Zehnjähriges Tennis-Ass vom Oeynhausener TC gehört zu Deutschlands Top-Talenten Majdandzic verwandelt den Matchball

Bad Oeynhausen (WB). Wimbledon-Sieger Goran Ivaniševicć kennt er schon. Doch auf dem heiligen Rasen will Marc Majdandzic in Zukunft  selbst einmal stehen – und erfolgreich gegen die Besten der Welt spielen.  Der zehnjährige Tennisspieler des Oeynhausener TC gehört zu Deutschlands Top-Talenten. Agenturen buhlen bereits um die Unterschrift des jungen Blondschopfs

Von Florian Weyand
Marc Majdandzic vom Oeynhausener TC gehört zu Deutschlands größten Tennis-Talenten. Der 10-Jährige hat das Nationale Deutsche Jüngsten-Tennisturnier in Detmold gewonnen. Mittlerweile sind Sportagenturen auf den Nachwuchsmann aufmerksam geworden.
Marc Majdandzic vom Oeynhausener TC gehört zu Deutschlands größten Tennis-Talenten. Der 10-Jährige hat das Nationale Deutsche Jüngsten-Tennisturnier in Detmold gewonnen. Mittlerweile sind Sportagenturen auf den Nachwuchsmann aufmerksam geworden. Foto: Florian Weyand

Durch den Sieg beim Nationalen Deutschen Jüngsten-Tennisturnier in Detmold macht Marc Majdandzic die Talentjäger im August wieder auf sich aufmerksam. Ohne Satzverlust holt sich der Oeynhau­sener den Titel, besiegt den besten Berliner Spieler Moritz Kudernatsch im Endspiel mit 6:3/6:1. Ein Riesenerfolg für den OTC-Nachwuchsspieler.  »In seiner Altersklasse gibt es keine Deutschen Meisterschaften, aber das Turnier hat den Stellenwert von nationalen Titelkämpfen. Jedes Talent in Deutschland, das einmal Profi werden will, spielt in Detmold«, sagt Vater Tomislav Majdandzic.

Der gebürtige Kroate ist seit 1991 Trainer beim Oeynhausener TC und war selbst einmal auf dem Sprung zum Profispieler. Anfang der 90er-Jahre gehörte er zu den Top 15-Spielern im ehemaligen Jugoslawien. Noch heute hat er gute Kontakte zu damaligen Topspielern wie Goran Ivaniševic.

Voller Wochenplan

Mehr als zehn Stunden steht Marc Majdandzic in der Woche auf dem Tennisplatz. Das reicht dem Youngster aber noch nicht. Neben Tennis  spielt der Zehnjährige, der das Immanuel-Kant-Gymnasium besucht (Lieblingsfächer: Sport, Englisch und Mathe), auch noch Fußball. Beim TuS Bad Oeynhausen jagt er dem runden Leder hinterher. »Ich finde es wichtig, dass Marc auch einen Mannschaftssport betreibt. Tennis ist halt Einzelsport«, sagt Papa Tomislav, der früh das sportliche Talent seines Sohnes erkannt hat.  Aber auch eine musikalische Ausbildung darf nicht fehlen. »Ich spiele noch Gitarre«, sagt Marc Majdandzic. Ein volles Programm, das dem Jungen  aber  mächtig Spaß macht.

Shakehands mit einem Champion: Auch mit Nenad Zimonjic, serbischer Davis-Cup-Sieger von 2010, hat Marc Majdandzic schon gespielt.

Natürlich greifen Vater und Sohn auch im Urlaub zum Tennisschläger, wie zuletzt im kroatischen Pula, wo Marc Majdandzic an einem großen Jugendturnier teilgenommen hat. »112 Kinder aus 42 Ländern haben dort gespielt. Es hat sich etabliert und  ist weltweit das bedeutendste Turnier für Zehnjährige«, berichtet Tomislav Majdandzic. An der Adria  kämpft sich  sein  Sohn bis ins Halbfinale, kassiert  dort gegen einen gleichaltrigen Spanier eine Niederlage. »Marc war nicht schlechter als sein Gegenspieler. Aber der Spanier  trainiert mehr als 20 Stunden pro Woche und lebt schon in einer Tennis-Akadamie. Das ist auch ein bisschen Kopfsache. Da hatte er zu viel Respekt vor dem Gegner«, berichtet der Papa. Die Niederlage wirft den Youngster nicht um. Zum Sport gehören sie dazu, weiß er Zehnjährige.

Agentur für Tennisprofis klopft an

Obwohl Marc Majdandzic das Finale verpasst, ist  eine Agentur für Tennisprofis auf ihn aufmerksam geworden. Sie will das Talent unter Vertrag nehmen, bietet bereits einen Kontrakt über fünf Jahre an, wie sein Papa berichtet. »Das Unternehmen hat zahlreiche Grand-Slam-Sieger unter Vertrag. Zu ihnen gehören Goran Ivaniševic, Chris Evert und  Stanislas  Wawrinka«, sagt Tomislav Majdandzic, der das Angebot aber erst einmal in Ruhe prüfen möchte. Doch mittlerweile steht das Telefon nicht mehr still. Auch Ausrüsterfirmen rufen bei Familie Majdandzic an, bieten Schläger, Kleidung und Bälle an.

Tomislav Majdandzic ist jedoch wichtig, nicht in einen Topf mit typischen »Tennis-Eltern« geschmissen zu werden, die ihr Kind zum Training und zu  Turnieren zwingen.  Er legt großen Wert darauf, dass sein Sohn eine vernünftige schulische Ausbildung bekommt. »Eine gute Vor- und Rückhand spielen, das können viele. Das kann auch jeder lernen. Aber es muss auch charakterlich und mit der Psyche stimmen«, sagt Majdandzic. Wichtig sei es, dass sein Sohn auch  lernt, dass er seine Tasche alleine packen muss und dass er Werte wie Fleiß und Respekt vermittelt bekommt. Wichtige Eigenschaften, um Profi zu werden.

Weiter Weg bis zum Profisportler

»Der Weg ist das Ziel«, erklärt  Majdandzic senior. Dass sein Sohn  Spaß am Sport hat, merkt man dem Jungen  im Gespräch sofort an. Obwohl er erst zehn  Jahre alt ist, kann er seine bisherigen Leistungen  richtig einordnen. Er weiß, dass es bis zum Profispieler noch ein weiter Weg ist.  »Ich darf mich nicht auf meinen bisherigen Erfolgen ausruhen«, sagt Marc  Majdandzic, der auf den Spuren seiner Vorbilder wie Gaël Monfils, Novak Djokovic oder Borna Coric  den Sprung in die ATP-Tour schaffen möchte.

Dafür muss er aber weiter trainieren. »Technisch ist Marc schon richtig gut ausgebildet.  Aber ihm fehlt noch Turniererfahrung«, sagt der  Vater.  Gerade die ausländische Konkurrenz habe in diesem Bereich große Vorteile. »Der Spanier, gegen den Marc in Pula verloren hat, spielte bis dahin 15 Turniere. Wir dagegen nur zwei«, fehlt es in Deutschland an den richtigen Strukturen. So muss Marc Majdandzic weiter in Bad Oeynhausen trainieren. Und von dort seinen Weg in Richtung ATP-Tour gehen

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