Tischtennis: Dimitrij Ovtcharov hat als C-Schüler am Desenbergturnier teilgenommen Aus Warburg an die Weltspitze

Warburg (WB). Im Finale hat es nicht ganz gereicht. Dimitrij Ovtcharov fährt im Januar 1997 nur als zweiter Sieger der C-Schülerklasse vom Desenbergturnier nach Hause. Exakt 21 Jahre später ist er die Nummer eins der Tischtennis-Weltrangliste.

Von Sylvia Rasche
Fast auf den Tag genau 21 Jahre nach seinem Auftritt als C-Schüler beim Desenbergturnier des TTV Daseburg ist Dimitrij Ovtcharov die neue Nummer eins der Tischtennis-Weltrangliste. In Warburg musste er sich seinerzeit übrigens mit Platz zwei begnügen.
Fast auf den Tag genau 21 Jahre nach seinem Auftritt als C-Schüler beim Desenbergturnier des TTV Daseburg ist Dimitrij Ovtcharov die neue Nummer eins der Tischtennis-Weltrangliste. In Warburg musste er sich seinerzeit übrigens mit Platz zwei begnügen. Foto: dpa

»Da sieht man mal, wohin eine Teilnahme an unserem Turnier führen kann«, lacht Gaby Daly, Vorsitzende des TTV Daseburg. Ihr Verein richtet das Traditionsturnier an diesem Wochenende schon zum 52. Mal aus.

Nicht mit dabeisein werden Dimitrij Ovtcharov und der Sieger der damaligen C-Schülerklasse, Robert Hölzchen aus Frankfurt. Obwohl das Turnier schon so lange zurückliegt, erinnert sich der Hesse noch genau an seinen Auftritt in Warburg. »Ich habe damals ja sogar zweimal im Turnierverlauf gegen Dimitrij gewonnen und auch zusammen mit ihm im Doppel gespielt«, berichtet der 31-Jährige, der die Karriere des deutschen Nationalspielers verfolgt. »Als Tischtennisspieler bekommt man das natürlich mit. Irgendwann ist mir dann aufgefallen, dass es sich bei Ovtcharov um meinen Doppelpartner vom Desenbergturnier handelt«, erzählt Hölzchen im Gespräch mit dem Westfalen-Blatt. Während es Ovtcharov bis an die Weltspitze geschafft hat, hat Hölzchen immerhin in der Oberliga gespielt. Aktuell ist er in der Bezirksoberliga für den TV Nauheim aktiv und hat sich im Keller seines Elternhauses auf die Suche nach der Desenberg-Urkunde gemacht.

Robert Hölzchen hat die Urkunden vom Desenbergturnier 1997 aufbewahrt. Im Doppel stand er mit Dimitrij Ovtcharov ganz oben auf dem Treppchen, in Einzel besiegte er »Dima« sogar

»Ich war damals gerade Hessenmeister der C-Schüler geworden. In Warburg wollte Dimitrij mit mir Doppel spielen. Er war aber jünger als ich und genauso klein. Da war ich erst skeptisch«, berichtet Hölzchen. Mit dem Hinweis, sein Vater sei russischer Meister, habe ihn Ovtcharov dann überzeugt, lacht der Hesse. Die Urkunde und ein altes Foto aus dem Westfalen-Blatt sind Beweise seines Doppels mit dem aktuellen Weltranglistenersten.

Dimitrij Ovtcharov (links) und Robert Hölzchen 1997 beim Desenbergturnier des TTV Daseburg.

Ob es diese Urkunde auch noch im Hause Ovtcharov in Hameln gibt, ist nicht bekannt. Sicher ist aber, dass der junge Dimitrij zu Schülerzeiten nicht nur einmal im Kreis Höxter zu Gast war. »Ich bin in der Zeit sehr viel mit meinem Vater auf Turnieren in der Umgebung unterwegs gewesen. Bestimmt auch in Warburg, Driburg und Höxter – allerdings waren es wirklich so viele Turniere, dass ich mich an die Orte nicht mehr genau erinnere«, hat Dimitrij Ovtcharov einmal am Rande der German-Open in Bayreuth im Gespräch mit dieser Zeitung berichtet. Damals war er auf dem Sprung in die Top-100 der Weltrangliste – auch das liegt inzwischen mehr als zehn Jahre zurück.

Bei der aktuellen Auflage des Desenbergturniers gibt es natürlich erneut eine Schüler-C-Konkzurrenz. Dass es einer der Platzierten auf dem Treppchen in die Weltspitze schaffen wird, ist unwahrscheinlich – aber nicht ausgeschlossen.

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