Kunstrasen im Stadion feierlich eingeweiht – 1,2-Millionen-Budget unterschritten  Platz da! 

Bad Oeynhausen (WB).Schöne Bescherung: Die Stadt Bad Oeynhausen und die heimischen Fußballvereine haben am Samstag die neue Sportanlage an der Mindener Straße eingeweiht. Ein großer und ein kleiner Kunstrasenplatz sorgen hier in Zukunft für Top-Bedingungen. Ein echtes Geschenk für die heimischen Fußballer passend zur Weihnachtszeit.

Von Alexander Grohmann
Schritt nach vorne: (von links) Bauleiter Dieter Hinzmann, FCO-Vorsitzender Dirk Göhner, Bürgermeister Klaus Mueller-Zahlmann, Ehrenbürger Prof. Dr. Reiner Körfer und der Stadtsportverbands-Vorsitzende Hans Milberg testen den neuen Kunstrasen an der Mindener Straße.
Schritt nach vorne: (von links) Bauleiter Dieter Hinzmann, FCO-Vorsitzender Dirk Göhner, Bürgermeister Klaus Mueller-Zahlmann, Ehrenbürger Prof. Dr. Reiner Körfer und der Stadtsportverbands-Vorsitzende Hans Milberg testen den neuen Kunstrasen an der Mindener Straße.

 »Ich erkläre die Sportanlage für eröffnet.« Um 14.40 Uhr sprach Bürgermeister Klaus Mueller-Zahlmann unter dem Applaus von Vereinsvertretern, Sportfunktionären aus Stadt und Kreis sowie lokaler Politiker die magischen Worte. In nur viermonatiger Bauzeit waren das Vorgängerstadion dem Erdboden gleichgemacht und die neue, moderne Anlage aus dem Boden gestampft worden. »Das ist ein Grund zum Feiern«, sagte Mueller-Zahlmann. Recht hat er: Jahrelang hatten die Vereine, allen voran der FC Bad Oeynhausen, um einen Kunstrasenplatz zur Verbesserung der Trainings- und Spielsituation gekämpft.

 Mueller-Zahlmann erinnerte an den 6. Dezember 1936, als das Stadion mit einem Freundschaftsspiel zwischen Werder Bremen und Schalke 04 eingeweiht wurde. »Wir befinden uns auf historischem Grund.« Der Stolz der Stadt hatte in den vergangenen Jahrzehnten allerdings arg gelitten. Baufällige Tribünen, holpriger Rasen – eine Augenweide war die Arena schon lange nicht mehr. »Mit der neuen Anlage haben wir für die Fußballer im Zentrum der Stadt eine neue Heimstätte geschaffen«, so der Bürgermeister stolz.

 Die ersten Rufe nach einem Kunstrasenplatz waren vor mehr als zehn Jahren aufgekommen. Doch die politischen Mühlen mahlten langsam. »Neben der Frage um die Finanzierung ging es zuerst auch darum, ob die Stadt überhaupt einen Kunstrasenplatz braucht«, erinnerte Mueller-Zahlmann an kontroverse Diskussionen. Die Suche nach dem geeigneten Standort verschlang weitere kostbare Zeit. Erst im November 2013 wurden die Weichen mit dem Antrag im Sportausschuss gestellt.

 1,2 Millionen Euro waren für den Stadion-Umbau veranschlagt worden. »Wir mussten einen Kredit aufnehmen«, erklärte Mueller-Zahlmann, der von Tempo und Effizienz bei der Fertigstellung beeindruckt ist. »Wir haben unser Budget nicht ausgeschöpft.« Am 21. Juli erfolgte der erste Spatenstich, am 9. Dezember die Abnahme. »So schnell kann manchmal gebaut werden.« Ein Lob ging auch an Dieter Hinzmann (Gebäude- und Liegenschaftsmanagement), bei dem die Fäden zusammenliefen. »Ich freue mich für die Fußballer, die hier jetzt spielen dürfen«, verweist der ehemalige Kicker der SV Kutenhausen/Todtenhausen auf einen Kunstrasen der dritten Generation, der von der Firma Politan verlegt wurde und modernsten Ansprüchen genügt. Hinzmann: »Es handelt sich um eine monofile, gerade Faser.«

 Ein Feiertag war es vor allem für den FC Bad Oeynhausen, dessen Teams in Zukunft im Herbst und Winter nicht mehr zum Trainieren über die Plätze tingeln müssen. Der FCO-Vorsitzende Dirk Göhner stellte klar, dass die Anlage allen Vereinen zur Verfügung steht. »So wachsen wir etwas zusammen. Das finde ich gut«, meinte Göhner, der sich als Wortführer lange vergeblich für einen Kunstrasenplatz stark gemacht und manche Schlappe kassiert hatte. Nun hat er das Traumprojekt verwirklicht.

 »Wir waren manchmal anderer Meinung. Aber ich kann nur allen Verantwortlichen aus der Politik und Verwaltung meinen Respekt für das aussprechen, was hier in den vergangenen Monaten umgesetzt worden ist«, lobte er. Für ein Happy-End fehlt etwas – nämlich der Landesliga-Klassenerhalt. »Ich sehe die Anlage als Verpflichtung an, den Abstieg zu verhindern. Nach der Winterpause wollen wir das Feld von hinten aufrollen.« Der 5:1-Sieg der ersten Mannschaft im Einweihungsspiel gegen den SC Paderborn II war der passende Fingerzeig: Auf dem neuen Kunstrasen soll auch der sportliche Erfolg zurückkehren.

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