Landesliga: FCO spielt gegen Mastholte wie ein Absteiger – Frust-Treffen nach Abpfiff  Erschreckende Halbzeit-Bilanz 

Bad Oeynhausen (WB).Der Trend zeigt wieder in die falsche Richtung. Nach zwei Niederlagen in Folge ist Fußball-Landesligist FC Bad Oeynhausen im Tabellenkeller verstärkt unter Druck geraten. Im letzten Spiel des Jahres gegen den SC Peckeloh muss nun dringend ein Sieg her.

Von Alexander Grohmann
Leichte Beute für Kevin Kaupmann: Der Keeper von RW Mastholte pflückt problemlos einen Eckball herunter. Die FCO-Spieler (von links) Julius Eckert, Hannes Stegen und Filip Marciniak sind weit weg. Der Tabellenzweite war eine Nummer zu groß.
Leichte Beute für Kevin Kaupmann: Der Keeper von RW Mastholte pflückt problemlos einen Eckball herunter. Die FCO-Spieler (von links) Julius Eckert, Hannes Stegen und Filip Marciniak sind weit weg. Der Tabellenzweite war eine Nummer zu groß.
Zumindest bemüht: Benni Bley bei einem Vorstoß über links.

Nicht nur die Kälte, auch der Frust über die enttäuschende Vorstellung beim 0:4 gegen RW Mastholte ist den Beteiligten am ersten Advent in die Glieder gefahren. Führungsspieler wie Kapitän Jannik Göhner, Marco Müller und Filip Marciniak wählen nicht den direkten Weg in die Kabine, sondern halten im Vorraum des Sportlerheims im Schulzentrum Süd eine spontane Krisensitzung ab.

Auch Dirk Göhner nimmt am Frust-Treffen teil. Der jüngst wiedergewählte Vereinsboss macht aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. Hat sich Göhner die erste Halbzeit noch von der Tribüne aus angeschaut, wechselt er in der Pause zu anderen Vereinsmitgliedern vor das Sportlerheim. Die Laune ist schlecht. Göhner erkennt die Elf nach dem guten Auftritt vor zwei Wochen beim 0:1 in Rödinghausen nicht wieder.

»Wille allein reicht nicht«, stellt derweil der erneut pausierende Mike Schusstzik schonungslos fest. Der Abwehr-Routinier ist nur als Zuschauer am Platz. Nach auskurierter Armverletzung befindet sich »Schussel« erst seit kurzem wieder im Training. Ein Comeback am Sonntag im letzten Spiel des Jahres gegen Peckeloh dürfte mit Blick auf die vielen Defensiv-Patzer beim 0:4 gegen Mastholte nicht ausgeschlossen sein.

Die Hinrunden-Bilanz lässt die Vereinsführung erschaudern. Nach 15 Saisonspielen kommt der Landesligist auf ganze acht Punkte – eine katastrophale Ausbeute. Interimscoach Hartmut Vogt verbuchte fünf Zähler, doch der zwischenzeitliche Aufwärtstrend mit drei Spielen ohne Niederlage am Stück ist offenbar beendet. Die kämpferischen Worte von Göhner bei der Jahreshauptversammlung (»Wir wollen auf keinen Fall absteigen. Das ist nicht unser Anspruch«) scheinen ungehört verhallt zu sein. Gegen die zweikampfstarken Mastholter, die mit dem Sieg Platz zwei übernehmen, sehen die harmlosen FCO-Kicker eine Halbzeit kein Land. Selbst dem besonnenen Hartmut Vogt platzt beim Blick auf den Tiefschlaf in der Abwehr einige Male der Kragen.

Nach dem Spiel bemüht sich der 68-Jährige, weiter positiv nach vorne zu schauen. »Wer etwas anderes von mir erwartet, kennt mich nicht«, sagt Vogt, der auch nach der 0:4-Klatsche auf die wenigen Lichtblicke verweist: »Die zweite Halbzeit müssen wir mitnehmen. Wir haben uns nicht abschlachten lassen. Man muss sagen, dass wir gegen einen sehr guten, homogenen Gegner verloren haben.«

Auch die körperliche Unterlegenheit ist am Sonntag nicht zu übersehen. »Gegen diese großen Kerle war es schwer«, weiß Vogt. Zu einem vernünftigen Aufbauspiel kommt der FCO auch deswegen nicht, weil mehrere Spieler in der Offensive mal wieder total abtauchen. Den künftigen Trainer Holm Windmann, der die Elf zur Rückrunden-Vorbereitung übernimmt, erwartet viel Arbeit.

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