Handball-Verbandsliga: Hüllhorst feiert nach 24:18 den Klassenerhalt Gegen alle Widerstände

Hüllhorst (WB). Große Erleichterung, große Party: Die HSG Hüllhorst darf nach dem 24:18 (11:11) gegen TuRa Bergkamen vorzeitig den Klassenerhalt in der Handball-Verbandsliga feiern – dank einer starken Leistung und ein bisschen Schützenhilfe.

Von Henrik Wittenborn
Moment der Erlösung: HSG-Trainer Lars Halstenberg lässt seiner Freude über den Klassenerhalt freien Lauf.
Moment der Erlösung: HSG-Trainer Lars Halstenberg lässt seiner Freude über den Klassenerhalt freien Lauf. Foto: Stefan Pollex

Denn die Hüllhorster Blicke richteten sich am Samstag nicht nur auf das eigene Spiel gegen den Tabellensiebten, sondern auch ins ostfriesische Aurich: Dort bemühte sich der OHV Aurich vergeblich um den Klassenerhalt in der 3. Liga West und muss trotz des 32:24 den Gang in die Oberliga antreten. Sehr zur Freude der HSG, denn durch den Mendener Klassenerhalt und dem angekündigten Oberliga-Rückzug der HSG Augustdorf-Hövelhof (wir berichteten) reicht den Hüllhorstern in jedem Fall schon der vorletzte Platz in der Verbandsliga zum Ligaverbleib.

HSG ist »sofort präsent und griffig«

Und genau der ist dem Team von Trainer Lars Halstenberg seit Samstagabend nicht mehr zu nehmen. Ein kleines Fragezeichen bleibt allerdings: Noch ist der Augustdorfer Rückzug formal nicht offiziell, »aber das ist so weit fortgeschritten. Da wird es keinen Rückzieher mehr geben«, ist sich Halstenberg sicher.

Der Hüllhorster Coach konnte sein Glück kaum fassen. »Was im Endspurt diese Kräfte freigesetzt hat, können wir uns im Moment selbst noch nicht wirklich erklären«, scherzte Halstenberg. Denn die Ausgangslage hätte aus HSG-Sicht ein ganzes Stück rosiger Aussehen können. Wie berichtet mussten die Hüllhorster nach Jonas Bartsch mit Christopher Kreft den nächsten Leistungsträger wegen eines Kreuzbandrisses ersetzen. »Vielleicht hat sich daraus so eine Trotzreaktion entwickelt.«

Zu spüren bekamen das am Samstag die Bergkamener, die mit Pascal Terbeck ebenfalls auf einen Leistungsträger verzichten mussten. »So gesehen hat es sich ein bisschen ausgeglichen.« Der HSG überrollte ihre Gäste mit den schlechten Nachrichten und dem sportlichen Druck im Rücken und sorgte von der ersten Minute an speziell in der eigenen Deckung für klare Verhältnisse. »Wir waren sofort präsent und griffig«, lobte Halstenberg, den konzentrierten Auftritt, der sich mit einer frühen 8:3-Führung bezahlt machte.

Drittletzter Platz soll verteidigt werden

Jene Emotionen, die die HSG von 0 auf 100 starten ließen, fehlten dem HSG-Trainer in der Folge jedoch. »Bergkamen hat dann teilweise ohne Körperkontakt getroffen.« Der herausgespielte Vorsprung war damit schon wieder dahin – 11:11 zur Pause.

Hüllhorst berappelte sich allerdings rechtzeitig wieder aus seinem Tief und setzte – mit der Ziellinie vor Augen – zum Endspurt in Richtung Klassenerhalt an. Vom 19:16 setzte sich die HSG auf 24:16 brachte die Party auf Tribüne und Trainerbank schon vor dem Abpfiff in Wallung. »Wir sind für den Moment natürlich überglücklich und sehr erleichtert, aber haben auch noch ein klares Ziel vor Augen: Wir sind jetzt drittletzter und wollen es bleiben«, sagte Halstenberg. Genau diese Platzierung würde nach dem abschließenden Derby gegen den TuS Nettelstedt II auch letzte Restzweifel aus dem Weg räumen.

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