Sören Weinfurtner, einst Kapitän des SV Höxter, startet als Trainer in Münster durch  Jetzt ein echter Preuße 

Münster/Höxter (WB). So einen wie ihn würde der SV Höxter sofort für die kommende Saison unter Vertrag nehmen. Sören Weinfurtner, Chefcoach der U23 des SC Preußen Münster, ist mit 36 Jahren einer der jüngsten Trainer in der Fußball-Westfalenliga.

Von Rene Wenzel
Den Adler auf der Brust: Sören Weinfurtner trainiert die U23 des SC Preußen Münster in der Fußball-Westfalenliga. Seine erfolgreichste Zeit als Spieler hat der heute 36-Jährige mit dem SV Höxter in der Verbandsliga erlebt.
Den Adler auf der Brust: Sören Weinfurtner trainiert die U23 des SC Preußen Münster in der Fußball-Westfalenliga. Seine erfolgreichste Zeit als Spieler hat der heute 36-Jährige mit dem SV Höxter in der Verbandsliga erlebt.

 Sören Weinfurtner war vor zehn Jahren Kapitän und Leitwolf des SV Höxter. Der junge Weinfurtner war zeitweise sogar Übergangstrainer bei den Rot-Weißen. Damals hat er Geschmack an dieser Aufgabe gefunden. Aktuell steuert Weinfurtner mit der U23 des SC Preußen Münster auf Aufstiegskurs: 40 Punkte aus 21 Spielen und ein Torverhältnis von 41:16 – das bedeutet Rang drei. Der Aufstieg in die Oberliga ist möglich.

 Doch nicht nur aus diesem Grund ist eine Rückkehr nach Höxter ausgeschlossen. »Ich bin in Münster Realschullehrer. Meine Freundin lebt hier, und ich fühle mich richtig wohl«, sagt der Coach. Seit drei Jahren ist Linda Dörendahl seine Lebensgefährtin. Die 30-Jährige schlägt beim USC Münster in der Volleyball-Bundesliga auf und hat bereits siebenmal für Deutschland gespielt.

 Eine gemeinsame Wohnung hat das sportliche Paar aber (noch) nicht. »Ich lebe nach wie vor in einer Wohngemeinschaft. Hier haust auch Uli Kockmann«, berichtet Weinfurtner. Uli Kockmann? Richtig! Der einstige Westfalenliga-Torjäger des SV Höxter. »Ich habe Uli zu uns geholt. Er avancierte in unserer U23 zum Führungsspieler. Dann zog es ihn beruflich nach München. Jetzt ist er wieder zurück in Münster. Uli hält sich fit und greift vielleicht bald wieder an«, berichtet Weinfurtner.

 Das Duo hat beim SVH funktioniert: Weinfurtner der Kapitän und Kockmann der Torjäger. Mit den beiden Führungsspielern schaffte der SV Höxter den Aufstieg in die Westfalenliga – das war der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte. »Wir sind damals mit nur einer Niederlage aufgestiegen«, blickt der Münsteraner zurück.

 Aufgrund einer schweren Knieverletzung, einen »Totalschaden« nennt es der gebürtige Beveraner, fiel Weinfurtner lange aus. »Es war eine harte Zeit. Mein Studium habe ich in Münster fortgesetzt. Beim SV Höxter war ich kurze Zeit in einer schweren Situation Interimstrainer. Der Aufwand war zu groß, und der Erfolg blieb aus«, gibt Weinfurtner zu.

 Ein neues Kapitel schlug der damalige Student dann beim SC Preußen Münster auf. Der Neu-Münsteraner bewarb sich auf ein Stellenangebot der Adler, die einen U13-Trainer suchten. Nach einem erfolgreichen Bewerbungsgespräch übernahm Weinfurtner den Nachwuchs und wurde nur ein Jahr später zum Co-Trainer der U23 befördert. »Zusammen mit Preußen-Legende Stephan Küsters haben wir das Ziel Klassenerhalt in der Westfalenliga erreicht«, stellt der 36-Jährige heraus.

 Neuer Co-Trainer wurde er unter Arne Barez. Nach seinem Abgang übernahm Weinfurtner den Chefposten. »Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung im Bereich der U23, die sehr stark mit der Arbeit und dem Engagement von Sören Weinfurtner zu verknüpfen ist. Er füllt die Rolle perfekt aus und ist der ideale Mann für diesen Trainerposten«, sagt Sportvorstand Carsten Gockel. Logische Konsequenz war die Vertragsverlängerung für die Saison 2015/2016. Bernhard Niewöhner, Jugendkoordinator bei den Preußen, betont: »Die nicht ganz einfache Aufgabe eines U23-Trainers, den Spagat zwischen Abstellungen aus der ersten Mannschaft sowie den Zielen und Ansprüchen der eigenen Mannschaft gerecht zu werden, löst er meisterhaft.«

 Weinfurtner schätzt bei den Preußen insbesondere die enge Zusammenarbeit mit der Profi-Mannschaft, die von Ralf Loose trainiert wird. »Wir tauschen uns regelmäßig aus«, berichtet Weinfurtner, der den ein oder anderen Spieler aus dem Drittliga-Kader auch in seinem Team einsetzt. Das sei notwendig, um im Aufstiegskampf dabei zu bleiben. Denn beim Konkurrenten SC Paderborn U23 sind regelmäßig Akteure aus dem Bundesligateam im Einsatz. »Natürlich wollen wir irgendwann den Aufstieg in die Oberliga schaffen«, betont der Mann aus Bevern.

 Dass sich der SV Höxter in der Landesliga aktuell im Abstiegskampf erfolgreich wehrt, weiß Weinfurtner: »Die Ergebnisse verfolge ich. Die Bindung zum Verein ist nach wie vor intensiv. Besonders weil Werner Koch hier wieder Trainer ist.« So wie früher eben, als Weinfurtner und Co. mit Koch für den SVH die Punkte holten.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.