Maxi Koch und Lisa Köhler erleben das Finale der Dart-Weltmeisterschaft in London »Die Stimmung war gigantisch«

London (WB). Als Phil Taylor mit der Niederlage im Weltmeisterschaftsfinale gegen Rob Cross seine Dart-Karriere beendet, ist Maxi Koch live dabei. Der Fußballspieler des TuS Lohe hat zwei der begehrten Tickets für das Endspiel im »Ally Pally« ergattert.

Von Florian Weyand
Dart-Legende Phil Taylor spielte am Neujahrstag sein letztes WM-Match. Gegen Außenseiter Rob Cross kassierte der Engländer eine Niederlage.
Dart-Legende Phil Taylor spielte am Neujahrstag sein letztes WM-Match. Gegen Außenseiter Rob Cross kassierte der Engländer eine Niederlage. Foto: dpa

Bei den regulären Anbietern sind die Tickets schon lange vergriffen. Maxi Koch und seine Freundin Lisa Köhler schlagen im Internet bei Ebay Kleinanzeigen zu, um sich die Karten zu sichern. »Wir haben 150 Euro pro Ticket bezahlt. Im normalen Verkauf kosten sie ungefähr 70 Euro«, sagt Koch, der sich den letzten WM-Auftritt von Rekordweltmeister Phil Taylor nicht entgehen lassen will. »Wir haben in den ganzen Runden vor dem Finale natürlich mit Taylor gezittert und gehofft, dass er es ins Endspiel schafft«, sagt der 19-Jährige.

Kein Ärger

Die Stimmung im Dart-Tempel Alexandra Palace (»Ally Pally«) am Neujahrstag sei gigantisch gewesen. Obwohl viele Fans bereits vor dem Spektakel reichlich Bier getrunken haben, geht es friedlich zu. Von Ärger keine Spur: »Wir haben ja direkt am Eingang gesessen und haben davon nichts mitbekommen. Die Security haben wir überhaupt nicht wahrgenommen«, berichtet Maxi Koch.

Maximilian Koch (links) und Lisa Köhler sind im Londoner »Ally Pally« live dabei. Foto: Koch

Obwohl der 19-Jährige und seine Freundin eine der günstigen Kartenkategorien erwischt haben, ist die Sicht auf das Finale gut. »Von unserem Platz aus hatten wir die Leinwand gut im Blick. Im Fernsehen wirkt der Abstand viel größer. Wir konnten auch die Scheibe von unserem Platz direkt erkennen«, sagt Koch.

Viele deutsche Dart-Fans

Zur Überraschung des heimischen Dart-Fans befinden sich unter den Zuschauern viele Besucher aus Deutschland. »Etwa ein Drittel der 4000 Menschen in der Halle hat Deutsch gesprochen«, berichtet Koch. Die deutschen Fans

Dart als Volkssport

Auch in Bad Oeynhausen und Löhne wird viel Dart gespielt. Vor Ort gibt es zahlreiche Teams, die von der Kreisliga C bis zur höchsten Klasse unterwegs sind. Die Löhner Fichtenwölfe kämpfen um den Aufstieg in die B-Liga, der TuS Volmerdingsen spielt einige Klassen höher in der Bezirksoberliga.

Gegen Spieler aus der ganzen Welt kann man in der Gaststätte Drei Linden antreten. Die Verbindung erfolgt mit Kamera und Bildschirm, so dass sich die Kontrahenten sehen können. Bei Unstimmigkeiten wertet ein Schiedsrichter die Videobilder sowohl vom Werfer als auch von der Dartscheibe aus.

bringen die Halle zum Kochen, doch nicht immer treffen sie mit ihren Gesängen den Nerv der Besucher. »Oft wurden deutsche Fußballgesänge angestimmt. Das gehört für mich ins Stadion, aber nicht zu einem Dart-Finale«, sagt der Kicker, der in der Winterpause vom B-Ligisten SV Bischofshagen-Wittel zum Bezirksligisten TuS Lohe gewechselt ist.

Fußball bleibt Leidenschaft Nummer eins

Selbst in einer Mannschaft Dart zu spielen kommt für ihn aber nicht in Frage. »Ich habe zwar eine Scheibe zu Hause. Aber dazu müsste ich viel trainieren und die Zeit habe ich derzeit nicht. Wenn ich einen Sport mache, dann mache ich es auch richtig«, sagt Maxi Koch. Seine Leidenschaft gilt derzeit voll dem Fußball. Daher besucht er in London auch mehrere Fußballspiele, ist mit seiner Freundin in den Stadien von Millwall, Chrystal Palace und den Queens Park Rangers dabei.

Zurück in Deutschland freut sich Maxi Koch nun auf die Wintervorbereitung mit dem TuS Lohe. »Am Samstag haben wir unser erstes Training in der Halle«, sagt der Allrounder, der sich mit einer guten Trainingsleistung das nächste Ticket sichern will: für die Stammelf des Bezirksligisten.

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