgang Heyn vom ATSV Espelkamp: Er erreichte das Ziel nach 1:11,23 Stunden.

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