Handball-Bundesliga: TuS N-Lübbecke holt beim 24:24 gegen SC DHfK Leipzig ersten Punkt Zwischen Freude und Frust

Lübbecke (WB). Gemischte Gefühle: Die Bundesliga-Handballer des TuS N-Lübbecke wussten das 24:24 (11:8) gegen den SC  DHfK Leipzig nicht so recht einzuschätzen. Sollte die Freude überwiegen, weil endlich der erste Punkt der Saison gelungen war oder sollte die Enttäuschung groß sein, da in der Schlussminute eine Zwei-Tore-Führung verspielt wurde.

Von Marc Schmedtlevin
Gabor Langhans gibt sein letztes Hemd für das erste Erfolgserlebnis des TuS N-Lübbecke.  Mit seinem Team lieferte er eine kämpferisch gute Leistung ab, die für ein Remis reichte.
Gabor Langhans gibt sein letztes Hemd für das erste Erfolgserlebnis des TuS N-Lübbecke. Mit seinem Team lieferte er eine kämpferisch gute Leistung ab, die für ein Remis reichte. Foto: Jens Göbel

Deutlich wurde dieser Zwiespalt auch direkt nach der letzten Aktion. Die TuS-Spieler jubelten nicht, saßen aber auch nicht geknickt auf der Bank oder Tribüne. »Es ist ein Wechselbad der Gefühle. Ich bin sehr stolz auf das Team, das unbedingt gewinnen wollte. Gleichzeitig ist das Remis aber auch ärgerlich«, sagte Trainer Goran Suton. Welches Team der gefühlte Sieger war, wurde sofort deutlich. Die Gäste bildeten einen Kreis, hüpften und sangen mit ihren 150 mitgereisten Fans »Oh, wie ist das schön«.

Unentschieden in letzter Minute

Kein Wunder, schließlich hatte der Aufsteiger in der letzten Minute aus einem 22:24-Rückstand noch ein Unentschieden gemacht. Es war das Ergebnis einer verrückten Schlussphase, die wie die gesamte Partie nicht von den spielerischen Höhepunkten lebte, sondern von der Spannung und den Emotionen. Vor allem beim TuS herrschte auf dem Parkett und der Bank Hochbetrieb, denn ab der 53. Minute überschlugen sich die Ereignisse. Die Chancen auf das erste Erfolgserlebnis erhöhten sich enorm, als Tim Suton und Gabor Langhans mit ihren Treffern nach 21:21 für eine 23:21-Führung sorgten (54.). Der Rückschlag folgte aber nur eine Minute später. Vuk Lazovic foulte Christoph Steinert in der Luft und sah die rote Karte. Die Fans pfiffen lautstark und standen geschlossen auf, Lazovic feuerte sie gestikulierend an und kassierte dafür noch eine zusätzliche Zwei-Minuten-Strafe.

In doppelter Unterzahl verkürzte Leipzig zwar per Siebenmeter (56.), doch der TuS wehrte sich tapfer. Der Angriffe wurde lange ausgespielt, mit ständigem Zug zum Tor. Pech hatte Vuko Borozan, der den Pfosten traf. Im nächsten Angriff der Gäste soll Borozan im Mittelblock so kräftig zugepackt haben, dass die Schiedsrichter erneut die rote Karte zückten (57.). Kurios: Es war bereits die dritte Hinausstellung eines TuS-Spielers, nachdem Tim Remer in Minute 38 ebenfalls für ein Foulspiel Rot gesehen hatte.

Heimsieg schien zum Greifen nah

Doch die Gastgeber schienen die zahlreichen Entscheidungen gegen sich nur zusätzlich zu motivieren. Langhans eroberte den Ball, den nächsten Angriff schloss Schöngarth im zweiten Versuch erfolgreich zum 24:22 (59.) ab. Der Heimsieg schien zum Greifen nah zu sein. Doch innerhalb von gerade einmal 19 Sekunden hatte der TuS den Vorsprung verspielt. Erst traf Lucas Krzikalla, dann verlor der zuvor stark aufspielende Niclas Pieczkowski den Ball im Aufbauspiel und Marvin Sommer traf per Gegenstoß zum Ausgleich. 21 Sekunden blieben dem TuS für den letzten Angriff. Trainer Goran Suton setzte alles auf Sieg, brachte einen siebten Feldspieler. Doch die klare Lücke in der Deckung war nicht zu finden. So verfehlte Schöngarths Wurf aus der Bedrängnis das Tor knapp und auch der finale Freiwurf nach der Schlusssirene konnte nicht mehr für den erhofften Erfolg sorgen.

Im vorherigen Spielverlauf hatten sich die Gastgeber stärker für zwei Punkte empfohlen. Der TuS N-L stellte eine gute Abwehr, verhinderte vor allem das zuvor stark eingestufte Leipziger Spiel über den Kreis. Acht Gegentreffer im ersten Durchgang waren ein Indiz für die gute Defensivleistung des Tabellenletzten, zu der auch Torwart Matevz Skok seinen Anteil mit neun Paraden beitrug. Im Angriff mussten sich die TuS-Akteure vorwerfen lassen, sich nicht frühzeitig abgesetzt zu haben. Bei 2:0 (4.), 5:3 (12.) und 9:7 (23.) bot sich jeweils die Gelegenheit zu einem deutlicheren Vorsprung. Eine Drei-Tore-Führung sollte aber erst kurz vor der Pause gelingen.
Nach Wiederbeginn schmolz der Abstand schnell, der TuS blieb aber bis zum Stand von 16:16 (42.) stets in Front. Leipzig steckte zu keinem Zeitpunkt auf und nutzte schwächere Minuten des Gegners zu einem plötzlichen 18:16 (45.). Die Partie blieb aber ausgeglichen. Bis bei 21:21 die heiße Schlussphase eingeläutet wurde.

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