Vito Mancusi hat nach seinem Kurz-Comeback auf der Fußball-Bühne viel Lob erhalten  Ex-Schiri steht nicht auf Rot 

Lauenförde (WB). Freundlich, charmant undpfiffig. Mit seinem verschmitzten Lächeln und der beruhigenden Art ließ Schiedsrichter Vito Mancusi auf den heimischen Sportplätzen Konflikte erst gar nicht aufkommen. DerItaliener hat nun ein beachtliches Comeback gefeiert.

Von Jürgen Drüke
Ausnahmsweise: Für das Foto zückt Vito Mancusi die rote Karte. In 30 Jahren als Schiedsrichter hat der Italiener ganze sieben Platzverweise verhängt. Sein Lächeln betört die Kicker.
Ausnahmsweise: Für das Foto zückt Vito Mancusi die rote Karte. In 30 Jahren als Schiedsrichter hat der Italiener ganze sieben Platzverweise verhängt. Sein Lächeln betört die Kicker.

 »Es war großartig«, blickt der 62-Jährige zurück. Als im November des vergangenen Jahres der angesetzte Unparteiische der A-Ligapartie FC BW Weser II gegen den FC Nieheim nicht angetreten war, musste Mancusi nicht lange überzeugt werden. »Ich wollte mir das Spiel anschauen, denn mein SohnMarco trainiert den FC Weser. Ganz schnell sind dann beide Seiten auf mich zugekommen«, berichtete der Lauenförder.

 FC Nieheims Vorsitzender Alfred Ruberg, mit 71 Jahren ein Urgestein des heimischen Fußballs, hatte keine Probleme damit, dass der Vater des Trainers vom FC BW Weser die Spielleitung übernehmen sollte. »Vito war 30 Jahre Unparteiischer und konnte immer mit einer großartigen Spielführung aufwarten«, wusste der Boss des A-Liga-Spitzenreiters.

 »Die Begegnung hat keine besonderen Anforderungen gestellt. Die Akteure beider Mannschaften wollten einfach nur Fußball spielen«, blickte Mancusi zurück und fügte an: »Sie alle haben es mir leicht gemacht.« Ruberg wiederum wartete mit einem dicken Kompliment auf: »Vito hat gekonnt wie eh und je geleitet. Er könnte sofort wieder anfangen.« Das Lob habe er nicht nur abgegeben, weil sein FCN als 3:1-Sieger vom Platz gegangen war.

 »Nein«, hielt Mancusi dem Vereinschef der Nieheimer energisch entgegen. »Ich war gerne Schiedsrichter. Es war ein tolles Hobby. Jetzt schaue ich mir interessante Partien nur noch an. Natürlich bin ich fast immer dabei, wenn der FC BW Weser II spielt.« Sohn Marco kämpft mit den Fusionierten aus Beverungen und Lauenförde um den Klassenerhalt und der Papa drückt kräftig die Daumen. »Die Mannschaft ist auf einem guten Weg«, glaubt der Vater, der vor über 40 Jahren beim TuS Erkeln und später beim SV Bökendorf Fußballs spielte, an die zweite Mannschaft des FC BW Weser und freut sich zudem über die tollen Auftritte, welche die erste Mannschaft seines Vereins in der Bezirksliga bisher hingelegt hat: »Die Jungs belegen den vierten Platz und machen uns allen großen Spaß«, schätzt Vito Mancusi die Art und den Einsatz des Trainer-Duos Dennis Hustadt und Ralf Schönwald sowie den Willen der jungen Kicker.

 Der Zusammenschluss der Traditionsvereine VfB Beverungen und SC Lauenförde zum FC Blau-Weiß Weser vor fast zwei Jahren sei der richtige Weg gewesen. Mancusi kann das gut beurteilen – er kennt beide Vereine bestens. Vor 15 Jahren ist er als Beverunger nach Lauenförde gezogen. »Diese beiden Ort sind zusammengewachsen und sich so ähnlich«, kommt das verschmitzte Lächeln bei dieser Feststellung durch.

 1972 ist der Fußball-Fan als Schiedsrichter eingestiegen, und 2002 hat er Servus gesagt. »Alles zu seiner Zeit«, sagt er und möchte die Erfahrungen als Referee und vorher als Kicker nicht missen. 15 Jahre leitete er sogar Spiele in der Bezirksliga. In der Verbands- und Landesliga war Mancusi alsLinienrichter im Einsatz. »Unvergessen bleibt für mich ein Linienrichtereinsatz beim Landesliga-Derby zwischen der SpVg. Brakel und dem TuS Bad Driburg vor 3000 Zuschauern. Damals ging der Stern von Pele Wollitz, den es kurz danach in die Bundesliga zog, bei der SpVg. Brakel auf«, erinnert sichMancusi.

 Den jungen Schiris wünscht der Fachmann neben aller Kompetenz Fingerspitzengefühl und das notwendige Glück. »Ich habe in 30 Jahren nur sieben rote Karten gezückt«, sagt Mancusi. Bei diesem sympathischen Lächeln verwundert das überhaupt nicht.

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