Spielertrainer Acar sieht sich mit Fußball-Bezirksligisten TuS Erkeln noch nicht durch  »Wir müssen aufpassen« 

Erkeln (WB). Der TuS Erkeln hat sich gemausert. Nach dem Fehlstart folgte in der Fußball-Bezirksliga der Höhenflug. Von ganz unten haben sich die Grün-Weißen ins Mittelfeld vorgespielt. Spielertrainer Erdoganlobt im Interview mit WB-Redakteur Jürgendie Einstellung seiner Schützlinge und warnt angesichts der Ausgeglichenheit vor zu viel Selbstsicherheit.

Der TuS Erkeln im Angriff. Stürmer Oktay Meme und Co. haben in der Rückserie noch einiges vor.
Der TuS Erkeln im Angriff. Stürmer Oktay Meme und Co. haben in der Rückserie noch einiges vor.

Herr Acar, kleiner Kader und viele Punkte. Der Klassenerhalt dürfte kein Thema mehr sein, oder?

Acar:Doch, denn wir sind noch nicht durch. Klar, der TuS Erkeln steht mit 26 Punkten aus 17 Spielen auf Rang sieben und damit im gesicherten Mittelfeld. Allerdings ist die Liga derartig ausgeglichen, dass wir auf der Hut sein müssen. Wir haben 13 Zähler Vorsprung auf die Abstiegsränge. Allerdings dürfen wir uns deshalb nicht in Sicherheit wähnen. In der abgelaufenen Saison stand der SV Brenkhausen/Bosseborn nach der Hinrunde ebenfalls blendend da und ist noch abgestiegen. Wir benötigen nun nach der Winterpause zunächst einmal einen guten Start. Dann wird die Selbstsicherheit zurückkehren. Jetzt starten wir an diesem Sonntag erst einmal im Derby gegen Brakel.

Wo würde der TuS Erkeln stehen, wenn es nicht den eklatanten Fehlstart in die Saison gegeben hätte?

Acar:Wir haben in den vergangenen 13 Begegnungen nach den Aussetzern und schlechtenAuftritten zu Beginn nur noch dreimal verloren. Dabei waren wir gegen den TSV Rischenau die deutlich bessere Mannschaft und mussten uns mit einem 2:3 abfinden. Auf der anderen Seite hätten wir beim FC BW Weser auch eine richtige Schlappe kassieren können und haben mit viel Glück 3:2 gelungen. Mit der Spitze ist mir gegen deutlich überlegene Gastgeber der Siegtreffer gelungen. Es ist müßig darüber zu spekulieren, wo wir stehen würden, wenn der miserable Start nicht gewesen wäre. Fakt ist, nach vier Partien standen null Punkte und null Tore auf unserem Konto. Im fünften Spiel gab es dann endlich den ersten Zähler beim 1:1 gegen den Aufsteiger SV Neuenbeken. Und im sechsten Spiel dann das bereits erwähnte so wichtige 3:2 beim FC Weser. Danach ist das Selbstbewusstsein zurückgekehrt.

Worauf führen Sie den Aufwärtstrend zurück?

Acar: Wir haben individuell exzellente Spieler und sind als Mannschaft aufgetreten. Der TuS Erkeln wollte sich mit seiner Qualität nicht weiter fortführen lassen. Die Mannschaft wollte sich beweisen, doch dafür musste nach der Durststrecke unbedingt ein Erfolgserlebnis her.

Sie haben die individuelle Klasse erwähnt. Welche Spieler haben ganz besondere Fähigkeiten?

Acar:Mit Giovanni Carmisciano verfügen wir über einen herausragenden Innenverteidiger. Er war so etwas wie das personifizierte Beispiel für unseren Fehlstart. Als es bei ihm besser lief, ging ein Ruck durch das gesamte Team. Michal Pietrzyk wiederum ist ein Routinier und hat den TuS in der vorhergehenden Saison aus dem Sumpf des Abstiegskampfs gezogen. Michal und Giovanni sind in der Innenverteidigung ein tolles Duo und die Säulen in der Viererkette sowie in der Defensivabteilung generell. Michal kann zudem sehr gut motivieren und reißt alle mit. Peter Rehrmann behält in kritischen Situationen die Ruhe und hat guten Einfluss auf die Youngster. Und dann verfügen wir noch über richtig gute Offensivqualität. Sefer Sener hat acht Tore erzielt und davon sieben per Freistoß. Levent Kücüker beherrscht die Außenbahn und setzt unsere Spitzen in Szene. allerdings muss er noch torgefährlicher werden. Ganze zwei Tore hat Kücüker in der Hinrunde zu unseren bisher 27 erzielten Treffern eigetragen. Bei ihm gibt es diesbezüglich noch sehr viel Luft nach oben. Irfan Haydarevic ist ebenfalls ein begnadeter Mittelfeldspieler, der so viel Talent mitbringt.

Mit Kevin Köhler hat der TuS Erkeln in diesem Winter einen Stürmer verpflichten können. Wie sind Sie auf ihn gekommen?

Acar: Kevin ist mir in unserem Kreispokalspiel gegen den SV Scherfede aufgefallen. Er ist ein schneller und sehr wendiger Stürmer mit richtig gutem Zug zum Tor.

Sie wollen Ihren Kader für die kommende Saison sicherlich erweitern. Für welche Positionen besteht besonderer Handlungsbedarf?

Acar: Die Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte hat es noch einmal eindeutig gezeigt, wir müssen uns in der Breite vergrößern. Sehr oft konnten nur sechs, sieben oder acht Spieler an den Übungseinheiten teilnehmen. Berufliche Gründe, kranke und verletzte Spieler wird es immer geben. 14 Fußballer sind für eine lange Saison zu wenig. Wir haben Glück gehabt, dass wir von großen Verletzungssorgen verschont geblieben sind. Wir haben die Fühler ausgestreckt und wollen in der kommenden Saison auf einen Kader von 18 bis 20 Spielern kommen.

Haben Sie beim TuS Erkeln bereits für die nächste Spielzeit verlängert?

Acar: Es macht Spaß mit dieser Mannschaft und dem Vorstand. Die Gespräche werden wir bald führen. Der TuS Erkeln ist für mich wie mein Heimatverein.

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