Beim abstiegsgefährdeten Bezirksligisten TuS Bad Driburg ist der Trainerfuchs der authentische Star  Kagerbauer treibt sie alle an 

Bad Driburg (WB). Die Ärmel haben die Fußballer des TuS Bad Driburg seit über fünf Wochen hochgekrempelt. Die Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte in der Fußball-Bezirksliga kennt nur eineMission – den Klassenerhalt.

Von Jürgen Drüke
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»Wir werden das Ziel nur erreichen, wenn jeder Akteur unbändige Kraft und großen Willen investiert. Es werden vier ganz harte Monate«, blickt Sepp Kagerbauer voraus. Deshalb lässt der Trainerfuchs seine Schützlinge mächtig schwitzen. »Wir müssen es über Kraft und Kondition und als Team machen. Fußballerisch sind uns die meisten Teams in der Bezirksliga voraus. Nach dem Aufstieg soll auf keinen Fall der Abstieg stehen. »Dann hätten wir endgültig den Stempel einer Fahrstuhlmannschaft sicher. Ob wir dann so schnell aus der A-Liga wieder herauskommen würden, das bezweifele ich«, sagt der Coach und weiß um ambitionierte Mannschaften in der höchsten Spielklasse des Kreises Höxter.

Kagerbauer ist der Star bei den Blau-Gelben. An den Lippen des Trainers, der in fünf Jahrzehnten als Torwart und Trainer schon so viel erlebt hat, hängt das Personal.

Kagerbauer, der Anfang November für den zum Oberligisten FC Gütersloh abgewanderten Heiko Bonan in in die Bresche gesprungen war, kämpft um und für seinen Verein. Seine Aufgabe füllt er kompetent, aber auch mit großer Hingabe und Leidenschaft aus. Sepp Kagerbauer ist gleichzeitig erster Vorsitzender der TuS-Fußballabteilung und hat schon deshalb mindestens ein doppeltes Interesse, dass Bad Driburg auch in der Saison 2015/16 Mitglied der Bezirksliga ist.

»Das Feuer, das in mir brennt, muss und wird auf unsere Fußballer übergreifen. Es ist definitiv mein letztes Traineramt. Die nächsten vier Monate sollen erfolgreich sein und im Zielhafen mit dem Namen Klassenerhalt münden.«

Vier Mannschaften werden am Ende den Gang in die A-Liga antreten müssen. Aktuell belegen die Blau-Gelben von der Iburg mit elf Punkten aus 17 Spielen den drittletzten Rang. Fünf Mannschaften, angefangen beim RSV Barntrup mit 13 Zählern auf Rang 14, vor dem SV Upsprunge (ebenfalls 13 Punkte), dem TuS Driburg und dem TSV Rischenau mit jeweils elf Zählern bis hin zum Schlusslicht VfL Thüle (zehn Punkte) – das sind die Kandidaten für die vier Abstiegsplätze. Diese fünf Mannschaften sind imKeller fast unerreichbar. Denn der unmittelbar vor der Abstiegszone angesiedelte SV Heide Paderborn ist dem unteren Quintett angesichts von 21 Zählern auf der Habenseite so gut wie enteilt.«

»Abstieg«. Ein Wort, das Kagerbauer verboten hat. Der Trainer ist auch Psychologe und redet den Protagonisten Selbstvertrauen und Stärke ein. Das habe in der Hinrunde zu oft gefehlt. »Insbesondere in der Offensive hat es gehapert. Da waren wir einfach zu harmlos und müssen ab sofort eine ganz andere Gangart an den Tag legen.«

18 Tore in 17 Spielen sind ein Abstiegswert. Deshalb wollten sie sich nun noch einmal verstärken. »Das ist uns wieder einmal nicht gelungen. Spieler, die uns weitergeholfen hätten, die wollten nicht zu uns kommen. Sicherlich sind die Absagen auch auf unseren schlechten Tabellenplatz zurückzuführen.«

Die desolate Hinrunde haben sie mit dem Trainingseifer in der Wintervorbereitung aufgearbeitet. Fünf bis sechs Zähler hätten sie nach Ansicht des Trainers mehr haben müssen. Es sei einfach nur eine verkorkste Hinrunde gewesen. Ganze zwei Siege gab es, die haben sie unter Kagerbauer geholt, der am zehnten Spieltag mit dem 0:0 gegen Barntrup eingestiegen war und damit am 20. Oktober 2014 erst für den dritten Zähler auf dem Konto der Kurstädter sorgen konnte. Mit dem neuen Übungsleiter war der Aufwärtstrend auszumachen. 4:0 hieß es auf eigenem Kunstrasen unter anderem gegen den SV Atteln und 3:1 im Kellerduell gegen den TSV Rischenau. Hatte das Team in neun Partien mit Aufstiegstrainer Heiko Bonan gerade einmal zwei Pünktchen ergattern können, so waren es mit dem Ur-Bad Driburger Sepp Kagerbauuer in acht Partien immerhin neun Punkte.

»Selbstverständlich zu wenig«, sagt der Fan des FC Bayern München. Im Kollektiv soll es nun gerichtet werden. Der Coach nennt bewusst keine Namen. »Wir haben in den vergangenen zwei Jahren auch wirtschaftlich so viel auf die Beine gestellt und erreicht. Deshalb ist es wichtig, dass wir in der Bezirksliga bleiben.« Sepp Kagerbauer glaubt fest daran und ziehtalle beim TuS mit.

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