VfL Wolfsburg gewinnt 30. Weserspucker-Turnier – Schock über Tod von Junior Malanda  Der Sieger trägt Trauer 

Minden (WB). Die alten Wölfe haben noch Biss. Im Finale des 30. Weserspucker-Turniers düpieren die Traditionskicker des VfL Wolfsburg Rekord-Sieger Borussia Dortmund mit 6:2 und krallen sich bei ihrer erstmaligen Teilnahme gleich den Siegerpokal. Doch in die Freude der Wolfsburger mischt sich große Trauer über den Tod des jungen VfL-Profis Junior Malanda (20).

Von Alexander Grohmann
Wolfsburg hat den Pokal: (oben von links) Wolfgang Schönke, Detlev Dammeier, Reginald Arnett, Jan Schanda, Klaus Voss, Holger Ballwanz, (unten v. links) Ingo Vandreike, Frank Plagge, Burkhard Kick, Peter Kleeschätzky und Siggi Reich. Es fehlt Roy Präger.
Wolfsburg hat den Pokal: (oben von links) Wolfgang Schönke, Detlev Dammeier, Reginald Arnett, Jan Schanda, Klaus Voss, Holger Ballwanz, (unten v. links) Ingo Vandreike, Frank Plagge, Burkhard Kick, Peter Kleeschätzky und Siggi Reich. Es fehlt Roy Präger.

 Der belgische Spieler des Fußball-Bundesligisten war am Nachmittag nur 30 Kilometer von der Kampa-Halle entfernt bei einem Verkehrsunfall auf der A2 ums Leben gekommen (siehe Bericht im überregionalen Sport). »Wir haben überlegt, ob wir zum Finale antreten sollen und haben uns dafür entschieden zu spielen. Wir stiften den Pokal Junior und seiner Familie«, sagt Wolfsburgs Spielertrainer Holger Ballwanz bedrückt. Der Jubel fällt unter dem Eindruck der Ereignisse verhalten aus.

 Gegen die schockierende Nachricht vom Nachmittag verblasst die Verletzung von Roy Präger. Wolfsburgs Stürmer muss den Abend im Krankenhaus verbringen, nachdem er sich im Halbfinale gegen Nürnberg bei einem unglücklichen Zweikampf an der Bande den Arm gebrochen hat. Auch beim Spielerbankett fehlt vom früheren Bundesligaspieler (Wolfsburg, HSV) jede Spur. »Das Röntgen hat länger gedauert«, klärt Ballwanz auf.

 Sportlich hat das 30. Weserspucker-Turnier allerhand zu bieten. 2028 Zuschauer verfolgen das unterhaltsame Geschehen auf dem Parkett mit Ex-Profis von Detlev Dammeier (Wolfsburg) über den noch topfitten Ex-Nationalspieler Fabian Ernst (Hannover) bis Torjäger-Oldie Frank Mill (Dortmund) – und sorgen für zufriedene Mienen beim Ausrichter-Team von Union Minden. »Ich kann mir gut vorstellen, dass wir das Turnier fortsetzen«, erteilt Union-Vorsitzender Thorsten Schwier einem vorzeitigen Abgesang auf die Veranstaltung eine klare Absage.

Wolfsburg startet mit Niederlage

 Wolfsburg startet mit einer 1:2-Pleite gegen Gladbach ins Turnier, weiß sich aber zu steigern. Nach dem 5:0 gegen das Weserspucker-Team stehen die Wölfe gegen Dortmund bei einem 1:2-Rückstand dennoch vor dem Aus. Das Tor zum 2:2 in letzter Sekunde von Jan Schanda beschert dem VfL das Weiterkommen, während die Weserspucker in die Röhre schauen. »Wir standen gedanklich schon im Halbfinale«, sagte Christian Riedel, der durch das Remis mit seinen Teamkollegen aus den Träumen gerissen wird. Die Weserspucker scheiden erstmalig nach Jahren vorzeitig aus.

 Die spannende Vorrunde wird von den K.o.-Spielen an Dramatik noch überboten. Im Halbfinale erkämpft sich Wolfsburg ohne den lädierten Präger ein 2:2 gegen Nürnberg und behält im Neunmeterschießen die Oberhand. Im zweiten Halbfinale zwischen den Turnier-Rekordsiegern Dortmund und St. Pauli sorgt Michel Dinzey, der in der letzten Sekunde einen Linksschuss zum 3:3 im Dortmunder Tor versenkt, für eine Pauli-Party auf dem Spielfeld. Wenig später gibt es dann lange Gesichter: Im Neunmeterschießen verlässt den FC das Schussglück – am Ende wird es nach zwei Titeln in Folge nur Platz vier. »Wir hätten mehr erreichen können«, ärgert sich Kapitän Andre Golke.

 Im Finale fehlt nicht nur Wolfsburgs Präger. Der BVB muss mit Giovanni Federico, der sich im dritten Gruppenspiel einen Muskelfaserriss in der Wade zugezogen hat, auf den Top-Torjäger (6) und besten Spieler des Turniers verzichten. Nach dem 2:2 durch Hannes Wolf (12.) geht dem BVB die Luft aus. Jan Schanda (3), Ingo Vandreike (2) und Gerald Schröder schießen die Wölfe zum Titel. »Wir hatten nichts mehr zuzulegen«, betont BVB-Kapitän Michael Lusch am Mikro von Werner Hansch. Der Mini-Kader der Wölfe hinterlässt ebenfalls seine Spuren – zumindest bei Detlev Dammeier. »Ich bin ganz schön im Arsch. Wir mussten mit sechs Leuten auskommen«, sagt der Bielefelder.

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