A-Ligist TuS Vinsebeck im Keller – Trainer Disse kritisiert scharf Alarm bei den Teutonen

Vinsebeck (WB). Das ist ein gewaltiger Abrutsch: Aus dem Spitzenteam der Vorsaison ist ein Kellerkind geworden. Der TuS Vinsebeck überwintert mit ganzen elf Punkten aus 16 Spielen auf dem vorletzten Platz. Alarm bei den Teutonen.

Von Fabian Scholz
Ran an den Mann und in den Abstiegskampf: Der Vinsebecker Christoph Böddeker (links), hier im Zweikampf mit Philipp Müller vom Schlusslicht FC Germete/Wormeln, muss sich mit dem TuS Vinsebeck gewaltig steigern.
Ran an den Mann und in den Abstiegskampf: Der Vinsebecker Christoph Böddeker (links), hier im Zweikampf mit Philipp Müller vom Schlusslicht FC Germete/Wormeln, muss sich mit dem TuS Vinsebeck gewaltig steigern. Foto: Anna Beckmann

»Es ist Fakt, dass wir uns vor Saisonbeginn etwas anderes erhofft haben. Insgesamt war es ein schleichender Prozess. Nach dem Spiel gegen den SV Steinheim sind Einstellung und Willen abhanden gekommen«, sagt Trainer Maik Disse. Der Vinsebecker coacht die erste Mannschaft seines Heimatvereins in der inzwischen siebten Saison in Folge. Ist es das verflixte siebte Jahr? Das Derby gegen den SV Steinheim haben die Vinsebecker am ersten Spieltag, es war der 5. August 2016, bestritten. 0:0 war der Endstand gegen den Aufsteiger und spielstarken SVS. Der TuS schien für eine starke Saison bestens vorbereitet. Zumal eben die Vorbereitung gut verlaufen war. Aber dann...

Magerausbeute überrascht alle

Elf Punkte und 22:35 Tore stehen nach 15 weiteren Partien zu Buche. Die Magerausbeute überrascht alle, die sich in der A-Liga und beim TuS auskennen.

Seit dem 5. August sind alle, die sich sicher waren, es wird laufen, unmissverständlich auf den Boden der Realität geholt worden. Spielern, die zunächst keine Einstellung entwickelten und an einen Selbstläufer geglaubt hatten, ist das Selbstvertrauen abhanden gekommen.

Beleg dafür war am 12. November das Rückspiel gegen den SV Steinheim: 1:5 hieß es aus TuS-Sicht. Klatsche und Demütigung zugleich. Spätestens jetzt dürfte die Zuversicht bei den letzten Optimisten im Teutonenlager gewichen sein. Erst 22 Tore zeigen, die Durchschlagskraft in der Vorwärtsbewegung muss verbessert werden. Die letzte Konsequenz im Angriff fehlt. »Die Chancenverwertung ist schlecht. Uns fehlt ein Knipser«, beschreibt Disse das Manko. Jan-Hendrik Schäl führt die TuS-Torjägerliste als defensiver Mittelfeldspieler mit fünf Treffern an. »Wir haben viele Stürmer, sie sind bis dato zu harmlos. Allerdings gehörten wir in den Vorjahren nie zu den treffsichersten Teams.« Im Abstiegskampf muss mehr kommen.

Die tatsächlichen Probleme würden allerdings in der Defensivarbeit liegen. In der Tat, 35 Gegentore sind für den A-Liga-Dinosaurier ein außergewöhnlich schlechter Wert. Es würde an der Abstimmung fehlen. Zudem vermisst der Coach den Einsatz. Auf dem Platz habe sein Team bisher nicht viel geleistet. »Das einzige was mir positiv aufgefallen ist: Die Kameradschaft ist trotz der Rückschläge und bereits neun Niederlagen gut.«

In der Winterpause gibt es mit Maximilian Reineke von der SpVg. Brakel II einen Neuzugang. »Er ist jung und enorm ehrgeizig. Nach einer längeren Verletzungspause wird sich Reineke langsam wieder heranpirschen müssen«, berichtet der erfahrene Übungsleiter.

Die A-Liga sei so ausgeglichen wie schon lange nicht mehr. »Mit dem SV Steinheim und dem TuS Hembsen haben sich zwei Aufsteiger auf Anhieb ganz oben einsortiert.« Auf- und Abstiegskampf würden bis zum letzten Spieltag spannend bleiben. Das erste Rückrundenspiel gegen den Drittletzten FC Westheim/Oesdorf (zwölf Punkte) wird richtungsweisend. »Wir müssen diese Partie am 5. März unbedingt gewinnen, um ein Zeichen zu setzen und Selbstvertrauen zu tanken. Wir waren vor drei Jahren in einer ähnlichen Situation und konnten diese meistern. Nun setzen wir ebenfalls auf eine gute Rückrunde. Aktuell ist niemand verletzt. Das stimmt uns positiv«, blickt Disse nach vorn.

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