Fußball: Landesligist TuS Tengern startet in die Saisonvorbereitung Demütig – aber ambitioniert

Tengern (WB). Die Neuen waren die Ersten: Kurz vor 19 Uhr betraten Watschagan Harutjunjan und Vitali Loginov am Dienstagabend Neuland – den Trainingsplatz des TuS Tengern. Mit zwei Neuzugängen und 16 Arrivierten ist der TuS in die Vorbereitung auf die neue Landesliga-Saison gestartet.

Von Ingo Notz
Zweikampfstark: Vitali Loginov wechselte vom FC Preußen Espelkamp über den Berg nach Tengern.
Zweikampfstark: Vitali Loginov wechselte vom FC Preußen Espelkamp über den Berg nach Tengern. Foto: Ingo Notz

Zwei frische Kräfte vom FC Preußen Espelkamp, 16 bewährte vom »FC Goldstrand« aus Bulgarien: Direkt nach der Mannschaftsfahrt startete die Vorbereitung des klassenhöchsten Teams aus dem Altkreis Lübbecke mit lockeren Kreisspielchen und einem anschließenden Spiel über eine runde Stunde auf verkleinertem Platz. »Das war zum ersten Mal eine vernünftige Mannschaftsfahrt. Ich finde das gut und unterstütze das, das gibt uns hoffentlich auch ein bisschen Spirit und Schwung für die Vorbereitung«, betonte Trainer Holm-Holger Hebestreit, den angesichts dessen die gute Trainingsbeteiligung zum Auftakt freute. Der Spaßfaktor war dann auch auf dem Platz (»Ihr müsst Euch schon umstellen: Es ist kein Sand mehr hier...«) strandreif, nämlich unübersehbar hoch – wissend, dass die nächsten Tage dann doch etwas härter werden dürften. Geschont wurde dabei noch Allrounder Vitali Loginov, der nach seinem Beckenschiefstand und diversen Muskelproblemen langsam aufgebaut werden soll. Gefehlt haben beim Auftakt Torwart Fischer, Wojtek Kosecki, Cengiz Ünerken und Preußen-Rückkehrer Alexander Borchard.

Bley-Zukunft klärt sich kurzfristig

Das letzte personelle Fragezeichen im TuS-Team steht übrigens kurz vor der Beantwortung: Benjamin Bley, der nach seiner Meniskus-Operation im April am Dienstag wieder munter mitmischte, wird nach dem Ende der Bewerbungsphase (morgen) zeitnah erfahren, an welcher Universität er studieren wird. Zur Auswahl stehen Osnabrück, Bielefeld und Frankfurt. Sollte Frankfurt den Zuschlag erhalten, stünde der angehende Wirtschaftswissenschaftler Bley dem TuS zumindest bis Oktober zur Verfügung, bei den beiden anderen Alternativen wäre er auch darüber hinaus als festes Kadermitglied einzuplanen. Mit seinem Personal zeigte sich Holm-Holger Hebestreit trotz fehlender Zugänge aus höheren Ligen im Sommer übrigens zufrieden: »Wir haben mit Teinert, Schal und Dyck sicher Etablierte verloren, aber ich habe nicht das Gefühl, dass wir uns verschlechtert haben. Gregor Ramöller, Mohammad Shindar und Calvin König waren im Winter ja auch schon ein Vorgriff auf den Sommer.« Dazu kamen dann noch die drei Zugänge vom FC Preußen Espelkamp, die in Tengern auf viele bekannte Gesichter treffen – unter anderem kommt es zur Wiedervereinigung des bereits in der (Jugend-)Westfalenliga bestens erprobten Sturmduos Harutjunjan/Knicker. »Aber Jugend und Senioren ist ja etwas ganz anderes«, relativiert Harutjunjan. Nach rund 13 Jahren als Torschütze vom Dienst der Espelkamper hat der ehrgeizige 25-Jährige das – nun gemeinsame – große Traumziel aber durchaus im Hinterkopf: »In die Westfalenliga aufzusteigen wäre eine coole Sache, nur ist der Weg dahin sehr hart und schwierig, da muss alles schon zusammen passen.«

»Die Platzsituation ist nicht okay«

Personell passt es beim TuS bisher, gibt es keinen Grund zu klagen. Ansonsten aber schon – und der Grund ist der Untergrund, auf dem sich der TuS sich in Form bringen will: »Die Platzsituation ist nicht okay«, redete Hebestreit mit nachdenklicher Miene auch gar nicht um das Problem herum, »wenn nur 60 Prozent bespielbar sind, dann ist das nicht so, wie es für Landesliga-Verhältnisse sein sollte!«

Mit einem Blick auf das Auftaktprogramm der Liga war Hebestreit dagegen durchaus zufrieden: »Letztes Jahr hatten wir Werste als Aufsteiger, jetzt haben wir zuerst mit Vlotho wieder einen Aufsteiger, dann zwei Auswärtsspiele in Mastholte und Hövelhof, dann ein Heimspiel gegen Verl. Letzte Saison sind wir mit sieben Punkten aus den ersten drei Spielen gut gestartet – dagegen hätte ich auch diesmal nichts.« Nachdem sich der TuS in der erweiterten Spitzengruppe der Liga etabliert hat, geht der Blick auch dank der guten Verstärkungen fast schon zwangsläufig auch nach ganz oben – die Westfalenliga bleibt ein Traumziel, auch wenn Trainer Hebestreit nicht zuviel Druck aufbauen will: »Wir müssen vielleicht auch demütiger werden und anerkennen, dass andere Mannschaften einfach auch ein gutes Niveau haben...« Das Ziel rückt deswegen aber nicht aus dem Blickfeld: »Wir wollen sicher Titel gewinnen«, gibt Hebestreit unumwunden zu – und hat dabei wohl nicht nur den Kreispokal im Hinterkopf...

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