Fußball-Landesliga: TuS Tengern unterliegt dem SV Spexard in Unterzahl mit 1:2  »Unglaublich schlecht« 

Tengern (WB). »Die Enttäuschung ist groß, schließlich wollten wir einen Schritt nach vorne machen. Aber wir hatten es mit dieser unglaublich schlechten Leistung nicht verdient, etwas zu bekommen!« Deutliche Worte von Holm Hebestreit, der sich mit seinem TuS Tengern den Landesligazweiten SV Spexard mit 1:2 (1:0) geschlagen geben musste.

Von Volker Krusche
Christian Kulynycz scheitert an Spexards Torhüter Niklas Drücker. Der Abpraller kommt aber zu Daniel Koberstein, der das 1:0 erzielt.
Christian Kulynycz scheitert an Spexards Torhüter Niklas Drücker. Der Abpraller kommt aber zu Daniel Koberstein, der das 1:0 erzielt.

 Ein verdienter Erfolg der Gäste. Daran gab es keinen Zweifel. »Die Niederlage geht in Ordnung. Spexard war besser«, erwies sich auch TuS-Torhüter Alexander Fischer als fairer Verlierer. Der hatte Glück, dass er in der Nachspielzeit nicht vom Platz geflogen war. Der Keeper war mit nach vorne gegangen. Nach einem Ballverlust lief er dem enteilten Marco Gieseker hinterher und riss ihn mit einem Wrestlinggriff zu Boden. Eine klare Rote Karte. Doch Schiedsrichter Stefan Uphaus beließ es bei einer Verwarnung. Am Ergebnis hätte auch »Rot« wohl nichts geändert, dafür aber wäre die Nachwirkung alles andere als gut für die Kleeblätter gewesen. Die hatten das Spiel ohnehin nur zu Zehnt beenden dürfen, da Magnus Giersdorf gleich zwei Elfmeter verursachte und dafür nach 68 Minuten die Ampelkarte zu sehen bekam. »Das alles war sinnbildlich für unser Spiel«, fasste Trainer Hebestreit zusammen. »Wir haben uns gerade bei unseren Gegentoren dumm angestellt!«

 In der ersten Halbzeit spielte eigentlich nur eine Mannschaft – und das war die aus Spexard. Das lag aber in erster Linie an der Schwäche der Hausherren, die es kaum einmal zustande brachten, dass der erste Ball beim Mitspieler ankam. Irgendwie bekam Tengern von der ersten Minute an keinen Zugriff auf den Gegner. Auch, weil der ungemein giftig wirkte und den TuS schon weit in dessen Hälfte aggressiv attackierte. »Spexard war frischer im Kopf, bekam 80 Prozent aller Bälle. Und am Ende gehen wir mit einem 1:0 in die Pause«, wusste Hebestreit nicht, bei welcher höheren Macht er sich für dieses Ergebnis zu bedanken hatte. Den ersten Aufreger – und davon hielt die Partie einige bereit – gab es nach zehn Minuten, als Marco Gieseker enteilt war, zu Fall kam, die Pfeife des Unparteiischen aber stumm blieb. Auf der anderen Seite sorgte Christian Kulynycz für die erste erwähnenswerte Aktion der Gastgeber, setzte einen 22m-Freistoß allerdings in die Mauer (22.). Zwei Minuten später verletzte sich Ahmet Tsingour nach einem Foul. Er schied nach einer halben Stunde aus. Zwei Minuten vor der Pause attackierte Magnus Giersdorf im Sechzehner Spexards Wirbelwind Philip Kunde. Elfmeter. Doch bei dem von Stefan Forthaus scharf und platziert geschossenen Strafstoß erwies sich Alex Fischer als Elfmetertöter, ahnte die Ecke und hielt den Ball. In der Nachspielzeit dann die überraschende TuS-Führung. Alex Knicker hatte ein tolles Solo hingelegt, den Ball zu Kulynycz gespitzelt. Der scheiterte aber an SVS-Torhüter Niklas Drücker. Allerdings kam der Abpraller zu Daniel Koberstein, der keine Mühe hatte, aus kurzer Distanz freistehend einzudrücken.

 In der Halbzeit stellte Trainer Hebestreit vom 4:4:2- auf ein 4:2:3:1-System um. Lukas Dorn kam für Yasin Köse und sollte das Zentrum besser in den Griff bekommen. Das klappte zunächst auch und Tengern war zu Beginn der zweiten Hälfte das agilere Team. Zunächst aber hatte man Glück, dass ein vermeintliches Foul an Gieseker nicht einen weiteren Strafstoß nach sich zog. Nach einer Stunde dann fast das 2:0, als sich Giersdorf schön auf rechts durchsetzte, den Ball zurücklegte, doch Kulynycz von der Strafraumgrenze aus per Flachschuss das Ziel knapp verfehlte. Besser machten es die Gäste in der 68. Minute. Erneut war Kunde in den Strafraum eingedrungen, erneut wurde er von Giersdorf gefoult, erneut gab es Elfmeter – und Gelb-Rot gegen den Tengeraner. Diesmal ließ sich Spexard die Chance nicht entgehen. Charbei Adullahat sorgte für das 1:1. Doch damit nicht genug. Der Gast erhöhte in Überzahl den Druck und kam in der 80. Minute zum 2:1. Kunde hatte gleich drei Tengerner stehen gelassen, den Ball zum freistehenden Ilja Nepke aufgelegt, der mit einen platzierten Schuss ins lange Eck für die Entscheidung sorgte.

TuS Tengern: Fischer; Kosecki, Teinert, Giersdorff, Grezgorczyk, Koberstein, Knicker, Tsingour (31. Gökcen), Akbas, Kulynycz, Köse (46. Dorn)

Tore: 1:0 (45+2) Koberstein, 1:1 (68.) Abdullahat, FE, 1:2 ( (80.) Nepke Bes.

Vorkommnisse: Fischer hält Foulelfmeter Forthaus (43.)

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