Michael Wessel kehrt nach sieben Jahren nach Espelkamp zurück Regionalliga-Power für FCP

Espelkamp (WB). Der Ort könnte feierlicher nicht sein: Auf den Stufen von Schloss Benkhausen präsentierte der FC Preußen Espelkamp seinen prominentesten Neuzugang und zugleich alten Bekannten: Michael Wessel, bis vor wenigen Wochen noch in Diensten von Fußball-Regionalligist BSV SW Rehden kehrt zurück, schließt sich dem Bezirksligameister und Landesliga-Rückkehrer an.

Von Volker Krusche
Paul Gauselmann (rechts) und Alex Lang (links) präsentieren Neuzugang Michael Wessel.
Paul Gauselmann (rechts) und Alex Lang (links) präsentieren Neuzugang Michael Wessel. Foto: Krusche

»Wenn man einen solchen Spieler bekommen kann, dann darf man nicht lange zögern. Zumal Michael genau in unser Profil passt, im Idealfall mit Spielern zu arbeiten, die den Verein genau kennen«, freut sich FCP-Trainer Alexander Lang über die geballte Erfahrung von rund 200 Viertligaspielen. »Was zudem noch passt, ist die Tatsache, dass er bei unserem Sponsor arbeitet.« Dem ist Alex Lang zu großem Dank verpflichtet, dass es zum jetzigen Coup gekommen ist. Und so ließ es sich Paul Gauselmann auch nicht nehmen, bei der Präsentation des »neuen Alten« selbst vorbeizuschauen und dabei seine Freude darüber zum Ausdruck zu bringen, »Herr Lang gern zu unterstützen, denn vor einem Jahr hat er mir gesagt, dass er sich den Aufstieg in die Landesliga zum Ziel setze. Und er hat Wort gehalten, hat es geschafft.« Er sei jedenfalls sehr zufrieden. »Und ich werde in der neuen Saison bestimmt auch mal ein Spiel besuchen.«

»Mister Zuverlässig«

Im Mittelpunkt stand gestern aber der »heimgekehrte Sohn«, der beim TuS Stemwede als F-Jugendlicher von seinen sportlichen Eltern sowohl zum Fußball (Vater »Kalle« Wessel war Ex-Profi bei Werder Bremen sowie Stammspieler beim damaligen Zweitligisten VfL Osnabrück) als auch zur Leichtathletik (Mutter Karin war selbst einst eine erfolgreiche Leichtathletin) geschickt wurde, in der B-Jugend dann aber zum FC Preußen wechselte und sich voll und ganz auf Fußball konzentrierte. In Espelkamp kickte er schließlich auch fünf Jahre in der 1. Seniorenmannschaft, bevor er 2011 zum damaligen Oberligisten BSV SW Rehden wechselte, mit dem er gleich im ersten Jahr in die Regionalliga aufstieg (»Neben dem DFB-Pokalspiel gegen Bayern München mein größter sportlicher Moment«), in der der heute 30-Jährige linke Innenverteidiger bis zu seinem jetzigen Wechsel spielte. Wessel galt als einer der besten Defensivspieler der Regionalliga, war für seine vielen Trainer in Rehden stets »Mister Zuverlässig«. Sein einstiger Coach Björn Wnuck bezeichnete ihn mal »als Muster für die deutsche Tugend«. Michael Wessel wird in der Szene als unheimlich zweikampfstark, stets auf das Wesentliche fokussiert bezeichnet. Also als einer, den jeder Trainer gern in seiner Mannschaft hätte. »Laut werde ich aber immer noch nicht. Das wurde mir wohl nicht mit in die Wiege gelegt«, so der Neu-Preuße.

»Viele Spieler werden von Michael lernen«

Gravierenden Verletzungen sah sich der 1,93 m große Linksfuß, der in Bad Holzhausen wohnt, in seiner Karriere nicht ausgesetzt, wofür er schon vor Jahren eine Erklärung hatte. »Vielleicht liegt es an den guten Genen...«

Espelkamps Alexander Lang weiß jedenfalls genau, was er an Wessel hat. »Wir haben eine ganz junge Mannschaft. Viele der Spieler werden von Michael lernen und von seiner Qualität profitieren können.« Der Kontakt untereinander sei nie abgerissen. »Es war immer eine Bindung da, wir waren immer über seinen aktuellen Stand informiert«, so der Preußen-Coach, der mit seinen Jungs übrigens am 7. Juli in die Saisonvorbereitung starten wird.

Der BSV Rehden hätte Michael Wessel indes gern weiter behalten. »Wir haben lange überlegt, wie wir ihm noch eine Saison schmackhaft machen könnten, aber der Aufwand wird für ihn nicht geringer«, wird Vereinsboss Friedrich Schilling auf der Facebook-Seite des Clubs zitiert. Zudem trage Wessel künftig noch mehr Verantwortung bei seinem Arbeitgeber Gauselmann. Leider würde es dann zeitlich nicht mehr zusammenpassen, fügte Sportvorstand Michael Weinberg hinzu.

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