Männer-Handball-Verbandsliga: HSG Hüllhorst nur 21:21 nach 13:5-Führung  Heiligabend im Januar 

Hüllhorst/Bielefeld-Jöllenbeck (WB). Genau elf Monate vor Heiligabend in diesem Jahr hat sich in der Männer-Handball-Verbandsliga die HSG Hüllhorst offensichtlich schon wieder in Geschenklaune befunden. Beim stark abstigsgefährdeten TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck II jedenfalls durfen sich die Gastgeber beim 21:21 als Weihnachtsbescherter fühlen.

Von Wolfgang Sprentzel
So frei, wie hier Jan-Philipp Meyer in der ersten Halbzeit kam die HSG in Durchgang zwei nicht mehr zum Wurf.
So frei, wie hier Jan-Philipp Meyer in der ersten Halbzeit kam die HSG in Durchgang zwei nicht mehr zum Wurf.

 Denn nachdem 25 Minuten in der Realschulhalle in Jöllenbeck gespielt waren, deutete alles nicht nur auf einen normalen Sieg der HSG Hüllhorst hin, sondern sogar auf einen Kantersieg. Denn zu diesem Zeitpunkt lag die HSG, uneinholbar scheinend, mit 13:5 in Führung. Uneinholbar scheinend aus gutem Grund. Denn die Hausherren übertrafen sich nahezu selbst im Auslassen von Chancen, machten Fehler, schossen Fahrkarten. Das 13:5 war ein deutlicher Ausdruck der zu diesem Zeitpunkt herrschenden Überlegenheit der Gäste, die freilich selbst auch noch so manche gute Gelegenheit liegen ließen. Was zu diesem Zeitpunkt noch niemanden beunruhigte. Doch schon zwei Minuten später sah sich HSG-Trainer Andre Torge dazu gezwungen, selbst die grüne Karte auf den Zeitnehmertisch zu legen. Die Linie im Angriff war ihm verloren gegangen. Doch wenden konnte er das Blatt bis zur Pause nicht mehr. Der Anfang vom Ende. Die Gastgeber kamen noch zum 8:13 und vor allem nach der Pause mit dem festen Willen wieder aus der Kabine zurück, das Spiel noch zu drehen.

HSG fand keine Mittel

 Und plötzlich fand der Angriff der HSG kein Mittel mehr, um die anfangs noch löchrige Jöllenbecker 3:2:1-Abwehr zu knacken. Das alte Leiden. Viel hin und her, mutlos. Zudem erlaubte sich die Abwehr jetzt Fehler, die nur mit Zwei-Minuten-trächtigen Fouls ausgebügelt werden konnten. Und plötzlich fand sich die HSG nur noch mit vier Feldspielern auf der Platte. Nach nicht einmal sechs Minuten hatten die Gastgeber auf 11:13 verkürzt. Erst Nils van Zütphen brach wieder den Bann, traf zum 14:11. Beim 16:12 und 17:13 betrug der Vorsprung sogar wieder vier Treffer. Eine trügerische Sicherheit. Es gelang vorn immer weniger. Trainer Andre Torge: »Unser Problem liegt eben im Angriff. Da fehlt mir zu oft der Wille zum Tor.«

 Und mit Hektik und Angsthasen-handball lässt sich eben kein Sieg erzwingen. Das kleine Polster schmolz immer mehr zusammen. Und hätte nicht Dennis Specht zwischen den Pfosten noch ein paar Hundertprozentige – unter anderem auch ein Strafwurf – entschärft, nicht einmal einen Punkt hätte die HSG mitnehmen können. Auf den deutete alles schon hin, als die Gastgeber erstmals wieder in der 57. Minute zum 19:19 ausgleichen konnten. In Führung aber ging Jöllenbeck nicht mehr. Dafür sorgte einmal Nils van Zütphen zum 20:19 und dann Götz Klasen von Außen zum 21:20. Noch 40 Sekunden waren zu spielen, als Jöllenbeck das 21.21 gelang. 40 fast dramatische Sekunden. Denn erst erkannten die beiden Unparteiischen bei einer Aktion Arne Halstenbergs auf Stürmerfoul, dann zeigten sie ihm auch noch, weil er diese Entscheidung kommentiert hatte, eine Zwei-Minuten-Strafe an. Noch drei Sekunden. Auszeit der Gastgeber und bei Wiederanpfiff trotz HSG-Unterzahl eine Manndeckung, um einen genauen Pass zu verhindern. Freiwurf aus der Hälfte der Gastgeber. Torhüter Christian Trittin führte aus, warf den langen Pass auf die Rechtsaußen-Position. Doch zu lang. Der Ball landete im Aus! Aus! Wenigstens ein Punkt. Andre Torge: »Wenn man den Spielverlauf sieht, sicherlich ärgerlich. Aber wieder nur 21 Tore. Das ist zu wenig. Ändern können wir das nur, wenn wir mal wieder komplett trainieren können.«HSG Hüllhorst:Specht, Schnute; Grote, Fischer, Bartsch (1), Budde, Halstenberg (8/2), Blomenkamp (2), van Zütphen (4), Klasen (1), Depping (3), Heidenreich (1), Meyer (1)

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