1. Handball-Bundesliga: TuS N-Lübbecke verliert beim ThSV Eisenach mit 30:31 Pleite in letzter Sekunde

Eisenach/Lübbecke (WB). Bauchlandung für den TuS N-Lübbecke. Erstmals in 25 Jahren haben die Rothemden ein Auftaktspiel der 1. Handball-Bundesliga gegen einen Aufsteiger verloren. Beim ThSV Eisenach gab es in letzter Sekunde eine unglückliche, allerdings nicht unverdiente 30:31 (16:18)-Pleite.

Von Volker Krusche
An alter Wirkungsstätte auch aufgrund einer Verletzung wirkungslos: Gabor Langhans.
An alter Wirkungsstätte auch aufgrund einer Verletzung wirkungslos: Gabor Langhans. Foto: Oliver Schwabe

Die Schultern nach vorn gebeugt, der Kopf hängend: Goran Suton hätte sich seinen Einstand bei den Lübbeckern sicherlich anders vorgestellt. Aber dafür hätte die Leistung seiner Schützlinge einfach besser sein müssen. »Ich bin schon ein wenig verärgert. Nicht nur wegen des Gegentores in allerletzter Sekunde, sondern besonders wegen des Spielverlaufs über die gesamten 60 Minuten. Gerade in der ersten Halbzeit waren wir vorne sehr ungeduldig, haben lange die richtige Formation gesucht und dabei viel zu schlecht abgeschlossen. Das hat dann zu allem Überfluss zu einigen Tempogegenstößen geführt.« Am Einsatz und Kampf lag es nicht, dass der fest anvisierte erste Sieg nicht eingefahren wurden. Beides stimmte.

Dafür aber war in beiden Mannschaftsteilen zu viel Sand im Getriebe. Vorn wie hinten schafften es Suton und seine Mannen nicht, dieses Getriebe von den störenden Elementen zu befreien und den Motor stotterfrei zum Laufen zu bekommen. Gerade in der Defensive wollte einfach keine Sicherheit einziehen. Im Innenblock fehlte es an der Feinjustierung, von den Halbpositionen kam auch nicht die erforderliche Unterstützung.

Und vorn, da waren die Aktionen oft zu holprig, so dass einfache Ballverluste oder schwache Abschlüsse den Hausherren – insbesondere in Person des im Vorjahr noch beim ehemaligen Suton-Klub Saarlouis spielenden Dirk Holzner – immer wieder gute Möglichkeiten zum Kontern ermöglichten. Da die Schwächen in der Abwehr nicht gerade dazu führten, dass es mit den Torhütern zu einem funktionierenden Zusammenspiel kam, schlugen zudem auch zahlreiche Bälle aus dem Spiel heraus im Lübbecker Kasten ein.

Und das gegen einen Gastgeber, der sein Team gegenüber dem Aufstieg vor nicht einmal drei Monaten komplett hatte umkrempeln müssen und daher zumindest den gleichen Problemen unterlag, wie die mit sechs Neuen in die Saison gestarteten Lübbecker. »Wir werden einfach noch Zeit brauchen, bis wir eingespielt sind«, erklärte Trainer Goran Suton nach der Schlappe unterhalb der Wartburg. »Das betrifft aber nicht nur den Angriff. Auch in der Abwehr werden wir noch an mancher Schraube drehen müssen.«

Lübbecke spielte gerade in der ersten Hälfte viel zu hektisch, wirkte im Aufbauspiel unaufgeräumt. Die beiden etatmäßigen Halblinken, Vuko Borozan und Tim Suton, saßen zunächst auf der Bank. Niclas Pieczkowski spielte neben Mittelmann Benjamin Herth im linken Rückraum. Erst als Goran Suton »Piece« in die Mitte beorderte und mit seinen beiden Shootern Jens Schöngarth und Vuko Borozan auf den Halbpositionen agierte, kam mehr Struktur ins Spiel.

Insbesondere Schöngarth, der in den ersten Minuten nicht ins Spiel gefunden hatte, wurde immer besser und erzielte ab der 22. Minute acht Tore. Bei Kollege Gabor Langhans lief wie schon in den vergangenen Wochen an alter Wirkungsstätte indes gar nichts zusammen. »Er ist noch angeschlagen«, so Suton.

Halbzeit eins ging trotz der Veränderungen an die Hausherren. Der TuS hatte sogar Glück, nur mit einem Zwei-Tore-Rückstand in die Pause gehen zu müssen. Nach dem Wechsel legte Eisenach zunächst ein 20:16 vor, das Lübbecke allerdings beim 22:22 (40.) egalisierte. Die Wende zum Guten brachte das aber nicht. Fehler in beiden Mannschaftsteilen erlaubten es dem ThSV, sich wieder auf 27:24 abzusetzen.

Sieben Minuten vor Schluss stellte Goran Suton seine Deckung auf eine aggressive 3:2:1-Formation um, durch die sein Team wieder in die Spur fand und zum 28:28 ausglich. Nach dem 30:30 eineinhalb Minuten vor Schluss kam der TuS aber nicht mehr in Ballbesitz. Auch, weil der Pfiff der Unparteiischen nach einer 40 Sekunden vor Schluss angezeigten Zeitspielwarnung nicht kam. Stattdessen traf Zwei-Meter-Mann Azat Valullin zur Entscheidung.
Bitter, aber letztlich muss sich der TuS an die eigene Nase fassen

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