Spieler von der Derby-Atmosphäre begeistert – Beide Trainer mit Punkt zufrieden  Tolle Stimmung 

Lübbecke (WB). Bei einem Unentschieden wird oft auf beiden Seiten viel nachgedacht. Haben wir einen Punkt gewonnen, oder haben wir einen verloren? Ist das Ergebnis gerecht, oder hätten doch eigentlich »wir« gewinnen müssen?

Von Wolfgang Sprentzel
"Seid umschlungen, Millionen" oder "Pfeift endlich mal Zeitspiel!"? TuS-Trainer Dirk Beuchler in der Schlussphase gegen den TBV.
"Seid umschlungen, Millionen" oder "Pfeift endlich mal Zeitspiel!"? TuS-Trainer Dirk Beuchler in der Schlussphase gegen den TBV.

 In diese Richtung sind auch am Tag vor dem Heiligen Abend, als sich der TuS N-Lübbecke und der TBV Lemgo im Ostwestfalenderby mit 35:35 (16:18) getrennt hatten , die Kommentare gegangen.

 Die meisten der insgesamt 3050 Zuschauer empfanden das Endergebnis als eher gerecht. Das Paradoxon: Auch wenn jede der beiden Mannschaften den Sieg verdient gehabt hätte – einen Verlierer hatte die Partie dann doch nicht verdient gehabt.

 Der TBV Lemgo nicht, weil er zwischenzeitlich die Führung der Gastgeber in eine eigene umgemünzt hatte, diese dann wieder hergegeben und am Ende mit 35:34 geführt hatte. Der TuS N-Lübbecke nicht, weil er eben jenes 34:35 doch noch eben wettmachen konnte. Und so gingen denn auch die Stimmen der Protagonisten durchaus auch in eine Richtung. Auch wenn der eine oder andere dabei direkt nach dem Spiel noch mühsam nach Worten suchen musste, um seine Empfingen in Sätze zu kleiden. Wie beispielsweise TuS-Torhüter Malte Semisch, der nach seiner Einwechslung nach anfänglichen Schwierigkeiten mit seinen Paraden dafür sorgte, dass der Gastgeber aus dem Rückstand einen Vorsprung machte. Semisch: »Ich weiß so direkt nach dem Spiel überhaupt nicht, was ich sagen soll. Das war so ein emotionales Spiel. Das war ein Auf und Ab. Mal haben wir drei Tore geführt, dann lagen wir wieder zurück und dann am Ende das Remis. Das war ein unglaubliches Spiel!«

 Überwältigt auch sein Torhüter-Kollege und TuS-Kapitän Nikola Blazicko. Der bekam nur heraus: »Das ist Kopfsache! Das ist alles reine Kopfsache!«

 Das mag sicher auch Finn Lemke vom TBV Lemgo gedacht haben, der erklärte: »Bis zur Halbzeit haben wir mit zwei Toren geführt. Da konnten wir annähernd zufrieden sein. Später lagen wir wieder drei zurück, daher sind wir am Ende mit dem Punkt schon zufrieden. Wir brauchen für unseren Abstiegskampf schließlich jeden Punkt!«

Bechtloff ganz angetan

Das sieht auch Jens Bechtloff so. Der TBV-Linksaußen, der in der kommenden Saison das rot-schwarze Trikot überstreift, war begeistert von der Atmosphäre in der Merkur-Arena. »Das war eine tolle Stimmung. Das hat richtig Spaß gemacht. Und am Ende war der Ausgang wohl gerecht für beide Seiten. Schließlich hätte es nach beiden Seiten kippen können. Uns hilft im Kampf gegen den Abstieg schon jeder Punkt!«

Schöngarth ist platt

TuS-Torjäger Jens Schöngarth, der dem TuS-Spiel mit seinen neun Toren zweifelsohne den Stempel aufdrückte, stellte fest: »Wir kriechen alle schon auf dem Zahnfleisch. Mit nur sieben Spielern hatten wir nicht viel Wechsel-Möglichkeiten, der TBV dagegen schon. Aber wir haben alles reingehaun, was wir hatten und von daher ist das 35:35 ein Riesenerfolg für uns. Das ging doch Spitz auf Knopf zu. Gut, dass Vuk noch mal wiederkam. Er ist so wichtig für uns.«

 Das hatte natürlich auch Trainer Dirk Beuchler so gesehen: »Ohne Drago hatten wir leichte Abstimmungsprobleme. Kompliment an Vuk. Der hat sich trotz der Augenprobleme (Timm Schneider hatte ihn unglücklich getroffen. Anm. d. Red.) durchgebissen. In der Halle war richtig gute Stimmung. So eine volle Halle müssten wir immer haben. Aber das sind eben die Derbys mit den kurzen Wegen. GWD Minden und der TBV Lemgo müssen daher auch drin bleiben. Gut, dass jetzt Pause ist. Das tut uns allen gut.«

Kehrmann lobt die Abwehr

Sein Gegenüber Florian Kehrmann war mit dem Punkt schon zufrieden. Wir konnten genau so gut gewinnen wie verlieren. Ich bin natürlich riesig glücklich, dass ich weiter ungeschlagen bin als Trainer. Lübbecke hat eine gute Reaktion auf das GWD-Spiel gezeigt, das ich gesehen hatte. In Minden hat der TuS wirklich nicht gut gespielt. Ich hatte fest geglaubt, dass wir unsere Chance bekommen, wenn wir die Vorgaben einhalten. Bis zur Pause haben wir dann geführt, später, als Malte Semisch zwischen den Pfosten stand, haben wir ein paar Chancen liegen gelassen. Und in der 50. Minute hatte ich schon die Befürchtung, dass es nicht reichen wird. Doch in den letzten zehn Minuten haben wir überragend gedeckt und den TuS zu leichten Fehlern gezwungen.«

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