Fußballer profitieren im Relegations-Krimi gegen Maaslingen II von Motivations-Film Rehmer Aufstieg dank Schildkröte!

Bad Oeynhausen (WB). Schon die antiken Römer wussten die Schildkrötenformation als bewährte Formation in der Schlacht geschickt zu nutzen. Im Aufstiegsrelegationsspiel zur Kreisliga A setzen auch die Fußballer von Rot-Weiß auf eine »Schildkröten«-Taktik – und gehen aus dem dramatischen Duell siegreich hervor.

Von Luca Peters
Der Aufsteiger feiert ausgelassen: Rot-Weiß Rehmes Fußballer sind nach dem Relegations-Krimi gegen RW Maaslingen II am Ziel ihrer Träume.
Der Aufsteiger feiert ausgelassen: Rot-Weiß Rehmes Fußballer sind nach dem Relegations-Krimi gegen RW Maaslingen II am Ziel ihrer Träume. Foto: Luca Peters

Selten war ein Aufstiegsendspiel knapper, selten emotionaler als das zwischen den beiden B-Liga-Vizemeistern RW Rehme und RW Maaslingen II am vergangenen Sonntag in Dützen. Rund 750 Zuschauer sehen ein packendes Fußballspiel, dass die »Insulaner« am Ende eines turbulenten Elfmeterschießens mit 9:8 für sich entscheiden. Nach 120 Minuten hatte es noch 2:2-Unentschieden gestanden.

Ein Mann steht bei den Rehmern besonders im Mittelpunkt: Torwart Manuel Führer. Kurz vor Ende der Verlängerung sieht es so aus, als ob Führer zur tragischen Person werden würde. Einen unplatzierten Ball von RWM-Stürmer Maurice Hergott lässt Führer zum späten 2:2-Ausgleich in die Maschen gleiten (118.). Der ansonsten so sichere Torwart berappelt sich aber, wächst anschließend in der Verlängerung über sich hinaus. Erst pariert der Keeper den siebten Maaslinger Elfer von Jan Brok­meier, anschließend schießt Führer die Rehmer höchstpersönlich mit seinem goldenen Elfmeter in die Kreisliga A.

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Wir wollten zusammen bis ans Maximum gehen.

Rehmes Trainer Dirk Mayer

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Der Rehmer Triumph ist auch ein Sieg des Willens und des Kampfgeistes. Genau für diese Tugenden haben sie in Rehme ein eigenes Symbol kreiert: die Schildkröte. Sie wird in der entscheidenden Phase des Spiels zum geflügelten Wort bei den »Insulanern«. »Denkt an die Schildkröte!«, ruft Trainer Dirk Mayer seiner Mannschaft in der Halbzeit der Verlängerung zu.

Doch warum genau die Schildkröte? Mayer klärt auf: »Harun Zuri hat vor dem Spiel die Filmsequenz eines Footballspiels mitgebracht (›Facing the Giants‹, Anm. der Redaktion). Dort muss sich ein Spieler auf Füßen und Händen abstützen und einen Teamkollegen über eine lange Distanz auf dem Rücken transportieren, eben die Schildkröte ­machen«, erklärt ­Mayer. »Und weil der Trainer und die Mannschaft ihn so motivieren, geht der Spieler immer weiter. Weiter, als er eigentlich soll. Wir wollten zusammen ebenfalls bis ans Maximum gehen«, sagt ­Mayer. Und das gelingt: Sein Team zeigt pure Leidenschaft, knickt selbst nach Rückschlägen wie der gelb-roten Karte gegen Kamil ­Skora (115.) und dem Gegentor (118.) nicht ein.

Im Trubel der Emotionen nach dem Spiel lässt sich Mayer dann auch noch dazu hinreißen, die »Schildkröte« mit eigenem Körpereinsatz vor seiner Mannschaft vorzuführen. Dass die nicht ganz so grazil aussieht wie im Film, werden sie auf der »Insel« ganz bestimmt verkraften können.

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