1. Handball-Bundesliga: Schwache erste Hälfte bringt 28:30-Pleite beim Bergischen HC ein TuS verschläft den Start

Solingen/Lübbecke (WB). Sechstes Spiel, sechste Niederlage, Tabellenletzter. Das Abstiegsgespenst geht beim TuS N-Lübbecke nicht nur um, es nimmt nach dem historischen Saisonstart von 0:12 Punkten zunehmend Gestalt an. Eine abermals desolate Abwehrleistung in der ersten Halbzeit verhinderte in der Handball-Bundesliga beim 28:30 (15:19) beim Bergischen HC einen Punktgewinn.

Bild mit Symbolcharakter: Nach einem Kopftreffer scheidet Christian Klimek aus – beim BHC setzt es für den TuS die nächste Ohrfeige.
Bild mit Symbolcharakter: Nach einem Kopftreffer scheidet Christian Klimek aus – beim BHC setzt es für den TuS die nächste Ohrfeige. Foto: Eibner

Trainer Goran Suton setzte zu Beginn dieses Schlüsselspiels auf die Rückraumreihe Niclas Pieczkowski (RL), Tim Suton (RM) und Jens Schöngarth (RR). Schon im ersten Angriff des BHC, den Fabian Gutbrod zum 1:0 abschloss, deutete sich an, dass die Nettelstedter Abwehr an diesem Abend keinen Zugriff auf den Gegner bekommen sollte.

Zu oft durfte der BHC-Rückraum ohne Körperkontakt zu bekommen auf das Lübbecker Tor werfen. Im Gegenzug traf Nationalspieler Jens Schöngarth nur die Latte und Gutbrod erhöhte auf 2:0. Der Start in die Partie war missglückt. Immer wieder kamen Gutbrod und vor allem BHC-Mittelmann Alexander Oelze, der es auf 11/2 Treffer brachte, völlig unbedrängt zum Wurf.

Bis zur 15. Minute schlossen die Gastgeber jeden Angriff mit einem Torgewinn ab; erst eine Parade von Matevs Skok, unterbrach diesen Lauf der Solinger, der die Grundlage für den 14:9-Zwischenstand in der 20. Minute war.

Goran Suton reagierte und brachte Vuko Borozan auf Halblinks und beorderte Pieczkowski für Christian Klimek neben Vuk Lazovic in den Innenblock. Borozan brachte Schwung in den Angriff; der 20-Jährige erzielte in den kommenden 40 Minuten sechs Tore aus acht Versuchen und war von der aggressiven BHC-Abwehr kaum zu kontrollieren. Kurz vor dem Seitenwechsel war der Rückstand auf 19:13 angewachsen, erst eine doppelte Überzahl ermöglichte es dem TuS, zur Pause auf 19:15 zu verkürzen.

Kapitän Nikola Blazicko war es danach, der mit herausragenden Paraden deutliche Zeichen setzte und seine Mannschaft zurück ins Spiel brachte. Zwar blieb der Vier-Tore-Rückstand noch bis zur 40. Minute (23:19) bestehen, aber Blazicko hatte sich vor allem auf Oelzes Würfe eingestellt, die er zunehmend entschärfte. Plötzlich glaubte der TuS an sich und kam auch in der Abwehr zunehmend besser ins Spiel. Daran änderte auch eine Zeitstrafe gegen Goran Suton wegen Meckerns (40.) nichts.

Vorne war endlich mit Borozan, Pieczkowski und Schöngarth die effektivste Rückraumformation gefunden. Aus dem 24:19 (42.) machten Benjamin Herth (er wurde nur für Strafwürfe eingesetzt), Schöngarth, Borozan und Klimek ein 24:23 (47.). Kurze Zeit später glich Pieczkowski aus (25:25, 50.). Das 26:25 egalisierte Borozan mit dem Tor des Tages: Quer in der Luft liegend wuchtete er den Ball von der Mittelposition ins Tor und »zog« dabei noch eine Zeitstrafe gegen den BHC. Christian Klimek, der inzwischen wieder im Innenblock deckte, bekam einen Wurf von Gutbrod direkt ins Gesicht, blieb benommen liegen und konnte anschließend nicht mehr mitwirken.

Ein geblockter Oelze-Wurf brachte den Ballgewinn, den Borozan zur 26:27-Führung (53.) nutzte. Dem ersatzgeschwächten BHC waren sichtbar die Kräfte geschwunden. Der BHC glich aus und ging nach einem Fehlversuch von Schöngarth durch Viktor Szilagyi, der nach mehrmonatiger Verletzungspause in der 54. Minute sein Comeback feierte, mit 28:27 in Führung.

Pieczkowski scheiterte an BHC-Schlussmann Rudek. Im Gegenzug verwertete Maximilian Weiß den Abpraller einer Blazicko-Parade zum vorentscheidenden 29:27 (57.) In der letzten Minute brachte Goran Suton nochmals seinen Sohn Tim für Borozan, doch für mehr als den Anschluss zum 29:28 durch Lazovic reichte es nicht.

Bergischer HC: Gustavsson (6 Paraden), Rudeck (3 P.); Preuss, Gipperich, M. Hermann (3), N. Artmann, Gunnarsson (3/2), Oelze (11/2), J. Artmann (2), A. Hermann (1), Weiß (3), Gutbrod (6), Szilagyi (1), Jonovski.
TuS N-Lübbecke: Blazicko (7 P.), Skok (5 P.); Herth (3/3), Bechtloff (1), Langhans, Tauabo, Pieczkowski (3), Lazovic (4), Suton (2), Schagen (2), Schöngarth (3), Borozan (6), Klimek (2), Remer (2).
Schiedsrichter: Philipp Dinges und Daniel Kirsch.
Zuschauer: 2206.
Torfolge: 2:0, 2:1, 3:1, 3:2, 4:2, 4:3, 5:3, 5:4, 8:4, 8:5, 9:5, 9:7, 11:7, 11:8, 12:8, 13:9, 15:9, 15:11, 16:11, 16:12, 17:12, 17:13, 19:13, 19:15 – 19:16, 20:16, 20:17, 22:17, 22:18, 23:18, 23:19, 24:19, 24:23, 25:23, 25:25, 26:25, 26:27, 29:27, 29:28, 30:28.
Siebenmeter: BHC 3:4 (Gunnarsson verwirft) – TuS 3:3.
Strafminuten: BHC 8 (2x M. Hermann, Preuss, Weiß) – TuS 8 (2x Schöngarth, Klimek, Goran Suton).

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