Bob Hanning: »Ich hätte fast ein schlechtes Gewissen gehabt, wenn Lübbecke nichts mitgenommen hätte«  Nur 48 Minuten in Gleichzahl gespielt 

Berlin/Lübbecke (WB). »Man kann der Mannschaft zu dieser geschlossenen Leistung nur gratulieren.« Teammanager Zlatko Feric zog nach dem 30:30 in Berlin die Kappe. »Der Punkt ist mehr als verdient!«

Von Volker Krusche
Tooooooorrrr! Gabor Langhans schreit sein Glück nach dem verwandelten Siebenmeter in letzter Sekunde raus. Mit ihm jubeln (von links) Christian Klimek und Niclas Pieczkowski.
Tooooooorrrr! Gabor Langhans schreit sein Glück nach dem verwandelten Siebenmeter in letzter Sekunde raus. Mit ihm jubeln (von links) Christian Klimek und Niclas Pieczkowski.

 In dieser Einschätzung waren sich alle Betrachter, selbst die Berliner, einig. Gerade die schüttelten konnten überhaupt nicht verstehen, dass der TuS N-Lübbecke vor drei Wochen noch zu den Kellerkindern zählte, die um den Ligaverbleib zittern müssen. Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning hatte aber schon vor dem Anpfiff gewarnt: »Der Trainerwechsel hat Nettelstedt beflügelt. Die Mannschaft hat ein größeres Potenzial als der Tabellenplatz aussagt.« Davon durften sich am Mittwoch in der Max-Schmeling-Halle 7082 Zuschauer überzeugen. Und nicht wenige von ihnen waren am Ende mit dem Ergebnis zufrieden. So wie Hanning. »Ich hätte fast ein schlechtes Gewissen gehabt, wenn Lübbecke nichts mitgenommen hätte«, erklärte er wohlwollend und fügte an: »Ich habe mich besonders für Ramon und Gabor gefreut, dass sie für ihre Leistung belohnt wurden.« Beide – Gabor Langhans und Ramon Tauabo – kommen aus dem »Fuchsbau«. Linkshänder Langhans, der nicht nur den entscheidenden Siebenmeter in der Schlusssekunde verwandelte, sondern zuvor mal wieder die größten Akzente setzte, spielte von 2006 bis 2010 in Berlin. Und der stark spielende Tauabo war unter Bob Hanning Deutscher A-Jugend-Meister geworden. Gerade Langhans entpuppt sich für den TuS immer als Glücksfall. Das Duo Langhans/Schöngarth ist auf der rechten Angriffsseite Garant für Erfolg. Wäre das doch überall so. Der TuS N-Lübbecke bleibt nach dem Punktgewinn unter dem neuen Trainer Sead Hasanefendic ungeschlagen. »Ich bin zufrieden, wir hatten uns gut darauf vorbereitet und haben uns für unser Spiel belohnt. Sowohl im Angriff als auch in der Abwehr waren wir absolut präsent. Nach unserer Leistung war sogar mehr drin, aber wir haben nur 48 Minuten in Gleichzahl gespielt«, sagte der TuS-Coach. »Gegen Nenadic und Drux hatten wir große Probleme. Aber wir haben Ruhe bewahrt.« Aufgrund des wechselnden Spielverlaufs waren sich beide Seiten einig. »Das Ergebnis ist verdient. Lübbecke hat deutlich mehr, auch auf emotionaler Ebene, ins Spiel investiert«, bekräftigte Bob Hanning, der um die eigenen Fehler weiß. »Wir haben zwölf Minuten Überzahl gehabt. Aber wir haben die freien Bälle nicht genutzt und sogar Gegentore kassiert.«

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