Bezirksliga: Verteidiger Erdbrügger ist Favorit auf Loher Torwart-Job – gelungener Debütantenball in Werste Der Bruder muss es ausbaden

Bad Oeynhausen (WB). Thorsten Bunde in der Torwart-Klemme: Nach der Roten Karte gegen Marc Erdbrügger muss der Coach des Fußball-Bezirksligisten TuS Lohe erneut improvisieren. Wahrscheinlich geht jetzt ein Feldspieler ins Tor.

Von Alexander Grohmann, Florian Weyand
Gefährliches Spiel: Marc Erdbrügger hatte die Hände schon am Ball, als Vlothos Christian Franz nachsetzte und den 35-Jährigen aus kurzer Distanz anschoss. Lohes Schlussmann sprang daraufhin auf und schubste Franz zu Boden – die Rote Karte.
Gefährliches Spiel: Marc Erdbrügger hatte die Hände schon am Ball, als Vlothos Christian Franz nachsetzte und den 35-Jährigen aus kurzer Distanz anschoss. Lohes Schlussmann sprang daraufhin auf und schubste Franz zu Boden – die Rote Karte.

SC Vlotho

Kurz nach der 1:2-Pleite am Sonntag beim SC Vlotho ist die Gerüchteküche eröffnet. »Mal schauen, wen unser Trainer jetzt aus dem Hut zaubert«, sagt Christian Witthaus. Lohes Nummer eins ist nach seiner Notbremse in der Vorwoche beim 2:2 gegen Schötmar noch für ein weiteres Spiel gesperrt. Nach dem Platzverweis gegen Interims-Keeper Marc Erdbrügger (85.) hat die Suche nach weiteren Alternativen für die kommende Partie gegen den BV Stift Quernheim begonnen.

 Und die treibt nach dem Spiel in Vlotho bunte Blüten. Selbst der Vorsitzende Andreas Hinkelmann wird plötzlich als Torwart-Ersatz gehandelt. Schließlich war »Hinki« in der vergangenen Saison schon einmal als Keeper eingesprungen. Thorsten Bunde verfolgt allerdings einen anderen Plan. Gestern im Training prüfte er die wohl naheliegendste Alternative. »Ich werde mir Pascal Erdbrügger im Tor angucken. Es läuft darauf hinaus, dass er am Sonntag im Tor steht«, sagt der Trainer, der zwar ungern einen seiner wichtigsten Verteidiger opfern würde. »Aber ›Calli‹ hat in der Jugend im Tor gespielt und das sogar mit Kreisauswahl-Erfahrung. Und er ist absolut schmerzfrei«, traut Bunde dem Abwehr-Hünen die Rolle zu.

 Zudem verfügt »Calli« überfrische Job-Erfahrung. Schon in zwei Spielen 2015 musste sich der Verteidiger notgedrungen kurzzeitig das Torwart-Trikot überstreifen. Gegen Schötmar parierte er sogar einen Elfmeter. In Vlotho übernahm er den Torwart-Part von Bruder Marc, der nach seinem Schubser gegen Christian Franz vom Platz geflogen war (85,).

 Franz hatte dem am Boden liegenden Erdbrügger den Ball aus den Händen gegen den Oberkörper geknallt. Der eigentlich besonnene Torwart-Routinier verlor daraufhin die Beherrschung, sprang auf und schubste den Vlothoer zu Boden. Eine klare Rote Karte. Bitter: Durch die folgende Sperre verpasst Erdbrügger auch seinen Einsatz am Samstag bei den Ü32-Stadtmeisterschaften.

 Dass er kein Rüpel ist, wollte der 35-Jährige bei seinem Abgang einem Vlothoer Fan klarmachen. Dieser hatte die vorangegangene Szene mit deutlichen Worten kommentiert. »Als ich auf auf ihn zuging, sagte er, tun Sie mir bitte nichts«, berichtete der verdutzte Erdbrügger, dem nun das Image des bösen Buben anhaftete.

 Die Loher, die erneut viel besser als ein Abstiegskandidat auftraten, haben nicht nur Torwartsorgen. Torjäger Manuel Hejlek droht mit einer Grippe weiter auszufallen. Vielversprechend verlief dafür in Vlotho das 60-Minuten-Debüt von Damian Bulka. Der Neuzugang sortierte sich im rechten Mittelfeld gut ins Loher Spiel ein.

SV Eidinghausen-Werste

Ein erstes Ausrufezeichen hat die SV Eidinghausen-Werste mit dem 7:1-Sieg gegen Union Varl gesetzt. Besonders die Neuzugänge überzeugten bei ihrem Pflichtspieldebüt an den Pappeln. Mit Marcos Brandao Bello steuerte ein Wintertransfer nicht nur zwei Treffer zum Sieg bei, sondern knackte bei seinem ersten Auftritt im Werster Trikot mit seinem Tor zum 1:0 auch erstmals die Gästeabwehr. Zuvor waren die Werster über weite Strecken das deutlich dominierende Team, konnten ihre Chancen aber nicht nutzen.

 Varls Keeper Marcel Redeker hielt seinen Kasten bis zur 43. Minute dicht und trieb damit auch Werstes Topstürmer Schindar Mohammad zur Verzweiflung. Nach einem weiteren parierten Schuss trat »Mo« gegen die Umzäunung des Werster Sportparks. Jürgen Klinsmann und die Werbetonne lassen grüßen. »Ich habe mich geärgert, weil wir unsere Chancen nicht gemacht haben«, sagte Mohammad. Im Anschluss an diese Aktion brach Bello aber den Bann, erzielte vor der Pause per Kopf das wichtige 1:0. Dass er es mit dem Schädel kann, zeigte Bello gegen Spielende, als er auch seinen zweiten Treffer per Kopf erzielte.

 Mit Christopher Zalipski zeigte ein weiterer Neuzugang eine starke Leistung. Der Keeper, der im Winter vom B-Ligisten TuS Bad Oeynhausen an die Pappeln wechselte, bekam wenig aufs Tor. »Wenn etwas kam, war er aber zur Stelle«, lobte Rodewald den Schlussmann. Dem Coach gefielen nicht nur die Aktionen auf der Linie, sondern auch die Art des Torwartspiels. »Christopher sollte das Spiel von hinten dirigieren. Das hat er gut gemacht.«

 Mit Alessio Carmisciano griff der dritte Neue nur kurz ins Spiel ein. Der Außenverteidiger hatte noch mit einer Verletzung zu kämpfen, kam fünf Minuten vor dem Ende für Vasile Militaru. Zudem machte der A-Jugendliche Ayobami Samad Lasisi auf sich aufmerksam. In der 77. Minute kam der Youngster für Doppeltorschütze Bello in die Partie und zeigte gute Ansätze.

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