Handball: TuS N-Lübbecke fliegt gegen den SC Magdeburg aus DHB-Pokal-Achtelfinale Pokal-K.o. vor Geisterkulisse

Lübbecke (WB).  Raus ohne viel Applaus: Zusätzliches Selbstvertrauen für das so wichtige Bundesligaspiel am Samstag in Stuttgart haben sich die Handballer des TuS N-Lübbecke nicht holen können. Im Achtelfinale des DHB-Pokals verloren sie gestern Abend mit 34:39 (15:20) gegen den SC Magdeburg.

Von Marc Schmedtlevin und Ingo Notz
Jens Schöngarth hatte es immer wieder mit dem Ex-Lübbecker Dario Quenstedt im Magdeburger Tor zu tun.
Jens Schöngarth hatte es immer wieder mit dem Ex-Lübbecker Dario Quenstedt im Magdeburger Tor zu tun. Foto: Jaqueline Nolting

Ein deutlicher Rückstand deutete sich bereits erstmals in der Anfangsphase an. Allein in den ersten sieben Minuten leisteten sich die TuS-Akteure fünf Fehlwürfe und einen Ballverlust im Aufbauspiel. Die Folge: ein schneller 1:6-Rückstand (7.). Dabei immer wieder im Mittelpunkt war Torhüter Dario Quenstedt, der den Zuschauern in der doch recht überschaubar besetzten Kreissporthalle (848 Zuschauer) noch aus seiner Zeit in Lübbecke vertraut war.

Gastgeber wollen nicht aufgeben

Gleich aufgeben wollten die Gastgeber aber noch lange nicht. Nach und nach kam die TuS-Offensive ein wenig besser in die Partie. Trainer Goran Suton setzte zunächst auf den zuletzt angeschlagenen Benjamin Herth auf der Mittelposition in Kombination mit den beiden wurfstarken Schützen Jens Schöngarth und Vuko Borozan auf den Halbpositionen.

Der Rückstand pendelte sich erst einmal bei drei bis vier Toren ein. Dann verkürzten Schagen Borozan, die die beiden besten TuS-Werfer der ersten Hälfte waren, von 6:10 auf 8:10 (17.) Beim TuS kam neue Hoffnung auf. Das lag auch daran, dass Magdeburgs zweite Welle nicht mehr so gut rollte wie zu Beginn der Partie und auch Torwart Matevz Skok etwas besser parierte. Kurios war eine Szene, bei der der Schlussmann bei einem SCM-Gegenstoß seine Wasserflasche wegwarf, von der Bank auf das Spielfeld rannte und dann auch noch gegen Damgaard parierte.Noch dichter heran kam der TuS durch einen Treffer von Vuk Lazovic zum 11:12 (21.) Doch der Anschluss hielt nicht lange. Innerhalb von drei Minuten zogen die Gäste wieder an und setzten sich erneut auf vier Treffer zum 15:11 ab.

Vorentscheidung gefallen

Bis zur Pause wuchs der Abstand auf die anfänglichen fünf Treffer an. Die Lübbecker wollten noch einmal mit Schwung aus der Kabine kommen, schafften es in einer ungeordneten Startphase der zweiten Hälfte mit vielen Abspielfehlern und Fehlwürfen auf beiden Seiten aber nicht, näher heran zu kommen. Vor allem gegen Außenspieler Robert Weber war die TuS-Defensive häufig machtlos. Auch die 5:1-Deckung mit Tim Remer an der Spitze zeigte nicht die gewünschte Wirkung. Da auf der Gegenseite die Trefferquote des TuS wieder herunterging und die Abwehr des SCM nun wieder sicherer stand, wurde der Rückstand noch einmal größer.

Spätestens beim Stand von 21:29 (44.) und 23:31 (47.) war die Vorentscheidung gefallen. In den letzten Minuten ließen die Magdeburger zwar noch etwas Ergebniskosmetik zu, eine wirkliche Chance, die Partie noch in die Verlängerung zu retten, hatten die Lübbecker da schon lange nicht mehr. Magdeburg spielte die Partie locker zuende – und so stehen mit Dario Quenstedt und Fabian van Olphen nur zwei Ex-Lübbecker im Pokal-Viertelfinale. Handball im Herbst 2015 ist in Lübbecke nichts für schwache Nerven: Nach der Geisterkulisse im Pokal wartet am Samstag in der Bundesliga schon wieder das Abstiegsgespenst...

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