1. Handball-Bundesliga:TuS N-Lübbecke in eigener Halle wieder eine Macht – 29:27 gegen FA Göppingen  Von wegen atemlos 

Lübbecke (WB). Hatte es nach den ersten fünf Heimspielen dieser Saison so ausgesehen, als könne der TuS N-Lübbecke in der Handball-Bundesliga auf eigener Platte nicht mehr gewinnen, so scheint der TuS jetzt auf dem Weg, in der Merkur-Arena wieder eine Macht zu werden.

Von Wolfgang Sprentzel
Christian Dissinger war am Samstagabend sicherlich der Matchwinner bei den Schwarz-Roten. Zehn Feldtore. Mehr als ein Drittel der TuS-Treffer an diesem Abend. Göppingens Abwehr bekam den Langen jedenfalls nicht in den Griff.
Christian Dissinger war am Samstagabend sicherlich der Matchwinner bei den Schwarz-Roten. Zehn Feldtore. Mehr als ein Drittel der TuS-Treffer an diesem Abend. Göppingens Abwehr bekam den Langen jedenfalls nicht in den Griff.

 Nach dem 29:25-Erfolg über den SC Magdeburg folgte am Samstagabend vor leider nicht einmal 1900 Zuschauern ein 29:27 (16:13) über den Tabellenvierten Frisch Auf Göppingen. Ein hochverdienter Erfolg, wie auch Gäste-Trainer Magnus Andersson anerkannte. »Wir haben einfach zu viele Duelle verloren.«

 Der größte Sieger in diesen Duellen hieß Christian Dissinger vom TuS N-Lübbecke. Mit seinen zehn Treffern war der junge Mann, der so lange verletzt war und zu Beginn der Saison noch etliche Fehlzündungen zu verzeichnen hatte, bester Lübbecker Schütze.

 Übertroffen wurde er nur von Marcel Schiller vom Gast, der aber in seinen elf Toren auch fünf Strafwürfe hatte. Dissinger dagegen war entweder stets aus dem Rückraum oder nach eben jenen gewonnenen Eins-gegen-eins-Duellen erfolgreich.

 Aber Dissinger entschied nicht nur die Duelle im Angriff für sich. Auch in der Abwehr trug er entscheidend dazu bei, dass Göppingen nicht zum gewohnten Spiel kam. Gemeinsam mit Niklas Pieczkowski deckte er im Innenblock. Auf den jeweiligen Halbpositionen ackerten und rackerten Jens Schöngarth und Drago Vukovic. Und hinter solch einer Abwehr zu stehen, macht natürlich Spaß. Wieviel, zeigte einmal mehr Nikola Blazicko, der mit seinen Paraden die Fans immer wieder zu Ovationen und Sprechgesängen »Nikola! Nikola!« animierte.

 Der Kroate zwischen den Pfosten war, wie auch schon gegen den SC Magdeburg, einer der Garanten für den Erfolg. Und wenn man die vielen Namen derer aufzählt, die entscheidend zum Sieg beigetragen haben, dann fällt es nicht schwer, die Worte von TuS-Trainer Dirk Beuchler zu verstehen: »Das Kollektiv hat wieder ganz hervorragend funktioniert.«

 Von Anfang an war es der Hausherr, der in der Merkur-Arena den Ton angab. Niklas Pieczkowski per Tempogegenstoß und Frank Loeke vom Kreis hatten die Gastgeber mit 2:0 in Führung geworfen. Eine Führung, die sie während der gesamten Spielzeit nicht mehr abgaben. Göppingen konnte während der gesamten Begegnung nicht einmal den Ausgleich erzielen. Klar, dass das Trainer Andersson nicht passte: »Ich bin vom Spiel und der Leistung meiner Mannschaft doch sehr enttäuscht«, sagte er sichtlich angefressen nach dem Spiel.

 Versucht hatte er in der Schlussphase der Begegnung noch eine kurze Deckung gegen den Rückraum der Gastgeber. Trainer Dirk Beuchler reagierte aber sofort, nahm eine Auszeit und stimmte seine Jungs auf die letzten Sekunden der Partie ein.

 In der Auszeit hatte der Hallen-DJ genau das richtige Gespür für die bereits stehenden TuS-Fans. Er ließ Helene Fischer trällern. »Atemlos durch die Nacht« schallte es durch die Halle, begleitet vom rhythmischen Klatschen der TuS-Fans. Aber die Schwarz-Roten zeigten sich trotz dieser absolut Kräfte raubenden Begegnung (Christian Dissinger: »Ich bin vollkommen platt.«) in keinster Weise atemlos.

 Drago Vukovic scheiterte zwar mit seinem Wurf an dem für Primoz Prost gekommenen Nikola Marinovic im Gäste-Tor, per Strafwurf verkürzte Schiller noch einmal auf 28:29. Doch anschließend holte Christian Dissinger gegen Zarko Sesum, gegen den sechsfachen Gäste-Torschützen, eine Zwei-Minuten-Strafe heraus – noch zwölf Sekunden Spielzeit. Und die spielte der TuS ganz cool, ganz überlegt herunter. Aufreizend nah am Zeitspiel sicherlich, doch die finale Aktion brachte die endgültige Entscheidung und Riesenjubel auf der Bank und in der Halle. Pass auf Ramon Tauabo und der verwandelte eiskalt von der rechten Außenposition zum 29:27-Endstand. Feierabend. Nicht einmal mehr Anwurf für Göppingen. Der zweite Heimsieg war unter Dach und Fach. Mit ihm gleicht der TuS N-Lübbecke sein Punktekonto auf 16:16 aus und belegt jetzt den zehnten Tabellenplatz.

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