Fußball-Kreisliga A: Spielberechtigung des Vehlager Zugangs offen Rossel in der Warteschleife

Altkreis Lübbecke (WB). Aufgerüstet hat der SC BW Vehlage in der Winterpause. Unter anderem verpflichtete der Fußball-A-Ligist Benjamin Rossel. Wann der Defensiv-Allrounder für seinen neuen Verein auflaufen darf, steht allerdings noch nicht fest.

Von Marc Schmedtlevin
Einer seiner letzten Auftritte im Trikot des FC Preußen: Benjamin Rossel (Mitte) möchte nun für Vehlage auflaufen.
Einer seiner letzten Auftritte im Trikot des FC Preußen: Benjamin Rossel (Mitte) möchte nun für Vehlage auflaufen. Foto: Schmedtlevin

Fristen, Formalien und Paragrafen sorgen aktuell für ein großes Durcheinander – vor allem beim Lübbecker Fußball-Kreisvorstand. Seit einigen Tagen hat sich vor allem Wilfried »Theo« Müller, der Vorsitzende des Fußballausschusses, mit dem »Fall Rossel« auseinandergesetzt. Da es im Umgang mit der aktuellen Faktenlage allerdings keine Erfahrung gibt, wurde die Passstelle in Duisburg kontaktiert. Von hier wird in den nächsten Tagen eine Entscheidung erwartet. Erst dann steht fest, ob Rossel rechtzeitig zum Start des zweiten Saisonteils für Vehlage spielberechtigt sein wird.

Der Fall ist komplex: Rossel gehörte zu Beginn der Saison noch dem FC Preußen Espelkamp an. Am ersten Spieltag der Bezirksligasaison zählte der Defensivspieler zum Kader, beim 3:2-Erfolg gegen Union Minden am zweiten Spieltag stand Rossel in der Startelf. Es sollte sein letzter Auftritt im Preußen-Trikot sein. Am 6. September 2016 erfolgte in Espelkamp die Abmeldung.

Wechsel zum Vater

Es folgte ein kurzfristiger Wechsel zum B-Ligisten Türk Gücü Espelkamp, bei dem zu diesem Zeitpunkt Vater Torsten Rossel das Traineramt übernommen hatte. Dort meldete sich Benjamin Rossel auch mit seinem Spielerpass an. Da dieser Wechsel nicht in der ersten Periode (1. Juli bis 31. August) und auch nicht mit Zustimmung stattfand, wurde der Spieler mit der gewohnten Wartefrist belegt. Diese beträgt sechs Monate nach dem letzten Spiel. In Rossels Fall der Einsatz am 21. August für die Preußen. »Ab dem 22. Februar wäre er wieder spielberechtigt gewesen«, sagt Wilfried Müller.

Es gab aber eine andere Entwicklung. Bei einer Partie von Türk Gücü wurde der »Zuschauer« Benjamin Rossel vom Schiedsrichter im Spielberichtsbogen vermerkt und daraufhin von der Kreisspruchkammer zu einer Strafe von vier Wochen verurteilt. »Da der Spieler diese Sperre nicht absitzen konnte, müsste sie im Normalfall noch zu der Wartefrist gerechnet werden«, erklärt Müller.

Spielerlaubnis in Vehlage

Zum Absitzen bei Türk Gücü kommt es nun allerdings nicht mehr. Rossel schloss sich in der Winterpause dem SC BW Vehlage an und hat dort bereits zum 4. Januar 2017 eine Spielerlaubnis erteilt bekommen. »Das ist doch sehr paradox. Durch einen weiteren Vereinswechsel kann die Wartefrist ja nicht verkürzt werden«, sagt Müller, nach dessen Rechnung Rossel erst im März wieder einsatzfähig sein dürfte: »Nimmt man die Wartefrist und die dazu gekommene Sperre von vier Wochen, wäre ein Einsatz ab dem 23. März wieder denkbar.« Um diese Rechnung absichern zu lassen, wurde der Fall an die Passstelle in Duisburg weitergeleitet.

Sollte Rossel bis zum 23. März ausfallen, müsste er bei drei A-Liga-Spielen der Vehlager zusehen. Eine Sperre für den gesamten Saisonverlauf kann aktuell allerdings auch noch nicht komplett ausgeschlossen werden. Die Durchführungsbestimmungen des Verbandes erlauben in der Regel nur einen Vereinswechsel pro Saison. Rossel hat mit Türk Gücü und Vehlage nun schon zwei neue Klubs in der Spielzeit 2016/17 gefunden. Auch darauf bezogen wird der Verband eine Entscheidung fällen müssen.

Fest planen darf Vehlage dagegen mit Martin Neumann. Auch er hatte sich nach seinem Abgang beim TuSpo Rahden den Blau-Weißen angeschlossen. Für den zweiten Teil der A-Liga ist er spielberechtigt. Anders hatte es noch bei der Altliga-Runde in der Halle ausgesehen. Aufgrund eines Formfehlers war Neumann Ende Oktober noch nicht für Vehlage spielberechtigt, kam aber zum Einsatz. Die beiden Partien gegen Alswede und Holzhausen wurden daher noch nachträglich gegen Vehlage gewertet.

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