Tischtennis: Driburgerin gehört zum Favoritenkreis der U21-EM Mittelham hat Gold im Visier

Bad Driburg (WB). Fünf EM-Goldmedaillen hat sie schon gewonnen. Geht es nach Nina Mittelham, sollen bis Sonntag noch zwei weitere dazukommen. »Ich will den Titel. Im Einzel und im Doppel«, macht die Driburger Tischtennis-Bundesligaspielerin deutlich.

Von Sylvia Rasche
Die Bad Driburger Tischtennis-Bundesligaspielerin Nina Mittelham gehört bei der U21-Europameisterschaft im russischen Sotschi zum engen Favoritenkreis. Sie möchte im Einzel und Doppel ganz oben auf dem Treppchen stehen.
Die Bad Driburger Tischtennis-Bundesligaspielerin Nina Mittelham gehört bei der U21-Europameisterschaft im russischen Sotschi zum engen Favoritenkreis. Sie möchte im Einzel und Doppel ganz oben auf dem Treppchen stehen. Foto: Sylvia Rasche

Nach der Rückkehr vom Europapokal-Viertelfinale aus Ankara geht es für sie weiter nach Russland. Ihre in der Türkei zugezogene Fußverletzung ist inzwischen als Bänderdehnung diagnostiziert. »Der Arzt hat mir zwei Tage Pause verordnet. Dann sehen wir weiter. Ich hoffe, dass ich trotz allem gut spielen werde«, blickt Mittelham voraus. In Sotschi werden von diesem Donnerstag an erstmals die U21-Europameister ermittelt. Die Driburgerin gehört als zweitbeste Europäerin der U21-Weltrangliste zum Favoritenkreis.

»In Asien werden schon länger U21-Meister ermittelt. In Europa haben wir jetzt die Premiere. Das Turnier ist als Übergang aus der Jugend- in die Erwachsenenzeit für die Spieler sehr wichtig«, sagt Helmut Hampl. Der Cheftrainer des Düsseldorfer Tischtenniszentrums betreut die deutsche Auswahl in Sotschi zusammen mit der ehemaligen Weltranglistenzweiten Tamara Boros (Kroatien).

Hampl verfolgt den Weg von Nina Mittelham seit einiger Zeit und hält große Stücke auf die 20-Jährige. »Sie hat das Potential in Sotschi ganz vorne mitzuspielen.« Die Setzliste sei in dieser Altersklasse aber nicht so entscheidend. »Es gibt immer Spielerinnen, die länger nicht international aktiv waren, in der Weltrangliste nicht so gut stehen und daher tiefer gesetzt werden. Da muss man aufpassen«, warnt Hampl.

Endlich wieder beschwerdefrei

Nina Mittelham sieht das ähnlich. Sie hat ihre bisherigen fünf EM-Titel allesamt in dem Jahrgang gewonnen, der aktuell die U21-EM bestreiten darf. »Gegen viele habe ich aber schon sehr lange nicht mehr gespielt und kann sie daher schwer einschätzen«, sagt die Driburgerin, die ihre Nationalmannschaftskollegin Chantal Mantz und die Rumänin Adina Diamonu zu den stärksten Spielerinnen in Sotschi zählt.

Nach ihrer langen Verletzungsmisere hatte die 20-Jährige zuletzt wieder beschwerdefrei trainiert und freute sich über eine ansteigende Formkurve. In der EM-Qualifikation der Frauen-Nationalmannschaft hat Bundestrainerin Jie Schöpp ihr die Chance gegeben, sich zu beweisen. Mit vier Siegen in vier Spielen hat Nina Mittelham dieses Vertrauen in Leistung zurück gezahlt. »Es ist super, dass ich ungeschlagen geblieben bin. Die Form stimmt. Jetzt geht es darum, wieder oben anzugreifen«, blickt Nina Mittelham nach vorne. Sie hofft, bei der WM in Düsseldorf Ende Mai/Anfang Juni und der EM in Herbst in Luxemburg von der Bundestrainerin nominiert zu werden.

Doch jetzt geht es erst einmal um den perfekt Abschluss des Jugendbereichs. Dadurch, dass die U21-EM ausgerechnet in Russland stattfindet, könnte sich für Nina Mittelham ein Kreis schließen. In Kazan hat sie 2011 nämlich ihre ersten beiden EM-Titel bei den Schülerinnen gewonnen. Im Einzel und im Doppel zusammen mit Nicole Trosman aus Israel. Mit ihr wird sie auch jetzt wieder antreten. »Wir möchten zusammen ganz oben stehen«, sagt die Driburgerin.

Vor zehn Tagen in Ungarn haben beide auf der World-Tour einen letzten Test absolviert und dabei unter anderem die amtierenden U18-Weltmeisterinnen aus Rumänien besiegt. In Budapest hat die Driburgerin auch im U21-Wettbewerb gespielt und dort Bronze gewonnen. Die U21-Konkurrenzen will sie in diesem Jahr so oft wie möglich nutzen, »um gute Spiele zu liefern und dadurch viele Punkte für die Weltrangliste zu sammeln.«

Im Januar-Ranking steht die Siegerin der Brazil-Junior-Open von 2013 auf Platz 103 – die Rückkehr in die Top-100 scheint nur noch eine Frage der Zeit. Bis Platz 77 hatte sie sich im Juni 2015 schon einmal nach vorne gearbeitet, fiel aber aus gesundheitlichen Gründen zurück. Jetzt soll es wieder nach oben gehen.

»Nina spielt sehr variabel und hat einen guten Rotationsball. Außerdem ist sie sehr ehrgeizig im Training«, lobt Helmut Hampl. Eigenschaften, die ihr diese Woche im russischen Sotschi die EM-Titel sechs und sieben einbringen könnten – wenn ihr die Bänderdehnung keinen Strich durch die Rechnung macht.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.