Handball-Bundesliga: Christian Klimek hat Glück im Unglück – »nur« Bänderzerrung  »Auf einmal Tschüss!« 

Lübbecke (WB). Die beste Nachricht ereilte Dirk Beuchler während der turnusmäßigen Pressekonferenz. Christian Klimek hat keinen Innenbandriss im Knie erlitten, sondern »nur« eine Bänderzerrung. Er fällt zwar am Samstag gegen Wetzlar aus, könnte in Melsungen in einer Woche bei gutem Heilungsverlauf aber schon wieder dabei sein.

Von Volker Krusche
Christian Klimek erlitt im Training eine Bänderzerrung im Knie und fällt gegen Wetzlar definitiv aus.
Christian Klimek erlitt im Training eine Bänderzerrung im Knie und fällt gegen Wetzlar definitiv aus.

 Der junge Kreisläufer von Handball-Bundesligist TuS N-Lübbecke ist das Verletzungspech in dieser Saison treu geblieben. Erst hatte er gravierende Rückenprobleme, nun fiel ihm im Abschlusstraining für das Spiel in Flensburg Christian Dissinger unglücklich aufs Knie. Nach einer MRT-Untersuchung und Rücksprache mit dem Arzt kam gestern die Entwarnung: kein Riss – sondern eine Innenbandzerrung. Zudem scheint sich etwas Wasser in Knie gebildet zu haben. »Christian ist erst einmal bis Ende nächster Woche krankgeschrieben. Zum Glück ist es kein Riss oder ein Schaden am Meniskus«, atmet Trainer Dirk Beuchler leicht durch. »Wir werden abwarten, wie schnell es besser wird. Ich würde mir wünschen, dass er beim nächsten Auswärtsspiel wieder dabei ist.«

 Da der Mannschaftsbus erst am Donnerstag um 1.30 Uhr wieder in Lübbecke ankam, verzichtete Beuchler gestern auf ein intensives Training. »Einige Spieler mussten lange spielen. Mit Blick auf Wetzlar am Samstag geht es in erster Linie darum, dass wir die Frische zurückbekommen.« Gut tun wird das besonders auch Neuzugang Vuko Borozan. Der war nach einer Nacht mit Durchfall vor der Reise nach Flensburg ziemlich entkräftet. Beuchler: »Kein Wunder, wenn man bis fünf Uhr auf der Toilette hockt.« Das war auch der Grund, warum er nur einen Kurzeinsatz erhielt.

Beuchler 40 Minuten lang zufrieden

 Mit der Leistung seiner Mannschaft war Beuchler zumindest knapp 40 Minuten lang absolut zufrieden. »Da haben wir uns sehr ordentlich präsentiert. Die Mannschaft hängt sich voll rein, zeigt, dass sie unbedingt will. Aber dann bestraft sie sich selbst, weil wir ein paar Minuten lang schwächer abschließen oder uns dumme technischer Fehler erlauben. Und eine Mannschaft wie Flensburg bestraft das natürlich sofort durch eiskalte Konter.« Natürlich sei es zu wenig, wenn man zwischen der 38. und 51. Minute ganze zwei Tore erziele. »Damit kann man kein Spiel gewinnen.«

 Drago Vukovic, der zuletzt selbst sehr schwankend in seiner Leistung war, hat keine Erklärung dafür, dass man sowohl in Hamburg als auch in Flensburg nach starker erster Hälfte plötzlich die Zügel aus der Hand gibt. »Keine Ahnung. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass jeder alles gibt, damit wir da unten raus kommen. Wir verlieren in den entscheidenden Phasen einfach zu leicht den Ball. Sei es durch falsche Wurfentscheidungen, unplatzierte Würfe oder technische Fehler. Schon im vergangenen Jahr sind uns Dinge passiert, die nicht zu erklären sind. Da schlagen wir die Topteams und verlieren dann daheim gegen die Absteiger. Wie kann so was passieren? Auch darauf hatte ich keine Antwort.« In der Pause herrschte in Flensburg Zufriedenheit ob der eigenen Leistung. »Dann gehen wir raus, spielen ein paar Minuten und auf einmal Tschüss!« Man habe untereinander zuletzt sehr viel gesprochen, auch gemeinsam mit dem Trainer. »Es ist jedem von uns klar, in welcher Situation wir uns befinden und was man von uns erwartet.« Im Hinblick auf die Partie am Samstag gegen die HSG Wetzlar betont »Vuk«, dass inzwischen ein sehr großer Druck auf der Mannschaft laste. »Ich kann nur versprechen, dass wir alles geben. Jeder erwartet von uns einen Sieg. Dazu muss es vorn aber besser werden, denn die letzten Spiele haben wir nicht in der Abwehr, sondern eindeutig im Angriff verloren.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.