Besuch an der Basis: Westfälische Verbandsspitze gastiert zum 32. Vereinsdialog beim FC Bad Oeynhausen »Onkel« Korfmacher hat etwas dabei

Bad Oeynhausen (WB). Konstruktive Gespräche auf Augenhöhe: Die Vorstandsmitglieder des FC Bad Oeynhausen haben sich am Mittwoch mit der Spitze des westfälischen Fußball-Verbandes um Präsident Hermann Korfmacher ausgetauscht. »Es war ein sehr guter Abend«, sagte Gastgeber Dirk Göhner nach dem insgesamt 32. Vereinsdialog im FLVW.

Von Alexander Grohmann
Die FLVW-Spitze um Präsident Hermann Korfmacher (4. von rechts) besuchte den FC Bad Oeynhausen.
Die FLVW-Spitze um Präsident Hermann Korfmacher (4. von rechts) besuchte den FC Bad Oeynhausen. Foto: Grohmann

Bei dem Treffen im Vereinsheim des FC Bad Oeynhausen ging es um allgemeine Themen wie den Stellenwert des Amateurfußballs, die Finanzsituation der Vereine und Futsal, aber auch Dinge, die explizit den FCO beschäftigen. »Ich finde gut, dass wir auf konkrete Fragen gleich konkrete Antworten erhalten haben«, sagte Dirk Göhner über den aufschlussreichen Abend. »Hier und dort kursiert ja die Meinung, der Verband sei weit weg. Aber dieses Bild hat sich mir heute nicht bestätigt. Es war überhaupt nicht unnahbar«, schwärmte der FCO-Boss.

Besuche an der Basis: Vor zwei Jahren hat der westfälische Fußball-Verband den Vereinsdialog ins Leben gerufen, um mehr über die Probleme in Erfahrung zu bringen, die die Klubs beschäftigen. Allein in diesem Jahr klappert die FLVW-Spitze 16 Vereine ab. Fahrt Nummer 32 führte Korfmacher und Co. nun zum FCO. »Es war eine lebendige Diskussion«, zog der Verbandspräsident eine positive Bilanz des Gastspiels.

Erster Vereinsdialog im Kreis Minden

Der Besuch war der Initiative von Thomas Schickentanz zu verdanken. Der Kreisvorsitzende, selbst FCO-Mitglied, hatte sich im Namen des Vereins um die Veranstaltung beworben. Er konnte damit zugleich einen weißen Fleck auf der Fußballkarte tilgen. »Es war der erste Vereinsdialog, der in unserem Kreis durchgeführt wurde«, sagte Schickentanz.

90 Minuten plus Verlängerung waren für die Runde eingeplant worden. Pünktlich zum Pokalspiel zwischen Borussia Dortmund und Hertha BSC Berlin packten die Beteiligten wieder ihre Unterlagen zusammen. Neben Dirk Göhner saßen am Mittwoch vom FCO unter anderem der 2. Vorsitzende Markus Wagner, Geschäftsführer Joachim Carstensen oder Schiedsrichter-Obmann Ronald Vogt mit am Tisch. »Wir versichern ihnen, dass sie auf alle Fragen, die heute gestellt wurden, Antworten erhalten werden«, betonte Korfmacher.

Korfmacher lernt nicht aus

Ein Punkt, bei dem der FCO intensiv nachhakte, waren Fragen rund um die ehrenamtliche Mitarbeit in Vereinen sowie die Gewinnung von neuen Verantwortlichen für die Vorstandsarbeit. Auch in Bezug auf die Kooperation mit Schulen herrschte Informationsbedarf. »Wir haben eine ganze Bandbreite von Möglichkeiten aufgezeigt«, erklärte Korfmacher. »Am meisten habe ich mich über die lebendige Diskussion gefreut. Bei vielen Vereinen redet nur der Vorsitzende, hier waren heute alle beteiligt«, sagte der FLVW-Boss.

Seit 2014 sind die Funktionäre mit ihrem Bulli auf Tour. Der 32. Vereinsdialog war deshalb trotzdem kein Abspulen alter Inhalte. »Gerade die Vielfalt in Westfalen vom länd­lichen bis zum leistungsorientierten Verein macht es so spannend. Wir lernen immer dazu«, so der Präsident, für den Bad Oeynhausen eine Station seiner Abschiedstournee war. In sechs Wochen verabschiedet sich Korfmacher beim Verbandstag nach 15 Jahren im Chef-Sessel aus dem FLVW-Vorstand. »Die Gefühle sind schon etwas ambivalent«, gab er zu.

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Besser als eine Tante, die Klavier spielt.

Hermann Korfmacher

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Dem FCO hinterließ der Präsident nicht nur Tipps, sondern auch ein Präsent: »Ein ostwestfälisches Sprichwort lautet: ›Ein Onkel, der Gutes mitbringt, ist besser als eine Tante, die bloß Klavier spielt‹«, grinste Korfmacher und überreichte Dirk Göhner ein Netz mit Bällen. »Da sind auch Futsalbälle mit dabei«, ergänzte Manfred Schnieders, Vize-Präsident Fußball.

Ein Verweis darauf, dass der Verband an seinem Bestreben festhalten will, Futsal flächen­deckend in der Halle durchzusetzen. Korf­macher: »Mit unserem bisherigen Hallenfußball-Modell sind wir in Deutschland weltweit einzigartig. Mittlerweile weiß man aber auch bei uns, dass der gewöhnliche Fußball mit seinen Eigenschaften nur für das Feld draußen entwickelt worden ist.«

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