1. Handball-Bundesliga: TuS N-Lübbecke bricht nach dem 17:18 ein und verliert in Flensburg 21:25  Drei Minuten machen alles kaputt 

Flensburg/Lübbecke (WB). Hamburg lässt grüßen. Wie schon vor einer Woche an der Alster lieferte Handball-Bundesligist TuS N-Lübbecke auch bei der SG Flensburg-Handewitt eine gute erste Halbzeit ab, brach dann aber im zweiten Abschnitt erneut ein und verlor mit 21:25 (13:13).

Von Volker Krusche
Was blieb, war immer wieder hinter sich zu greifen. Allerdings lag es weder an Malte Semisch noch an Nikola Blazicko, dass das Spiel verloren wurde.
Was blieb, war immer wieder hinter sich zu greifen. Allerdings lag es weder an Malte Semisch noch an Nikola Blazicko, dass das Spiel verloren wurde.

 Wahrscheinlich war es noch nie so einfach an der Förde die Punkte zu entführen, wie am gestrigen Abend. Immerhin fehlten den Hausherren sieben Spieler – einer saß angeschlagen auf der Bank. Aber es blieb dabei: im Norden ist für den TuS nicht zu holen – 25. Gastspiel in Flensburg, 25. Niederlage!

 Obwohl er gegen Hamburg gut getroffen hatte, gab Dirk Beuchler seiner normalen, eingespielten Formation im Rückraum den Vorzug und beließ Vuko Borozan auf der Ban. Dafür nahm Niclas Pieczkowski die Mittelposition ein, Drago Vukovic spielte auf Halblinks. Und der TuS kam gut ins Spiel, legte durch Frank Løke (der aufgrund des Fehlens von Christian Klimek einziger Kreisläufer war) und zwei Vukovic-Teffern jeweils vor und behauptete die Führung bis zum 4:3. Dann aber häuften sich die Fehler aus dem Rückraum. Pieczkowsi, der zuvor schon zwei unglückliche Aktionen hatte, scheiterte an Matthias Andersson, Langhans fand auch im Flensburger Keeper seinen Meister und Drago Vukovic leistete sich gleich drei Fehlwürfe. Nur gut, dass die ersatzgeschwächten Hausherren ebenfalls Sand im Getriebe hatten.

Blazicko im ersten Abschnitt stark

Einzig die beiden »Halben«, Drasko Nenadic und Johan Jakobsson, stellten die TuS-Abwehr, die sich im ersten Abschnitt auf Nikola Blazicko zwischen den Pfosten verlassen konnte, zunächst vor Probleme. Da die Lübbecker bis zur 20. Minute aber nur sieben ihrer 19 Angriffsaktionen nutzten, spielte man den Vranjes-Mannen damit natürlich in die Karten. Flensburg setzte sich auf 10:7 und nach dem 10:9 auf 12:9 ab. Doch die Gäste wirkten in dieser Phase weiter bissig und wurden für ihren Einsatz belohnt. Christian Dissinger, der mit einem Stürmerfoul in die Partie gestartet war, traf zum 11:12. Und als der als Spielmacher bei den Nordlichtern eingesetzte Co-Trainer Maik Machulla sich in der Folge seinen fünften Ballverlust leistete, schloss Dissinger eine Sekunde vor dem Pausensignal einen Konter zum 13:13-Ausgleich ab.

 Nach Wiederanpfiff leistete sich Lübbecke gleich drei Fehlwürfe, wurde dafür aber (noch) nicht bestraft – Gabor Langhans traf zum 15:15. Doch wer sich nach dem Seitenwechsel bis zur 55. Minute fast völlig von der Platte verabschiedet, der muss eigentlich damit rechnen, trotz des guten Halbzeitresultats noch mit einer herben Packung nach Hause fahren zu müssen. Bis fünf Minuten vor Spielende erzielten die Lübbecker magere vier Tore, leisteten sich in dieser Phase aber 13 Fehlwürfe und drei technische Fehler. Damit kann kein Team der Welt was reißen. Nur gut, dass man den Hausherren anmerkte, dass sie in dieser Zusammensetzung auch ihre Probleme hatten. Sonst wäre aus dem 18:17 (43.) wohl ein sehr viel deutlicheres Endergebnis geworden. Ein enttäuschender Rückraum ermöglichte es der SG, sich binnen drei Minuten auf 22:17 abzusetzen und damit alle Zeichen auf Sieg zu stellen. Der TuS blieb zwölf Minuten ohne Tor und durfte glücklich sein, dass Flensburg nach dem Fünf-Tore-Polster binnen elf Minuten auch nur ein Treffer gelang. So war aus Sicht der Gäste am Ende zumindest das Ergebnis achtbar. Nun muss gegen Wetzlar aber über die 60 Minuten eine konstante Leistung her.

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