Hohenwepeler Stefan Brechtken zeigt seine Liebe zum FC Schalke 04 mit königsblauem Dach Für den Meister-Stern ist noch Platz

Hohenwepel (WB). Dieses Dach schützt nicht nur vor Regen, Sonne, Wind und Wetter – dieses Dach ist ein echter Hingucker. Mit einem neun mal neun Meter großen Schalke-Logo auf seiner Scheune zeigt Stefan Brechtken (53) seine Verbundenheit mit seinem Lieblingsverein.

Von Günter Sarrazin
Auf dem Dach seiner Scheune hat der Hohenwepeler Stefan Brechtken mit Freunden ein weithin sichtbares Logo seines Lieblingsvereins FC Schalke 04 gedeckt.
Auf dem Dach seiner Scheune hat der Hohenwepeler Stefan Brechtken mit Freunden ein weithin sichtbares Logo seines Lieblingsvereins FC Schalke 04 gedeckt. Foto: Günter Sarrazin

Sie heißen »Vario Junior Zwilling«, gehören zur Linie Eleganz und sind royalblau und perlweiß. Im Sonnenschein leuchten die Ziegeln besonders schön in den Farben des weltbekannten Revierklubs. Stefan Brechtken, der bis zum Jahr 2002 für den SV Borussia Hohenwepel Fußball gespielt hat und auch einige Jahre als Jugendbetreuer fungierte, hat mit der sehr persönlichen Dachgestaltung eine lang gehegte Idee in die Tat umgesetzt. »Ursprünglich ist sie schon vor 15 Jahren geboren. Damals wollte ich ein Schalke-Abzeichen auf das Scheunentor machen«, sagt der Hohenwepeler.

Sein Patenonkel August Brechtken aus Bonenburg hat in ihm vor über vier Jahrzehnten die Begeisterung für den FC Schalke 04 geweckt. »Es war auf meiner Kommunion«, berichtet Stefan Brechtken, der am 29. Dezember 53 Jahre alt geworden ist. Der Postbeamte gehört nicht zu jenen Fans, die jedes Spiel des immer wieder für leidenschaftliche Debatten guten Fußball-Bundesligisten und Champions-League-Teilnehmers besuchen. Seinem ruhigen Naturell entsprechend, ist er eher ein stiller Anhänger. Nur alle paar Jahre fährt er in die Schalke-Arena, um ein Spiel live zu sehen. »Ich gucke lieber zuhause in Ruhe im Fernsehen. Im Stadion ist es mir zu aufregend«, sagt er.

Wimpel, Poster, Schals, Fotos mit Autogrammen der Spieler und allerhand weitere Fanartikel schmücken sein großes Schalke-Zimmer. In einem Glasschrank steht eine Schalke-Dachziegel, die ihm der Dachziegelfabrikant Meyer-Holsen aus Hüllhorst mit Garantieurkunde überreicht hat. »Bei Meyer-Holsen habe ich die Ziegeln als Sonderanfertigung gekauft«, blickt Brecht-ken zurück. Weil das Dach seiner Scheune baufällig war, hat er die Idee mit dem Schalke-Logo vorangetrieben und mit Freunden umgesetzt. »Ich kannte das königsblaue Haus an der Autobahn bei Kassel«, erzählt er von einem Vorbild. Mit seinem Arbeitskollegen Theo Sommer aus Nörde und Dachdecker Martin Müller hat er Freunde angesprochen, die sich beide schnell für die Idee begeistern konnten – kein Wunder, denn sie sind ebenfalls Schalke-Fans. Bauzeichnerin Sybille Sommer, die Frau von Theo Sommer, hat die Zeichnung gemacht, damit das Logo passend gelegt werden konnte. Bei den Arbeiten haben weitere Freunde und Nachbarn mit angepackt. Zunächst wurden die äußeren, roten Dachziegeln gelegt, dann die Schalker Pfannen. Mit dem Ergebnis waren alle zufrieden. Stefan Brechtkens Nachbarn Annemarie und Dietmar Brenke-Steffens haben das Ganze in einem blau-weißen Fotobuch festgehalten.

Auf sein Schalke-Dach ist Stefan Brechtken, der als Postbote seit 14 Jahren den Bezirk Diemelstadt betreut, von Freunden und Bekannten schon oft angesprochen worden. Wenn sein Lieblingsverein verloren oder schlecht gespielt hat, gibt es lockere Sprüche, ob er das Dach nicht umdecken oder zumindest verhüllen wolle. »Als Schalke-Fan muss man leidensfähig sein, es geht auf und ab«, sagt der Junggeselle, der bei solchen Späßen gelassen bleibt. »Ich antworte dann, ich mache eine große Jalosie über das Dach«. Für den Fall, dass der Meister der Herzen endlich den Bundesliga-Titel holt, hat er einige weiße Ziegeln mehr bestellt. Mit denen will er dann den Meister-Stern legen. »Ich gebe die Hoffnung nicht auf«, sagt Stefan Brechtken mit einem Lächeln. Eines ist klar: Der FC Schalke 04 kann schlecht spielen oder hoch verlieren, der Hohenwepeler bleibt getreu dem gleichnamigen Vereinslied »Blau und Weiß, wie lieb ich dich« Fan der Königsblauen und die Ziegeln bleiben auf dem Dach.

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