Achtelfinale im DHB-Pokal: TuS N-Lübbecke gastiert bei Meister THW Kiel  »Zebras« sind gewarnt 

Lübbecke (WB). Um 8.30 Uhr geht's los. Dann machen sich Dirk Beuchler und seine Mannen auf den Weg nach Kiel. Doch wenn die Aufgabe im Achtelfinale des DHB-Pokals beim amtierenden Meister und aktuellen Bundesliga-Spitzenreiter auch noch so unlösbar scheint, eine Kaffeefahrt in den Norden wird es nicht.

Von Volker Krusche
Tim Remer und seine Kollegen wollen oft so frei vor Johan Sjöstrand auftauchen.
Tim Remer und seine Kollegen wollen oft so frei vor Johan Sjöstrand auftauchen.

»Es ist sicherlich nicht unser Traumlos gewesen. Aber wir wollen eine Runde weiter kommen«, sagt ein selbstbewusster TuS-Trainer. Warum aber auch nicht? Sekt oder Selters lautet die Devise im K.O.-Spielen bestehenden Pokalwettbewerb. Nur wer mutig ist, kann auch beim THW etwas reißen. Denn unschlagbar, das haben schon Underdogs in dieser Saison bewiesen, unschlagbar sind die Kieler nicht. »Natürlich sind die Favoritenrollen klar verteilt, wenn wir aber unsere beste Leistung abrufen, muss man uns erst einmal schlagen«, so Beuchler weiter. Sollte der am Auge operierte Domagoj Duvnjak noch fehlen, würde dies die Kieler nicht schwächen. »Wenn von den fünf Top-Rechtshändern im Rückraum einer fehlt, dürfte das für den THW zu verschmerzen sein.« Mit dabei ist nämlich wieder Filip Jicha. Und über dessen Qualität muss man nicht diskutieren. »Egal wer spielt, wir müssen vorn konzentriert agieren und das Kieler Tempo nicht mitgehen. Sonst laufen wir ins offene Messer.« Personell sollte Beuchler auf sein Aufgebot vom Samstag zurückgreifen können. Die Rückkehr von Christian Klimek spart sich der TuS-Coach wohl lieber für das Derby am Samstag in Minden auf.

»Das ist ein extrem wichtiges Spiel für uns«, sagt derweil Kiels Torhüter Johan Sjöstrand. »Wir wollen unbedingt nach einem Jahr Pause wieder zum Final Four nach Hamburg. Also müssen wir Lübbecke schlagen.« Und Kreisläufer Patrick Wiencek ergänzt: »Wir wollen unbedingt im Pokal überwintern, denn unser Ziel ist Hamburg!«

Der Meister weiß, dass er heute auf einen Gegner, der sich viel vorgenommen hat. »Fortuna war zwar nicht gnädig mit uns«, kommentierte TuS-Teammanager Zlatko Feric die Auslosung des Achtelfinals um den DHB-Pokal, »aber wir werden uns der Aufgabe stellen und versuchen, für eine Überraschung zu sorgen.« Lübbecke ist bereit. Denn die Erinnerung an den knappen Kieler 24:21-Sieg im Liga-Spiel im Oktober ist noch gegenwärtig. »Wir sind damals mit einem blauen Auge davon gekommen«, erinnert sich THW-Trainer Alfred Gislason. Damals hatten die Gäste in der Sparkassen-Arena sich nicht abschütteln lassen, erst eine spektakuläre Doppel-Parade von Andreas Palicka in den Schlusssekunden sicherte den »Zebras« zwei Zähler.

»Es geht um alles oder nichts! Wir wollen wieder nach Hamburg«, sagt Rene Toft Hansen. Denn die Erinnerungen an die vergangene Spielzeit, als man in Kiel nach dem Achtelfinal-Aus im Heimspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen tatenlos mit ansehen musste, wie sich die Füchse den Pokal krallten, sind noch immer frisch. »Wir sind froh, dass wir zum zweiten Mal ein Pokal-Heimspiel haben. Unsere Fans können uns helfen«, hofft Marko Vujin auf eine lautstarke Kulisse. Joan Cañellas, in den letzten Wochen »Dauerbrenner« im Kieler Rückraum, baut ebenfalls auf die schwarz-weißen Fans: »Wir haben ein unglaublich anstrengendes Programm, da hilft der Energieschub von den Rängen ungemein!«

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