Dirk Beuchler: »So darf man sich nicht präsentieren«  Probleme mit schnellem Spiel 

Kassel/Lübbecke (WB). Handball-Bundesligist TuS N-Lübbecke wurde beim 23:32 in Melsungen einmal mehr deutlich vor Augen geführt, dass man sich in dieser ausgeglichenen Liga keine Phasen mit schwachen Würfen und einfachen Ballverlusten leisten darf. Das führt in der Regel gleich zu klaren Rückständen.

Von Volker Krusche
Da geht der Weg doch lang, scheint der verletzte Jens Schöngarth seinen Teamkollegen Christian Dissinger und Tim Remer zu zeigen.
Da geht der Weg doch lang, scheint der verletzte Jens Schöngarth seinen Teamkollegen Christian Dissinger und Tim Remer zu zeigen.

 »So darf man sich nicht präsentieren«, ärgerte sich Dirk Beuchler. Linksaußen Maximilian Schubert pflichtete ihm bei: »Das war gar nichts. Wir haben viel zu schlecht abgeschlossen und sind dafür bestraft worden.«

 Dabei hatte die Partie in Kassel so viel versprechend begonnen, was auch der Trainer feststellte: »Wir sind gut ins Spiel gekommen. Melsungen war nicht ganz auf der Höhe, aber wir haben es verpasst, das in eine deutlichere Führung umzumünzen. Danach ging die Partie hin und her, bevor die MT in den letzten Minuten zur Pause wegziehen konnte. Wir hatten viele Probleme mit dem schnellen Spiel. Vor allem nach dem Rückwechseln von Frank Løke hat hinten oft für kurze Zeit die Zuordnung gefehlt. Das war eine Vorentscheidung.« In der zweiten Hälfte habe Melsungen dann das gespielt, was sie könnten. »Bei besserer Chancenauswertung hätte das Spiel dennoch enger ausgehen können.« Sein Blick ging aber sofort nach vorne. »Jetzt stehen wir vor dem leichtesten Spiel der Saison, gegen Kiel, bevor es dann in die wichtigen Spiele gegen direkte Konkurrenten geht.«

Kein Spieler mit Normalform

 »Wir sind sehr zufrieden mit dem Sieg, weil wir umgesetzt haben, was wir vorher besprochen hatten. Speziell gegen den starken Rückraum von Lübbecke. Auch wenn wir am Anfang den Zugriff noch nicht richtig gefunden haben, aber nach der Auszeit wurde das besser. Da haben wir dann auch in der Abwehr mehr Bälle gewonnen und sind ins schnelle Spiel gekommen. Am Ende war es ein klarer Erfolg, was uns wichtig war«, freute sich Melsungens Coach Michael Roth nach dem zweiten Sieg in den letzten elf Duellen mit den Lübbeckern. »Man hat gemerkt, dass die ganzen Abläufe in der Mannschaft nach der Trainingswoche, die wir vor dem Spiel gegen Balatonfüredi hatten, besser geworden sind. Jetzt können wir in Schweden alles klar machen für das Viertelfinale im EHF-Cup, so dass wir im letzten Gruppenspiel psychologisch freier sind. Danach fahren wir in der Liga zu zwei Aufsteigern.«

 Bis auf Torhüter Malte Semisch, der nach 18 Minuten für den unglücklichen Nikola Blazicko zwischen die Pfosten ging und im zweiten Abschnitt eine weitaus deutlichere Niederlage verhinderte, konnte keinem Spieler nach dem Schlusspfiff Normalform attestiert werden – zumindest nicht für den Zeitpunkt ab der 15. Minute. Lübbecke hat nach wie vor zu viele Schwankungen in seinem Spiel. Das war nach der Pause in Hamburg und Flensburg so, das bekam das Team in der Schlussphase daheim gegen Wetzlar zu spüren und das traf auch nach der Melsunger Auszeit bei der Lübbecker 9:7-Führung zu. Gerade der Rückraum wirkt, als ob er dem Druck nicht gewachsen wäre. Drago Vukovic und Christian Dissinger begannen stark, tauchten nach dem Wechsel aber fast völlig ab und glänzten nur durch Fehlwürfe und technische Fehler. Niclas Pieczkowski wies zwar keine große Fehlerquote auf, konnte aber auch keine großartigen Akzente setzen. Neuzugang Vuko Borozan wirkte bei vier Fahrkarten überfordert. Und Gabor Langhans offenbarte mehr Schatten als Licht. Für seine fünf Treffer benötigte er 15 Würfe – wahrlich keine optimale Quote. Jens Schöngarth wird, das zeigte auch diese Partie, an allen Ecken und Enden vermisst. Aber es fehlen nicht nur seine einfachen Tore, sondern auch seine Spielanteile, die Kollege Langhans Zeit zum Durchatmen und Körnersparen beschert.

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