64. Derby: TuS N-Lübbecke enttäuscht beim verdienten 27:29 in Minden  Vukovic – und sonst nichts! 

Minden (WB). »Sorry Jungs, aber in Minden gibt's für Euch keine Geschenke!« Vollmundig kündigte Handball-Bundesligist GWD Minden Nachbar TuS N-Lübbecke in seinem Hallenheft an, was er im 64. Derby zu erwarten hatte. Und die Grün-Weißen ließen beim hochverdienten 29:27 (15:13) am Samstag den Worten auch Taten folgen.

Von Volker Krusche und Wolfgang Sprentzel
Freude und Frust: Während die Mindener jubeln, hockt Gabor Langhans wie ein Häuflein Elend auf dem Hosen- und Hallenboden.
Freude und Frust: Während die Mindener jubeln, hockt Gabor Langhans wie ein Häuflein Elend auf dem Hosen- und Hallenboden. Foto: Oliver Schwabe

Vor 4059 Zuschauern in der ausverkauften Mindener Kampa-Halle machten die Hausherren schnell deutlich, dass sie nicht gewillt waren, ihren Gästen die Punkte zu überlassen.

Lübbecke fand gegen die entschlossenen und von der ersten Minute an mit Leidenschaft kämpfenden Perkovac-Schützlinge überhaupt nicht in die Spur, verpennte den Start vollends und durfte sich trotz eines schnellen 1:5-Rückstandes (8.) freuen, dass GWD noch einige Hundertprozentige ausließ. Sonst wäre die Kluft zwischen beiden Kontrahenten, die sich ein faires Duell mit einigen zu einem Derby aber einfach gehörenden Nickeligkeiten lieferten, noch sehr viel größer gewesen.

So vergab Minden im ersten Abschnitt fünf klarste Chancen. Allerdings sollte sich das nicht rächen, weil der TuS, der im Gegensatz zu den Gastgebern (ohne Rambo, Kozlina, Bilbija und Südmeier) bis auf Ales Pajovic und Christian Dissinger komplett antreten konnte, bis auf Drago Vukovic einfach nicht das abrufen konnte, was in diesem Derby erforderlich war. »Vuk« war ein steter Unruheherd, war von GWD nie in den Griff zu bekommen und erzielte tolle elf Treffer. Doch ein Vukovic allein reichte am Samstag nicht. Die Unterschiede spiegelten sich aber nicht nur in der Anfangsphase wider, sie waren eigentlich fast über die komplette Spielzeit offensichtlich. Während Minden Herz, Kampf, Leidenschaft in die Waagschale warf und auch spielerisch viel zu bieten hatte, fehlte beim TuS der letzte Biss. Die Mannschaft war immer einen Tick langsamer in ihren Aktionen – sowohl auf den Beinen, als auch im Kopf. Kein Wunder also, dass Abpraller zumeist bei GWD landeten oder die Eins-gegen-Eins-Aktionen die Gäste zu oft nur als zweitenSieger sahen. Hinzu kam, dass bei Lübbecke keinerlei Spielfluss zu erkennen war. Abschlüsse – ob erfolgreich oder nicht – entsprangen zumeist nur Einzelaktionen. Aus dem Spiel heraus passierte herzlich wenig.

TuS in Hälfte eins noch gut bedient

So kam der TuS nach dem 3:7 zwar auf zwei Tore heran, es reichte aber nicht, um den Grün-Weißen richtig auf die Pelle zu rücken. Die beantworteten Gegentore stets mit eigenen Treffern und hätten gefühlt eigentlich deutlicher als nur mit 15:13 zum Empfang des Pausentees schreiten müssen. Das sah auch Lübbeckes Teammanager Zlatko Feric so: »Das Beste an der ersten Hälfte ist das Ergebnis!«

Doder und Niemeyer legen nach der Pause den Grundstein für den GWD-Sieg

Nach der Pause schaffte Gabor Langhans zwar umgehend den 14:15-Anschluss, doch die gemeinsam mit Torhüter Gerrie Eijlers überragenden Dalibor Doder und Arne Niemeyer sorgten mit jeweiligen Doppelpacks beim 19:14 für die erste Fünf-Tore-Führung der Hausherren. TuS-Trainer Dirk Beuchler zog nun alle Register, änderte die Abwehrtaktik mehrfach und schickte auch immer wieder anderes Personal auf das Parkett. Aber keine dieser Maßnahmen griff dauerhaft. Kurzfristig gab es zwar mal ein Aufflackern, doch das verpuffte Augenblicke später schon wieder. Erst in der Schlussphase, als bei den unermüdlich rackernden Mindenern Kraft und Konzentration nachließen, eröffnete sich für die Beuchler-Mannen noch eine Minichance auf ein gutes Ende. Zunächst verkürzten Schöngarth und Vukovic das 19:24 auf 21:24 (50.), dann machten Vukovic (57:17), Langhans (58:03) und erneut »Vuk« (59:17) aus dem 24:28 ein 27:28 – auch, weil Aleksandar Svitlica beim 28:26 sowohl mit einem Siebenmeter als auch dem Nachwurf an Blazicko scheiterte. Doch Lübbecke kam nicht mehr in Ballbesitz, sondern kassierte acht Sekunden vor Schluss durch einen Dreher von Aljoscha Schmidt von der Außenlinie den endgültigen Knockout.

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