Nach seinem Wechsel ist Tim Ruhland auch sportlich in Werste angekommen Holsen statt Herne

Bad Oeynhausen (WB). Vor einem Jahr spielte Tim Ruhland noch im Ahlener Wersestadion oder im ehrwürdigen Schloß Strünkede, der 32.000 Zuschauer fassenden Betonschüssel von Westfalia Herne. Mittlerweile kickt der ehemalige Mittelfeldspieler des FC Gütersloh für die SV Eidinghausen-Werste in der Fußball-Bezirksliga. Und zeigte am Sonntag gegen Holsen, dass er an den Pappeln zu einem Führungsspieler werden kann.

Von Florian Weyand, Alexander Grohmann
Tim Ruhland ballt nach seinem 1:0 gegen den VfL Holsen die Faust. Wenig später erzielt der ehemalige Oberligaspieler des FC Gütersloh auch das 2:0 für die Werster.
Tim Ruhland ballt nach seinem 1:0 gegen den VfL Holsen die Faust. Wenig später erzielt der ehemalige Oberligaspieler des FC Gütersloh auch das 2:0 für die Werster.

Beim 3:2-Sieg gegen Holsen ist Ruhland stärkster Spieler auf dem Feld. Nach seinem Wechsel aus der Oberliga scheint der 26-Jährige endlich auch sportlich in Werste angekommen zu sein. Seit Rückserienbeginn wird Ruhland immer stärker. Die Krönung der bisherigen Leistungen: zwei Tore am Sonntag gegen den VfL. Beim 1:0 steht der Student (Wirtschaftsrecht in Bielefeld) goldrichtig und muss nur noch einschieben. Beim 2:0 trifft er nach einem starken Solo und schiebt den Ball gekonnt in die lange Ecke.

 Das sportliche Glück ist zurück – nach langer Verletzungspause. »In der Hinrunde bin ich lange mit einer Sprunggelenksverletzung ausgefallen. Nun komme ich aber immer besser in Tritt«, sagt Ruhland, der in den vergangenen 18 Monaten fußballerisch einiges erlebt hat. Über Westfalenligist RW Maaslingen kam Ruhland im Sommer 2013 zum FC Gütersloh. »Das ist schon ein bisschen wie ein Schritt in eine große Fußballwelt«, kommt er beim ehemaligen Zweitligisten zu einigen Oberligaeinsätzen und spielt mit Ex-Profis wie Manuel Bölstler (Arminia Bielefeld, Karlsruher SC) oder FCG-Rekordspieler Tim Brinkmann zusammen. Unter dem mittlerweile entlassenen Trainer Holger Wortmann (nun Westfalia Herne) lernt er rund um das Heidewaldstadion aber auch die Schattenseiten des Sports kennen, wenn der Druck bei einem finanziell immer auf der Rasierklinge reitenden Verein größer wird.

 Duelle gegen Ahlen, Lippstadt oder Erkenschwick, schillernde Namen der nordrhein-westfälischen Fußballszene, sind nun aber Geschichte. Für Ruhland geht es jetzt gegen Varl, Häger oder Holsen. Beim letztgenannten Gegner bittet der Mittelfeldspieler am Sonntag nach den beiden Treffern selbst um seine Auswechslung. »Ich habe schon Gelb gesehen. Der Schiri hat mir gesagt, dass ich mir nichts mehr erlauben darf. Da ist man natürlich vorsichtig«, sagt er. Ruhland muss raus und seine Mannschaft verliert beim Stand von 3:0 den Faden. Holsen kommt auf 2:3 heran, dann pfeift der Schiri ab. Ruhland und sein Team können durchatmen.

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