Verbandstag des Westfälischen Tennis-Verbandes: Konzept diskutiert – Satzung verabschiedet  Silberne Ehrennadel für Schulte 

Kamen/Altkreis Lübbecke (WB). Es gibt sicherlich Daten, die man sich merken sollte. So den 24. April 1947, als sich in Bielefeld der Westfälische Tennis-Verband (WTV) gegründet hat. Heute, fast 68 Jahre später, ist der 21. Februar 2015 sicherlich ein solcher Termin, der in die Geschichte des Verbandes eingehen kann.

Auf dem Verbandstag des Westfälischen Tennis-Verbandes in Kamen wurden mit der Silbernen Ehrennadel ausgezeichnet (von links): Gerd Schobert (Ruderclub Hamm), Klaus Siekmann (TC Gerthe), Ralf Weiß (TC Metelen), Jan-Bern Pernhorst (Rot-Weiß Nordkirchen), Franz Nienhaus (TC Metelen), Wilfried Klauer (Schwarz-Gelb Hagen) und Friedel Schulte (TV Espelkamp).
Auf dem Verbandstag des Westfälischen Tennis-Verbandes in Kamen wurden mit der Silbernen Ehrennadel ausgezeichnet (von links): Gerd Schobert (Ruderclub Hamm), Klaus Siekmann (TC Gerthe), Ralf Weiß (TC Metelen), Jan-Bern Pernhorst (Rot-Weiß Nordkirchen), Franz Nienhaus (TC Metelen), Wilfried Klauer (Schwarz-Gelb Hagen) und Friedel Schulte (TV Espelkamp).

 Ob das so sein wird, werden später andere zu beurteilen haben. An diesem regnerischen Samstag hatte der WTV zu seinem ordentlichen Verbandstag ins Landeszeitungszentrum geladen, zudem 102 Vereine (mit 416 Stimmen) erschienen waren, denn neben den üblichen Regularien, die ein Verband abzuwickeln hat, stand Grundsätzliches auf der Tagesordnung.

Vor zwei Jahren hatte sich das Präsidium unter Leitung seines Präsidenten Robert Hampe die Frage gestellt »Wo steht der Verband im Jahr 2020.« Da diese Frage nicht aus dem Stand zu beantworten war, entschied man sich, diese Zukunftsfragen offensiv und intensiv anzugehen. Nicht abstrakt und philosophisch, sondern basisorientiert und gemeinschaftlich. Federführend beauftragt wurde damit die Diplom-Sportwissenschaftlerin von der Führungsakademie des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Veronika Rücker, die gemeinsam mit den Vereinen, Kreisen und Bezirken die Ziele des Verbandes in einer Lenkungs- und einer Projektgruppe diskutierte.

Einheitliches Spielsystem

»Es waren spannende Auseinandersetzungen«, so Rücker, »denn es wurde so manche erste Idee, wie zum Beispiel die Auflösung der Bezirksebene, wieder verworfen, weil sie sich als falsch erwiesen hat.« So wurden zunächst übergreifende strategische Verbandsziele erarbeitet, die sich damit beschäftigten, wie sich zum Beispiel der WTV in fünf Jahren als Unterstützer der Vereine sieht, wie die Jugend- und Nachwuchsarbeit aussehen soll, und wie der Verband als Impulsgeber die Entwicklung im Tennissport angehen will.

Ein weiteres zentrales Thema ist die Schaffung eines einheitlichen Spielsystems, denn in den vier Bezirken gibt es bis dato keine vergleichbare sportliche Systematik. Insofern soll, dies betonte Robert Hampe noch einmal ausdrücklich, nichts von jetzt auf gleich umgesetzt werden, sondern nur in Abstimmung mit den Gremien bis 2020 als Handlungskonzepte umsetzen werden. Hier geht es sportlich darum, den Turnier- und Wettspielbetrieb zu einer tragenden Verbandssäule zu entwickeln, den Vereinsservice zu stärken und die Sportentwicklung angesichts veränderter gesellschafts- und schulpolitischer Rahmenbedingungen neu auf den Weg zu bringen.

 Diese Analyse warf unter anderem die Frage auf: Kann man dies mit den vorhandenen Verbandsstrukturen schaffen? Die Folge war, dass man sich mit der aktuellen Organisationsstruktur auseinandersetzte und man festgestellt hat, die Kreise und Bezirke haben eine hohe »Uneinheitlichkeit«. Insofern war die Vorgabe, die Prüfung alternativer Modelle, mit dem Ziel, eine Verschlankung auf Kreis- und Bezirksebene zu entwickeln. Heraus kam, dass der Bezirk künftig mit Koordinatoren in den Kreisen arbeiten wird, die den Spielbetrieb zu organisieren haben.

Diskussion über Zukunft des Verbands

 Eine breitangelegte Diskussion auf dem Verbandstag war von der Bereitschaft geprägt, tatsächlich den Verband zukunftsfähig zu machen. Von daher hat Veronika Rücker, die auch den weiteren Reformprozess des WTV begleiten wird, sozusagen das Terrain geschaffen, die Vorschläge in eine neue Satzung einzubinden. Die wesentlichsten Veränderungen bestehen darin, dass es künftig keinen geschäftsführenden WTV-Vorstand mehr gibt, sondern das gesamte Präsidium die Führung des Verbands vertritt. »Eine Satzung ist ein lebendiges Werk«, sagt Golo Busch, »und was sich in den nächsten Jahren als nicht sinnvoll erachtet, können wir auch wieder ändern. Die Zukunft wird zeigen, wie sinnvoll sich damit arbeiten lässt.« Die Satzung wurde mit 395 Stimmen angenommen, nur elf Stimmenthaltungen wurden gezählt.

 Ein fester und wichtiger Bestandteil auf Verbandstagen sind Ehrungen, so auch diesmal. Insgesamt wurden beim ordentlichen Verbandstag des Westfälischen Tennis-Verbandes zehn Ehrennadeln vergeben, davon eine silberne an Friedel Schulte vom TV Espelkamp-Mittwald.

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