1. Handball-Bundesliga: TuS N-Lübbecke muss gegen Bietigheim nachlegen  Hinweise angenommen 

Lübbecke (WB). Die Erleichterung war riesengroß. Es fühlte sich an, als wenn die Spieler soeben von einer Zentnerlast befreit wurden. Eine Tatsache, die nun hoffentlich für die langerwartete Lockerheit bei Handball-Bundesligist TuS N-Lübbecke sorgt.

Von Volker Krusche
Die Erleichterung ist Niclas Pieczkowski (von links), Christian Klimek und Christian Dissinger deutlich anzusehen.
Die Erleichterung ist Niclas Pieczkowski (von links), Christian Klimek und Christian Dissinger deutlich anzusehen.

 Nicht viele Vereine nehmen die Punkte aus der Getec-Arena mit. Einzig dem HSV Hamburg war es in der laufenden Spielzeit gelungen, beim heimstarken SC Magdeburg zu gewinnen. Die Lübbecker machten es den Hanseaten am Sonntag nach. Und wie! Zu keinem Zeitpunkt der Partie besaßen die Handballer aus der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts eine echte Chance. Zu schwach ihre Leistung, zu stark die ihrer Gäste. Man hatte den Spielern des TuS scheinbar noch nicht einmal den Zaubertrank von Miraculix in den Kaffee mischen müssen. Die Ansprache und das Vorleben der geforderten Elemente durch den neuen Trainer schienen ausgereicht zu haben, um jeden einzelnen Spieler und damit auch die ganze Mannschaft wieder in die Spur zu bringen.

 »Ich habe gehofft, dass wir so eine Leistung zeigen würden, aber selbstverständlich war das nicht gewesen, zumal Magdeburg die Chance auf Platz drei hatte«, erklärte ein sichtlich zufriedener Sead Hasanefendic nach dem Spiel. Dass der TuS N-Lübbecke zu einem Start-Ziel-Sieg in Magdeburg kommen würde, der auch über die gesamte Spielzeit nicht gefährdet war, hätten wohl nur die kühnsten Optimisten für möglich gehalten. »Wir waren im Tor, im Angriff und in der Abwehr präsent und haben in allen Bereichen gut gespielt. Die Mannschaft hat meine Hinweise angenommen, die Vorgaben erfüllt und immer die Ruhe bewahrt. Das war heute ein guter Grundstock für die nächste Zeit.« Auch Teammanager Zlatko Feric freute sich über den Trainer-Effekt. »Das war eine von Anfang an engagierte und hochkonzentrierte Vorstellung. Es war insgesamt eine sehr, sehr gute Leistung von unserer Mannschaft – da kann man nichts sagen.«

 Während die einen feierten, leckten die anderen am Tag nach der ersten Heimschlappe seit knapp einem halben Jahr die Wunden. »Bis zum Kiel-Spiel müssen wir wieder zu unseren alten Stärken finden. Hinten haben wir zu einfache Tore bekommen und vorn zuviele Chancen verschossen. So haben wir Nikola Blazicko zum Weltmeister gemacht«, ärgert sich Robert Weber auch über seine schon in der Anfangsphase vergebene Top-Chancen. Der Rechtsaußen: »Wir haben es nie geschafft, Lübbecke den Zahn zu ziehen. Vielmehr haben sie ihn uns mit ihrer cleveren Spielweise gezogen. Der TuS hat immer eine Antwort gefunden. Das ist ärgerlich. Aber wir müssen die Kirche im Dorf lassen. Es bringt nichts, die Nerven über Bord zu werfen. Die Köpfe hängen zu lassen, wäre genau das Falsche« In solchen Momenten tun Blessuren umso mehr weh. »Berti« Weber hatte sich bei einem Gegenstoß eine Fersenprellung zugezogen. »Ich habe Schmerzen. Auftreten geht momentan kaum. Mal schauen, was man machen kann.« Bedient war auch SCM-Trainer Geir Sveinsson: »Wir haben zuviele negative Dinge gemacht, haben es nie geschafft, unser Spiel zu spielen.«

 Den Lübbeckern kam's gerade recht. Durch den unerwarteten Auswärtscoup hat man sich im Abstiegskampf wichtige Luft verschafft. Zwar ist noch längst nicht aller Tage Abend, der Sieg sollte das zuletzt verloren gegangene Selbstvertrauen aber wieder derart steigern, dass nun das nächste Punktepaar am Ostersamstag daheim gegen Schlusslicht BBM Bietigheim folgt. Dann wäre man erst mal aus dem Gröbsten raus und würde die kommenden, absolut lösbaren Hausaufgaben gegen die HBW Balingen-Weilstetten, den Bergischen HC und den HC Erlangen nicht mehr duckmäuserisch, sondern mit breiter Brust angehen.

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