Fußball: Bezirksligist ist unzufrieden mit der sportlichen Entwicklung – Nachfolge unklar FC Preußen trennt sich von Bernholt

Espelkamp (WB). Am späten Donnerstagabend ist es Gewissheit: Fußball-Bezirksligist FC Preußen Espelkamp trennt sich von seinem Trainer Stefan Bernholt. Der Niedersachse muss am Saisonende seinen Stuhl räumen. Sein Nachfolger steht noch nicht fest.

Von Ingo Notz
Der Vertrag des aktuellen Trainers Stefan Bernholt wird nicht über das Saisonende hinaus verlängert.
Der Vertrag des aktuellen Trainers Stefan Bernholt wird nicht über das Saisonende hinaus verlängert. Foto: Marc Schmedtlevin

Die Büroräume waren Donnerstagabend noch lange erleuchtet – trotzdem ist das Licht in der Geschäftsstelle des FC Preußen Espelkamp für Stefan Bernholt ausgegangen. Das Preußen-Präsidium hat mit dem Dammer in den Vereinsräumlichkeiten am Stadion getagt, um die nicht zufriedenstellende sportliche Situation beim Tabellendritten der Bezirksliga zu analysieren.

Das Ergebnis, das dabei herausgekommen ist, ist ebenso klar wie die Konsequenz: In einer schriftlichen Pressemitteilung teilten die Espelkamper am Abend Folgendes mit: »Der FC Preußen Espelkamp wird den am 30.06.2017 auslaufenden Vertrag mit Trainer Stefan Bernholt nicht verlängern.

In einem Gespräch mit Stefan Bernholt wurde die derzeitige sportliche Situation erörtert. Anschließend wurde in beiderseitigem Einvernehmen beschlossen, die Zusammenarbeit zum 30.06.2017 zu beenden. Einen Nachfolger wird der FC Preußen Espelkamp zeitnah bekannt geben.«

15 Punkte Rückstand

Dass die Vereinsführung des FC Preußen mit den Ergebnissen der Saison nicht zufrieden gewesen ist, war kein Geheimnis. Den Jahreswechsel haben die Espelkamper auf dem dritten Tabellenplatz verbracht.

Angesichts des aber wohl nur noch theoretisch aufholbaren Rückstandes von 15 Punkten auf Tabellenführer Holsen darf das Unternehmen Landesligaaufstieg für diese Saison fast schon als gescheitert angesehen werden – eine Restchance über die Relegationsmöglichkeit für den Vizemeister – der FC Bad Oeynhausen hat als derzeitiger Vize zwei Zähler mehr auf dem Konto als der FC Preußen – einmal ausgenommen.

Dass das offiziell geäußerte Saisonziel, unter die ersten Fünf der Bezirksliga zu kommen, nur eine rhetorische Schutzhülle für den neuen Trainer und die in weiten Teilen neu zusammengestellte Mannschaft – nur vier Spieler waren aus der Korejtek-Ära geblieben, zehn A-Jugendliche und sieben Externe in den Kader gekommen – war, hatte ausgerechnet der Trainer selbst schon bei der Präsentation der Mannschaft im vergangenen Sommer gezeigt.

Da hatte er Klartext gesprochen: »Wir wollen aufsteigen. Punkt. Was sollen wir hier um den heißen Brei herumreden? Wir wollen Meister werden und die Mannschaft trägt das mit! Wir müssen doch nicht rumeiern... Ich sehe uns gut aufgestellt. Wir müssen uns nichts vormachen, wir haben eine gute Qualität in der Mannschaft, individuell sehr gute Fußballer, das ist eine sehr spielstarke Mannschaft.«

Allerdings hat in der bisherigen Saison das angestrebte Ziel, aus den eigenen Talenten und den mit vielen Vorschusslorbeeren verpflichteten externen Zugängen wie Kapitän Waldemar Jurez oder den Urban-Brüdern Richard und Daniel eine schlagkräftige Mannschaft zu formen, nur bedingt geklappt. Derzeit liegt der FCP zwar noch innerhalb der offiziellen Marschroute, oben mitzuspielen und unter den ersten Fünf zu landen, wirklich zufrieden ist aber dennoch niemand.

Bernholt wenig überrascht

Nun ist Stefan Bernholt an der eigenen Vorgabe, den Titel holen zu wollen, gescheitert. Der FC Preußen verliert einen sympathischen Trainer – der allerdings nicht für den erhofften sportlichen Erfolg sorgen konnte. »Ich bin wenig überrascht, muss es aber erst einmal sacken lassen«, sagte Bernholt gestern Abend auf Nachfrage.

Wer der Nachfolger des Niedersachsen werden wird, dürfte in Kürze bekannt gegeben werden. Gestern Abend war allerdings kein Verantwortlicher aus dem Preußen-Präsidium mehr für eine Stellungnahme zu erreichen.

Dass das für Samstag geplante Testspiel der Espelkamper gegen den VfL Kloster Oesede abgesagt worden ist, liegt allerdings eher nicht an dem nun bekannten Trainerwechsel. Zumal Bernholt die Saison ganz normal zu Ende bringen soll. »Ich bin jemand, der zu seinem Wort steht«, sagte Bernholt. Im Sommer soll dann sein Nachfolger das Unternehmen in Angriff nehmen, an dem nun nach Uwe Eberhardt und Uwe Korejtek schon der dritte Preußen-Trainer innerhalb von vier Spielzeiten gescheitert ist: den Landesliga-Aufstieg.

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