Profiboxeraus Espelkamp verteidigt seinen WM-Titel im Supermittelgewicht der WBU Pawlak bleibt Weltmeister

Espelkamp (WB/tz). Am Ende war er blutverschmiert – aber glücklich. Irgendwie. Profibox-Weltmeister Christian Pawlak hat am Samstag seinen WM-Titel im Supermittelgewicht verteidigt.

Bleibt WBU-Weltmeister im Supermittelgewicht: Christian Pawlak.
Bleibt WBU-Weltmeister im Supermittelgewicht: Christian Pawlak. Foto: Ingo Notz

Der WBU-Champion besiegte in seiner Heimatstadt Espelkamp den kroatischen Ex-Europameister Bosko Misic nach zwölf Runden einstimmig nach Punkten. Auch wenn das Urteil am Ende etwas deutlicher auf den Punktzetteln stand als es zuvor im Ring ausgesehen hatte – der Sieg des erneut von den Rocchigiani-Brüdern Graciano und Ralf betreuten »Champs« war verdient.

Er hatte seinen Gegner zweimal zu Boden geschickt, ohne mit dem erhofften K.o. frühzeitig alle Unsicherheiten zu beseitigen. Das gelang dafür dem zweiten Lokalmatadoren der zweiten Kampfnacht im Espelkamper Bürgerhaus: Andreas Gnoevoj feierte in seinem zweiten Heimspiel auch den zweiten K.o.-Sieg seiner noch jungen Profikarriere.

Rund 500 Zuschauer im Espelkamper Bürgerhaus

Nach Blut und Schweiß hatte es früh, nach keinen Tränen aber nicht immer ausgesehen. Das Aussehen Pawlaks war schon in der zweiten Runde beeinträchtigt, als der erste »Cut« am linken Auge klaffte. In der Folge forderte ihn seine mit den Rocchigiani-Brüdern Graciano und Ralf prominent besetzte Ecke »mehr Druck« – es blieb aber offen und der erhoffte K.o.Sieg aus. Zwei Niederschläge, ein Niederringen, ein Ringrichter, der zu Boden geht – der WM-Kampf als Höhepunkt eines Kampfabends mit zwölf Duellen bot trotzdem fast alles, was das Boxerherz begehrt und mit dem in der letzten Runde bei einem Zusammenstoß mit dem von Pawlak hart getroffenen Misic im Gesicht verletzten Ringrichter Buddy Erenay eine nicht alltägliche Randnotiz dazu. Rund 500 Zuschauer sahen eine Boxnacht, die es in sich hatte – mit zwei erfolgreichen Lokalmatadoren und dem WM-Titel als Krönung.

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Gewonnen hat Christian den Kampf auf jeden Fall. Das Urteil war ein bisschen hoch – normal muss er den auch umhauen, war aber zu verkrampft.

Graciano Rocchigiani

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Graciano Rocchigiani freute sich für seinen Freund: »Gewonnen hat Christian den Kampf auf jeden Fall. Das Urteil war ein bisschen hoch – normal muss er den auch umhauen, war aber zu verkrampft.« »Das war eine enge Geschichte auf den Punktzetteln«, hatte Ralf Rocchigiani zwischenzeitlich einen nicht so dominant wie gewünscht agierenden Weltmeister im Blick – ehe zwei Niederschläge und eine wilde Aktion in der zehnten Runde, als Misic Pawlak umgerannt und fast aus den Seilen befördert hätte, die Vorentscheidung auf den Punktzetteln gebracht haben. Obwohl der Kroate bis zum Schluss auf den »Lucky Punch« für den K.o. gelauert hat, ließ sich Pawlak nicht aus der Ruhe bringen: »Man zweifelt nie in einem Kampf. Auch nicht, wenn der eng ist. Das ganze Leben ist eng. Boxen ist ein harter Sport. Boxen kann man nicht spielen – Boxen ist kein Fußball. Du musst immer fit sein, sonst siehst Du schlecht aus.« Schlecht sah er nicht aus – und bleibt Weltmeister der WBU. »Ich hoffe, dass wir Werbung für den Boxsport in Espelkamp gemacht haben«, meinte der 38-Jährige, als er sich nach einem Fotomarathon mit Fans aus dem mit Blut und Schweiß getränkten Ring verabschiedete.

Nach der Feier führte der Weg ins Krankenhaus

Im 44. Profikampf war es der 35. Sieg für den 38-jährigen Espelkamper – einer der schmerzhaftesten. Am Tag nach einer kurzen Nacht führte der erste Weg des WBU-Weltmeisters ins Krankenhaus. Ein harter Treffer des Kroaten hatte Pawlak schon im Ring merklich mitgenommen, so dass er auch nach der Siegerehrung nur noch schnell weg wollte – zur Siegesfeier in einem Espelkamper Lokal kam er noch, ehe im Krankenhaus eine schwere Rippenprellung festgestellt worden ist.

Feigenbutz-Manager fordert den Weltmeister heraus

Nach dem Kampf ist vor dem Kampf: Wenige Stunden nach dem WM-Sieg flatterte Christian Pawlak via Facebook erneut die Herausforderung des Managers von Vincent Feigenbutz ins Haus. Der soll als Top-Boxer aufgebaut werden – da käme ein Weltmeistertitel gerade recht. Was der Espelkamper von Herausforderungen im Netz hält, hatte er aber schon vor dem Kampf deutlich gemacht: »Das ist unprofessionell.« Was nicht heißt, dass der »Iron Junior« nicht doch demnächst auf die Jagd nach Pawlaks Titel gehen dürfte...

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