Stadtsportverband: Milberg ist zufrieden – Müller-Held fordert Entwicklungsplanung »Stadion kann nicht alles schlucken«

Bad Oeynhausen (WB). Der Stadtsportverband Bad Oeynhausen ist seit Dienstag um ein Mitglied ­reicher. »Vorhin ist der Tennis-Club Rot-Weiß als 36. Verein beigetreten«, teilte der SSV-Vorsitzende Hans Milberg bei der Delegiertenversammlung erfreut mit. Auch sonst gibt es keinen Grund zur Klage.

Von Alexander Grohmann
Hans Milberg konnte viele Vertreter zur Delegiertenversammlung begrüßen, darunter auch den 36. Mitgliedsverein. Er beschrieb eine positive Entwicklung.
Hans Milberg konnte viele Vertreter zur Delegiertenversammlung begrüßen, darunter auch den 36. Mitgliedsverein. Er beschrieb eine positive Entwicklung. Foto: Grohmann

»Von 16.000 Sportlerinnen und Sportlern in der Stadt, die Vereinen angehören, sind 12.000 Mitglieder im SSV organisiert««, sagte Milberg. Der Tennis-Club RWO, der am Dienstag vom Vorsitzenden ­Meikel Backs repräsentiert wurde, ist nun der 36. von insgesamt 63 Oeynhausener Vereinen, der sich dem Stadtsportverband angeschlossen hat.

Milberg lobte im Vortragsraum der Stadtsparkasse pauschal die Entwicklung im heimischen Sport in den vergangenen Jahren. »Es tut sich eine ganze Menge. Bad Oeynhausen ist auf dem Weg, eine echte Sportstadt zu werden«, befand der 72-Jährige und nannte als Beispiel auch die Diskussion um ein paralympisches Leistungszentrum, das in der Kurstadt auf Initiative der BSG Bad Oeynhausen entstehen soll.

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Die Sparkassen-Arena wird von vielen Vereinen genutzt. Man muss sich jetzt aber Gedanken machen, wie es weiter geht.

Hans Milberg

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Verbessert habe sich laut Milberg in den vergangenen Jahren – auch dank der Einbringung des SSV – vor allem die Situation der Fußballer. »Die Sparkassen-Arena wird von vielen Vereinen genutzt«, sagte er über den Hochbetrieb auf dem 2014 eingeweihten Kunstrasenplatz an der Mindener Straße. Durch das schmucke Vereinsheim des FC Bad Oeynhausen hat das Gelände in der Zwischenzeit eine weitere Aufwertung erfahren. Darauf dürfe man sich aber nicht ausruhen. »Man muss sich Gedanken machen, wie es weiter geht«, sagte Milberg.

Das unterstrich auch sein Vorstandskollege Rainer Müller-Held. »Wir haben 21 Fußballplätze im Stadtgebiet, aber nur einen Kunstrasenplatz«, sagte der BBO-Politiker, der sich für eine Umstrukturierung stark macht, um effektiver die vorhandenen Bedürfnisse erfüllen zu können. »Ich plädiere für eine Entwicklungsplanung. Was ist das, was wir in zehn Jahren ­brauchen? Und ist es noch sinnvoll, in jedem Ortsteil zwei Plätze zu haben?«, so Müller-Held.

Er hält stattdessen auf Kosten von einigen Spielfeldern ein oder mehrere Sportzentren mit moderner Ausstattung für sinnvoller. Seine Rechnung: »Wenn man andernorts einen Platz aufgibt, kann man mit dem Bauland die Gegenfinanzierung vornehmen. Das Stadion an der Leiter kann auf Dauer jedenfalls nicht alles schlucken.« Der SSV hält weiter eine Umwandlung des Ascheplatzes im Schulzentrum Süd in einen Kunstrasenplatz für sinnvoll.

Westerfeld-Sportplatz bekommt eine Drainage

Im Großen und Ganzen gebe es derzeit aber keinen Grund zur Klage, was die Ausstattung der heimischen Sportler angeht. Dass sich die Rasenplätze in einem ordentlichen Zustand befänden, sei auch den Stadtwerken zu verdanken. »Da wird sich jetzt gekümmert. Die Zusammenarbeit ist mittlerweile sehr gut«, sagte Müller-Held über die auch durch personelle Veränderungen verbesserte Kooperation. Davon profitiert als nächstes der TuS Bad Oeynhausen, dessen Geläuf im Frühjahr endlich die notwendige Drainage bekommt.

Dass der SSV Gehör im Rathaus findet, unterstreicht Milberg. Für die Idee eines Sportparks, der dem Verband im Sielpark mit renovierter Rollschuh-Bahn und Fitness-Pfad seit längerem vorschwebt, gebe es »schon grünes Licht vom Bürgermeister«.

Sportmittelförderung kaum in Anspruch genommen

Gewundert haben sich die Verantwortlichen des SSV darüber, dass in diesem Jahr kaum Vereine von der Sportmittelförderung Gebrauch gemacht haben. Womit die Zurückhaltung zu tun haben könnte, erklärte Jennifer Hasenbank-Grothe: »Das Problem ist, dass man erst ab einem Materialwert von 1000 Euro einen Antrag stellen kann. Wenn wir als kleiner Verein aber eine Anschaffung benötigen, liegen wir meist darunter«, sagte die Vorsitzende der TSG Rehme 1888, die dafür plädierte, die Schwelle zu senken. »Wir werden die Summe dann wohl halbieren«, nahm Müller-Held den Gedanken auf.

»Nicht so prickelnd« findet Milberg, dass zuletzt die Diskussion um die Ausstattung des zukünftigen Sielbades neu aufgeflammt ist. Gar nicht gefallen dürfte ihm zudem, dass mit der BSG Bad Oeynhausen unlängst der größte Sportverein der Stadt seinen Austritt aus dem SSV zum Jahresende angekündigt hat (das WESTFALEN-BLATT berichtete exklusiv) . Das kam am Dienstag allerdings nicht zur Sprache.

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