1. Handball-Bundesliga: TuS N-Lübbecke verliert nach 5:1 und 20:31 mit 26:34 in Hamburg  »Wenig Disziplin und Geduld« 

Hamburg/Lübbecke (WB). Handball-Bundesligist TuS N-Lübbecke hat den erträumten Befreiungsschlag verpasst. Die Niederlage gegen den HSV Handball Hamburg war sicherlich kein Beinbruch, in seiner Deutlichkeit war das 26:34 (12:14) allerdings nicht erwartet worden.

Von Volker Krusche
Vuko Borozan zeigte in Hamburg auf, über welches Potenzial er verfügt. Sieben Tore gingen auf sein Konto.
Vuko Borozan zeigte in Hamburg auf, über welches Potenzial er verfügt. Sieben Tore gingen auf sein Konto.

 Nach dem mageren Remis in der Vorwoche daheim gegen die TSV Hannover-Burgdorf war jedem TuS-Fans mit Blick auf den Spielplan bewusst, dass die kommenden Spiele noch einmal eine Belastung des Nervenkostüms werden könnten, an deren Ende die Abstiegsgefahr das Geschehen bestimmen würde. Danach aber würden die vier, fünf Heimspiele gegen Teams aus der unteren Region folgen, in denen dann die so wichtigen Punkte eingesammelt werden sollen.

 Der Blick in die Tabelle verdeutlicht, dass man aktuell nur noch ein Polster von drei Punkten auf die Abstiegsränge besitzt. Das könnte – das dürfte jedem klar sein – schnell aufgebraucht sein. So gesehen wäre ein doppelter Punktgewinn an der Alster ungemein wertvoll gewesen. Möglich erschien das auf jeden Fall, denn die Hamburger hatten sich zuletzt wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Und als ob man das auch spüren würde, geriet der HSV gegen die Mannen von Dirk Beuchler auch gleich deutlich in Rückstand. Seit dem 29. November wartet der TuS auf einen Sieg. War das schnelle 5:1 nach neun Minuten ein möglicher Fingerzeig, dass es endlich wieder mit einem Erfolg klappen würde? Zumindest waren die Rothemden auf einem guten Weg. Auch, weil Neuzugang Vuko Borozan, der vom Trainer den Vorzug vor dem zuletzt enttäuschenden Christian Dissinger erhalten hatte, seine Wurfgewalt und Treffsicherheit unter Beweis stellte. Am Ende sollte der Youngster mit sieben Treffern bester Lübbecker Werfer werden.

 Wer aber nun glaubte, dass es so erfolgreich bei den Gästen weitergehen würde, der sah sich getäuscht. Gabor Langhans fand zunächst überhaupt nicht ins Spiel und scheiterte in der Folgezeit gleich dreimal an »Jogi« Bitter. Beim 6:6 hatte Hamburg den Rückstand wettgemacht, beim 9:8 (19.) gingen die Hausherren erstmals selbst in Führung. Beuchler reagierte, nahm Linkshänder Langhans aus dem Spiel und agierte mit einem gegenüber der Partie gegen Hannover deutliche formverbesserten Rechtshänder Drago Vukovic im rechten Rückraum. Das Duo Borozan/Vukovic allein reichte aber nicht, um den HSV aufzuhalten. Vom Kreis kam erneut nichts, die Außen waren bei ihren Hamburger Gegenübern gut aufgehoben. So war das Pendel beim Pausenpfiff leicht in Richtung der Gastgeber ausgeschlagen.

 Nach Wiederbeginn war es erneut der unglücklich spielende Langhans, der sich zunächst einen Fehlpass erlaubte und wenig später nur den Pfosten traf. Hamburg nutzte die Lübbecker Fehler nun konsequent und setzte sich binnen sechs Minuten vorentscheidend auf 18:12 ab. Der HSV hatte sich jetzt die nötige Sicherheit erworben – und das ließen die Mannen von Jens Häusler ihre Gegenüber auch sofort spüren. Kontinuierlich setzten sich die Gastgeber nun ab und lagen fünf Minuten vor Spielende beim 31:20 sogar schon mit sage und schreibe elf Toren in Front. Da blieb Dirk Beuchler nach Spielende nur der Trost, »dass wir froh sein können, das Resultat letztlich im einstelligen Bereich gehalten zu haben.« Allerdings ärgerte sich der Coach auch über den Einstieg in die zweite Hälfte: »Der Knackpunkt war direkt die Phase nach Wiederanpfiff. Da haben wir wenig Disziplin und Geduld an den Tag gelegt und wurden vom HSV ausgekontert. Es ist absolut ärgerlich, wenn man so schnell den Faden verliert, obwohl wir in der ersten Halbzeit noch dran waren.«

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