Topspiel in der B-Liga Nord: TuS Lütmarsen – SV Steinheim 3:1 (2:1)  Schlammschlacht 

Lütmarsen (WB). Die Fußballer des TuS Lütmarsen haben den SV Steinheim 3:1 besiegt. Statt des Spitzenspiels der B-Liga war es ein zäher Kampf auf Schlamm. Steinheim hat nach 30 Sekunden geführt. Eigene Fehler und robuste Lütmarser drehten die Partie nach zehn Minuten.

Von Michael Risse
Schlammfußball in Lütmarsen: Steinheims Hussein Ahmad grätscht zwischen die Füße von Alexander Chertov (Nr. 15). Jens Boeckmann (Mitte) und Daniel Stein beobachten diese spritzige Szene auf dem schwer bespielbaren Aschenplatz.
Schlammfußball in Lütmarsen: Steinheims Hussein Ahmad grätscht zwischen die Füße von Alexander Chertov (Nr. 15). Jens Boeckmann (Mitte) und Daniel Stein beobachten diese spritzige Szene auf dem schwer bespielbaren Aschenplatz.

 Der Fuß versinkt im Matsch, wird von Wasser umspült. Am Strand im Sommer oder bei einer Wattwanderung genießt man das. Gestern pfiff Schiedsrichter Thomas Vogt in Lütmarsen bei diesen Bedingungen ein Fußballspiel an, das richtungweisend sein sollte.

 Fußballerische Kunst war deshalb nicht zu erwarten. Unterhaltsam ging es dennoch los. 30 Sekunden waren vorbei auf dem Aschenplatz, als die Gastgeber schlecht abwehrten. Aus 16 Metern traf Lukas Kukla volley, direkt aus der Luft zum 0:1.

 Hakop Sahatjan (fünfte Minute) und Georg Gorges (10.) nutzten Fehler von Steinheims Torwart und Hintermannschaft zum 1:1 und 2:1. Der Ball von Gorges wurde abgefälscht und trudelte langsam Richtung Tor. Keeper Alexander Hannibal kam nicht schnell genug zurück.

 »Wir hauen uns zwei Dinger selbst rein und treffen beim Stand von 1:1 das leere Tor nicht«, schimpfte Trainer Marc Beineke.

 Mehr und mehr haderten die Gäste mit dem rutschigen Untergrund. »Die Lütmarser wissen selber, dass sie uns bei normalen Platzverhältnissen nicht schlagen können«, meinte Beineke weiter.

 Der TuS Lütmarsen fand sich mit den Gegebenheiten ab, warf mehr kämpferischen Einsatz in die Waagschale. Bei einem abgefälschten Freistoß reagierten ein Lütmarser Angreifer schnell, umlief die Steinheimer Abwehr, erreichte das Leder jedoch nicht mehr vor der Torauslinie (28.)

 Von Minute zu Minute wurde es matschiger. »Da braucht keiner von Konzept sprechen, das ist wie ein Lotteriespiel«, betonte Beineke direkt nach der Pause. »Schießt doch einfach mal auf das Tor«, rief SV-Abwehrmann Andreas Parensen eine Viertelstunde vor Ende seinen Mitspielern zu. Da war es schon zu spät. Mario Multhaup hatte das 3:1 erzielt.

 Schüsse aus allen Lagen. Das hatte Lütmarsen verinnerlicht. Steinheim nicht. »Das müssen wir uns vorwerfen. Wir haben versucht Fußball zu spielen«, gabt Beineke zu und fügte an: »Diese Niederlage wirft uns nicht um. Wir schlagen nächste Woche Amelunxen und alles ist gut.«

 »Es war kein gutes Spiel. Wir waren cleverer«, sagt Lütmarsens Spielertrainer Omran Bero. Zur Bespielbarkeit des Platzes meinte Bero: «Ich bin selbst Schiedsrichter. Solange der Ball rollt und nicht direkt in der Pfütze liegen bleibt, kann gespielt werden.« Der TuS Lütmarsen bleibt Zweiter. Steinheim kann in zwei Nachholspielen gleichziehen.

 TuS Lütmarsen: Bekteshi – Simon, O. Bero, Isaak, B. Bero, Gülderen (68. Stein), Multhaup, Shallash, Gorges (65. Chertov), Preuß, Sahatjan (78. Druschinin)

 SV Steinheim:A. Hannibal – Eichmann, Parensen, Uslu, Poppensieker (24. Delolli), Grassmeier, Kukla (67. Boeckmann), Ahmad, Redecker, P. Hannibal, Ziemann

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